Kidduschin — Blatt 25b

1Hierüber [streiten auch] Tannaím: Zerquetscht, zerschlagen, abgerissen oder zerschnitten, alles an den Hoden – so R. Jehuda. –

2Etwa nur an den Hoden und nicht auch am Gliede!? – Lies vielmehr: auch an den Hoden – so R. Jehuda. R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, alles am Gliede. R. Jose sagt, zerquetscht und zerschlagen, auch an den Hoden; abgerissen und zerschnitten, nur am Gliede und nicht an den Hoden.

3EIN GROSSVIEH WIRD DURCH ÜBERGABE UND EIN KLEINVIEH DURCH DAS HOCHHEBEN ANGEEIGNET – SO R. MEÍR UND R. ELIE͑ZER; DIE WEISEN SAGEN, DAS KLEINVIEH WERDE DURCH DAS ANSICHZIEHEN ANGEEIGNET.

4GEMARA. Rabh trug in Qimḥunja vor: Ein Großvieh wird durch das Ansichziehen angeeignet. Hierauf traf Šemuél die Schüler Rabhs und sprach zu ihnen: Wieso kann Rabh gesagt haben, ein Großvieh werde durch das Ansichziehen angeeignet, wir haben ja gelernt: durch Übergabe!? Und auch Rabh sagte ja, durch Übergabe; sollte er davon zurückgetreten sein!? – Er lehrte es nach dem Autor der folgenden Lehre: Die Weisen sagen, beide durch das Ansichziehen: R. Šimo͑n sagt, beide durch das Hochheben.

5R. Joseph wandte ein: Wie ist demnach nach R. Šimo͑n ein Elefant anzueignen!? Abajje erwiderte: Durch Tausch, oder auch, wenn man den Platz mietet.

6R. Zera erwiderte: Man hole vier Gegenstände und lege sie ihm unter die Füße. – Hieraus wäre zu entnehmen, daß durch die Gefäße des Käufers im Gebiete des Verkäufers eine Aneignung erfolge? – Hier wird von einem Seitenwege gesprochen.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.