Ketubbot — Blatt 61a
1kräftige Kinder; die Eier ißt, bekommt großäugige Kinder; die Fische ißt, bekommt anmutige Kinder; die Eppich ißt, bekommt schöne Kinder; die Koriander ißt, bekommt fleischige Kinder; die Etrog ißt, bekommt duftende Kinder. Die Mutter der Tochter des Königs Sapor aß während ihrer [Schwangerschaft] Etrog, und man führte sie vor ihrem Vater an der Spitze aller Wohlgerüche.
2R. Honasagte: R. Hona b. Ḥenana prüfte uns [durch folgende Frage:] Wenn sie säugen will, er aber will, daß sie nicht säuge, so höre man auf sie, denn sie hatdie Schmerzen; wenn er will, daß sie säuge, sie aber nicht säugen will, so höre man, wenn es in ihrer [Familie] nicht Brauch ist, auf sie; wie ist es aber, wenn es in ihrer Brauch ist und in seiner nicht: richte man sich nach seiner oder richte man sich nach ihrer?
3Wir entschieden es aus folgender Lehre: sie steigemit ihm und sinke nicht mit ihm. R. Hona sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:denn sie ist mit einem Manne vermählt; mit dem Ehemanne in Erhöhungund nicht mit dem Ehemanne in Erniedrigung. R. Elea͑zar entnimmt dies aus folgendem:denn sie ist die Mutter alles Lebenden; sie ist ihm zum Leben gegeben und nicht zur Qual.
4BRACHTE SIE IHM EINE SKLAVIN MIT &C. Alles andere aber hat sie zu verrichten; sie kann ja zu ihm sagen: ich habe dir meinerstatt ein Weib gebracht!? – Er kann ihr erwidern: sie arbeitet für mich und für sich, wer arbeitet für dich?
5WENN ZWEI, SO BRAUCHT SIE AUCH NICHT ZU KOCHEN UND ZU SÄUGEN. Alles andere aber hat sie zu verrichten; sie kann ja zu ihm sagen: ich habe dir noch ein Weib gebracht; eines, das für mich und für sich arbeitet, und eines, das für dich und für sich arbeitet!? – Er kann ihr erwidern: wer arbeitet für Gäste und Fremde?
6WENN DREI, SO BRAUCHT SIE IHM AUCH NICHT DAS BETT ZU MACHEN. Alles andere aber hat sie zu verrichten; sie kann ja zu ihm sagen: ich habe dir noch eine gebracht, für Gäste und Fremde!? – Er kann ihr erwidern: je größer der Haushalt, desto mehr die Gäste und Fremden. –
7Demnach sollte es auch von vier gelten!? – Vier sind besonders viel und helfen einander.
8R. Ḥana, manche sagen, R. Šemuél b. Naḥmani, sagte: Nicht wirklich mitgebracht, vielmehr [genügt es], daß sie mitzubringen imstandeist, auch wenn sie nicht mitgebracht hat. Es wird gelehrt: Einerlei ob mitgebracht oder selber gespart.
9WENN VIER, SO KANN SIE IM LEHNSTUHL SITZEN. R. Jiçḥaq b. Ḥananja sagte im Namen R. Honas: Obgleich sie gesagt haben, sie könne im Lehnstuhl sitzen, dennoch muß sie ihm einen Becher einschenken, das Bett machen und Gesicht, Hände und Füßewaschen.
10R. Jiçḥaq b. Ḥananja sagte [ferner] im Namen R. Honas: Alle Verrichtungen, die eine Frau für ihren Mann zu leisten hat, darf auch eine Menstruierende für ihren Mann verrichten, ausgenommen ihm einen Becher einschenken, das Bett machen und Gesicht, Hände und Füße waschen.
11Vom Bettmachen gilt dies, wie Raba sagte, nur in seiner Gegenwart, in seiner Abwesenheit aber ist nichts dabei. Das Einschenken des. Bechers verrichtete die Frau Šemuéls zur Abwechslungmit der linken Hand. Die des Abajje setzte ihn ihm auf den Rand des Fasses; die des Raba auf das Polster; die des R. Papa auf die Fußbank.
12R. Jiçḥaq b. Ḥananja sagte [ferner] im Namen R. Honas: Alles darf man dem Tischdiener vorenthalten, nur nicht Fleischund Wein. R. Ḥisda sagte: Fettes Fleisch und alten Wein. Raba sagte: Fettes Fleisch während des ganzen Jahres, alten Wein in der Jahreszeit des Tammuz.
13R. A͑nan b. Taḥlipha erzählte: Einst stand ich vor Meister Šemuél, und man brachte ihm eine Pilzspeise, und hätte er mir nicht davon gegeben, würde ich in Gefahrgeraten sein. R. Aši erzählte: Einst stand ich vor R. Kahana, und man brachte ihm Rübenköpfe in Essig, und hätte er mir nicht davon gegeben, würde ich in Gefahr geraten sein. R. Papa sagte: Auch Edeldatteln. Die Regel hierbei ist: alles, was Duft hat, alles, was Herbe hat.
14Von Abuthb. Ihi und Minjamin b. Ihi gab einer [dem Tischdiener] von jedem Gerichte und der andere nur von einemGerichte; mit dem einen unterhielt sich Elijahu, mit dem anderen aber unterhielt sich Elijah u nicht.
15Von jenen zwei Frommen, manche sagen, R. Mari und R. Pinḥas, den Söhnen R. Ḥisdas, ließ einer [den Tischdiener] vorher essen, und der andere nachher; mit dem, der ihn vorher essen ließ, unterhielt sich Elijahu, mit dem aber, der ihn nachher essen ließ, unterhielt sich Elijahu nicht.
16Einst saßen Amemar, Mar Zuṭra und R. Aši vor der Tür des Königs Jezdegerd, und der Tafeldiener des Königs ging an ihnen vorüber. Da bemerkte R. Aši, wie Mar Zuṭra
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.