Ketubbot — Blatt 93b

1so ist der Gewinn gleichmäßig zu teilen.

2Rabba sagte: Die Lehre Šemuéls ist einleuchtend [beim Kaufe] eines Ochsen zum Pflügen und er zum Pflügen verwandtwird, wenn aber einen Ochsen zum Pflügenund er zur Schlachtung bestimmt wird, so erhält der eine seinem Gelde entsprechend, und der andere seinem Gelde entprechend. R. Hamnuna aber sagte, selbst wenn einen Ochsen zum Pflügen und er zur Schlachtung bestimmt wird, sei der Gewinn gleichmäßig zu teilen.

3Man wandte ein : Wenn zwei [Geld] in den Beutel getan haben, einer eine Mine und einer zweihundert [Zuz], so ist der Gewinn gleichmäßig zu teilen. Doch wohl, wenn einen Ochsen zum Pflügen und er zur Schlachtung bestimmt wird, und dies ist eine Widerlegung Rabbas !? – Nein, wenn einen Ochsen zum Pflügen und er zum Pflügen verwandt wird. –

4Wieso lehrt er, wenn demnach der eine seinem Gelde entsprechend und der andere seinem Gelde entsprechend erhält, falls einen Ochsen zum Pflügen und er zur Schlachtung bestimmt wird, im Schlußsatze, daß, wenn einer für sein [Geld] und der andere für seines gekauft hat, und sievermischt worden sind, der eine seinem Gelde entsprechend und der andere seinem Gelde entsprechend erhalte,

5er sollte doch denselben Fall unterscheidend lehren: dies nur in dem Falle, wenn einen Ochsen zum Pflügen und er zum Pflügen verwandt wird, wenn aber einen Ochsen zum Pflügen und er zur Schlachtung bestimmt wird, so erhält der eine seinem Gelde entsprechend und der andere seinem Gelde entsprechend!? –

6So meint er es auch: dies nur in dem Falle, wenn einen Ochsen zum Pflügen und er zum Pflügen verwandt wird, wenn aber einen Ochsen zum Pflügen und er zur Schlachtung bestimmt wird, so ist es ebenso, als würde der eine für sein [Geld] und der andere für seines gekauft haben, und sie vermischt worden sein; der eine erhält seinem Gelde entsprechend und der andere seinem Gelde entsprechend. –

7Wir haben gelernt: Auch drei, die [Geld] in den Beutel getan und Verlust oder Gewinn erzielt haben, teilen ebenso.

8Doch wohl Verlust in der gewöhnlichen Bedeutung und Gewinn in der gewöhnlichenBedeutung!?

9R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Nein, Gewinn durch neueMünzen, Verlust durch Geschwulst-Stater.

10WENN JEMAND VIER FRAUEN GEHEIRATET HATTE UND GESTORBEN IST, SO GEHT DIE ERSTEDER ZWEITEN, DIE ZWEITE DER DRITTEN UND DIE DRITTE DER VIERTEN VOR. DLE ERSTE SCHWÖRE [DAHER] DER ZWEITEN, DIE ZWEITE DER DRITTENN UND DIE DRITTE BER VIERTEN; DIE VIERTE ABER ERHÄLT ZAHLUNG OHNE EID. – BEN NANNOS SPRACH: SOLLTE DIESE, WEIL SIE DIE LETZTE IST, PROFITIEREN!? AUCH DIESE ERHÄLT ZAHLUNG NUR GEGEN EID.

11SIND ALLE [URKUNDEN] AM SELBEN TAGE AUSGESTELLT, SO HAT DIE DEN VORZUG, [DEREN URKUNDE] DER DER ANDEREN AUCH NUR UM EINE STUNDE VORANGEHT. SO PFLEGTE MAN IN JERUŠALEM DIE STUNDE ZU SCHREIBEN. SIND ALLE IN DERSELBEN STUNDE AUSGESTELLT UND NUR EINE MINE VORHANDEN, SO TEILEN SIE GLEICHMÄSSIG.

12GEMARA. Worin besteht ihr Streit? Šemuél erwiderte:

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.