Kidduschin — Blatt 26b
1man schreibe darüber einen Prosbul, und man kann damit Güter, die keine Sicherheit gewähren, aneignen. Wofür ist sie, wenn man sagen wollte, sie müssen beisammen sein, irgendwie [groß] verwendbar!?
2R. Šemuél b. Bisna erklärte vor R. Joseph: Wenn er da eine Nadel hineinsteckt. R. Joseph sprach zu ihm: Quälgeist, sollte der Autor es ausgesucht von einer Nadel gelehrt haben!? R. Aši entgegnete: Wer sagt uns, daß er daran nicht eine Perle im Werte von Tausenden von Zuz gehängt hat!? –
3Komm und höre: R. Elea͑zar sagte: Einst war in Jerušalem ein Madonite, der viele Mobilien besaß und sie verschenken wollte; man sagte ihm aber, es gebe für ihn kein anderes Mittel, als sie vermittelst Grundbesitz zuzueignen. Was tat er? Er ging und kaufte eine Sela͑fläche in der Nähe von Jerušalem und sprach: die Nordseite davon und damit hundert Schafe und hundert Fässer seien jenem zugeeignet. Darauf starb er und man erfüllte seine Worte.
4Wofür ist, wenn man sagen wollte, sie müssen beisammen sein, eine Sela͑fläche verwendbar!? – Du glaubst wohl, Sela͑ sei wörtlich zu verstehen; es war eine große [Fläche], nur nennt er sie deshalb Sela͑, weil sie hart wie ein Felsen [sela͑] war. –
5Komm und höre: R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Einst war jemand in Jerušalem, – er war krank, nach R. Elie͑zer, und manche sagen, er war gesund, nach den Rabbanan, –
6der viele Mobilien hatte und sie verschenken wollte; man sagte ihm aber, es gebe für ihn kein anderes Mittel, als sie durch Grundbesitz zuzueignen. Was tat er? Er ging und kaufte eine Viertelkabfläche in der Nähe von Jerušalem und sprach: eine Handbreite im Quadrat und damit hundert Schafe und hundert Fässer seien jenem zugeeignet. Darauf starb er und die Weisen erfüllten seine Worte. Wofür ist, wenn man sagen wollte, sie müssen beisammen sein, eine Handbreite im Quadrat verwendbar!? –
7Hier wird von Bargeld gesprochen. Dies ist auch einleuchtend; wenn man sagen wollte, wirklich hundert Schafe und hundert Fässer, so sollte er sie durch Tausch zugeeignet haben. –
8Sollte er, wenn hier von Bargeld gesprochen wird, es durch das Ansichziehen zugeeignet haben!? Du mußt also erklären, der Empfänger war nicht anwesend, ebenso ist auch [hinsichtlich des Tausches] zu erklären, der Empfänger war nicht anwesend. –
9Sollte er es durch einen anderen zugeeignet haben!? – Er traute einem anderen nicht, denn er dachte, dieser könnte es unterschlagen und selber verzehren. –
10Wieso heißt es, es gebe für ihn kein anderes Mittel!? – Er meint es wie folgt: da er anderen nicht traute, so gab es für ihn kein anderes Mittel, als sie durch Grundbesitz zuzueignen. –
11Komm und höre: Einst reisten R. Gamliél und die Ältesten auf einem Schiffe. Da sprach R. Gamliél zu den Ältesten: Der Zehnt, den ich zumessen werde,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.