Ketubbot — Blatt 5b

1so stecke er den Finger ins Ohr. Das ist das, was R. Elea͑zar sagte: Weshalb gleichen die Finger des Menschen Pflöcken? — In welcher Hinsicht, wenn etwa, indem sie von einander getrennt sind, so hat ja jeder seinen besonderen Zweck!? Der Meister sagte nämlich: einer ist der Spannfinger, einer der Hauffinger, einer der Ellenfinger, einer der Zeigefingerund einer der Daumen. —

2Vielmehr, weshalb sind sie wie die Pflöcke zugespitzt? Damit der Mensch, wenn er Ungehöriges hört, die Finger in die Ohren stecke. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Weshalb ist das ganze Ohr hart und das Läppchen weich? Damit der Mensch, wenn er Ungehöriges hört, das Läppchen ins [Ohr] biege. Die Rabbanan lehrten: Man lasse seine Ohren keine unnützen Worte hören, denn diese werden früher als alle anderen Glieder verbrüht.

3Sie fragten: Darf man am Šabbath den ersten Beischlaf vollziehen: ist das Blut angesammeltoder verteilt?

4Und benötigt er, wenn du entscheidest, das Blut sei angesammelt, des Blutes, somit ist es erlaubt, oder benötigt er der Öffnung, somit ist esverboten?

5Und ist, wenn du entscheidest, er benötige des Blutes und die Öffnung entstehe von selbst, die Halakha wie R. Šimo͑n, welcher sagt, die unbezweckte Verrichtung sei [am Šabbath] erlaubt, oder ist die Halakha wie R. Jehuda, welcher sagt, die unbezweckte Verrichtung sei verboten?

6Und gilt, wenn du entscheidest, die Halakha sei wie R. Jehuda, die Öffnung als zerstörendeoder besserndeHandlung?

7Manche lesen: Benötigt er, wenn du entscheidest, das Blut sei verteilt, des Blutes, somit ist es verboten, oder bezweckt er nur seinen Genuß, somit ist es erlaubt?

8Und ist, wenn du entscheidest, er bezwecke nur seinen Genuß und das Blut komme von selbst, die Halakha wie R. Jehudaoder wie R. Šimo͑n?

9Und ist die Verletzung, wenn du entscheidest, die Halakha sei wie R. Jehuda, eine zerstörende oder eine bessernde Handlung?

10Und ist, wenn du entscheidest, die Verletzung sei eine zerstörende Handlung, bei der zerstörenden Handlung die Halakha wie R. Jehuda

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.