Kidduschin — Blatt 72a
1die Perser aber haben sie jetzt höher gelegt. Abajje fragte R. Joseph: Wie weit auf der anderen Seite des Euphrat? Dieser erwiderte: Du denkst wohl an Biram, aber die Vornehmen von Pumbeditha heiraten aus Biram.
2R. Papa sagte: Wie sie hinsichtlich der Legitimität streiten, so streiten sie auch hinsichtlich der Scheidung. R. Joseph aber sagte, sie streiten nur hinsichtlich der Legitimität, hinsichtlich der Scheidung aber stimmen alle überein, daß es bis zur zweiten Bachweide der Brücke reiche.
3Rami b. Abba sagte: Der Küstenstrich ist die Krone von Babylonien. Sonja und Gobja sind die Krone des Küstenstriches. Rabina sagt, auch Çiçora. Ebenso wird auch gelehrt: Ḥanan b. Pinḥas sagte: Der Küstenstrich ist die Krone von Babylonien. Sonja, Gobja und Çiçora sind die Krone des Küstenstriches. R. Papa sagte: Jetzt aber sind Samaritaner mit ihnen vermischt. Dem ist aber nicht so; er wollte von da eine Frau heiraten, und sie gaben ihm keine. – Welches ist der Küstenstrich? R. Papa erwiderte: Das ist [die Gegend am] Euphrat bei Borsippa.
4Einst sagte jemand, er sei aus Šašmešoṭ. Da stand R. Jiçḥaq der Schmied (auf seine Füße) auf und sprach: Šašmešoṭ liegt zwischen den Flüssen. – Was ist denn dabei, daß es zwischen den Flüssen liegt? Abajje erwiderte im Namen des R. Ḥama b. U͑qaba im Namen des R. Jose b. R. Ḥanina: [Der Landstrich] zwischen den Flüssen gleicht hinsichtlich der Legitimität der Diaspora. – Wo liegt dieser? R. Joḥanan erwiderte: Von Ihideqara aufwärts. – R. Joḥanan sagte ja aber, bis zur Furt von Gizma!? Abajje erwiderte: Ein Streifen ragt hinaus.
5R. Iqa b. Abin sagte im Namen R. Ḥananéls im Namen Rabhs: Ḥalvan (Nahavend) gleicht hinsichtlich der Legitimität der Diaspora. Abajje sprach: Hört nicht auf ihn; ihm ist da eine Eheschwägerin zugefallen. Jener entgegnete: Ist dies denn von mir, dies stammt ja von R. Ḥananél!? Hierauf fragten sie R. Ḥananél, und er erwiderte ihnen: Folgendes sagte Rabh: Ḥalvan (Nahavend) gleicht hinsichtlich der Legitimität der Diaspora.
6Er streitet somit gegen R. Abba b. Kahana, denn R. Abba b. Kahana sagte: Es heißt: er führte sie nach Ḥalaḥ, Ḥabor, dem Strome Gozen und den Städten von Madaj. Ḥalaḥ ist Ḥalvan; Ḥabor ist Adiabene; dem Strome Gozen, das ist Ganzaka; den Städten Madajs, das ist Ḥamadan und seine Nachbarorte. Manche sagen, es sei Nahavend und seine Nachbarorte. –
7Welche sind seine Nachbarorte? Šemuél erwiderte: Karak, Moski, Ḥosqi und Romqi. Hierzu sagte R. Joḥanan: Alle sind sie bemakelt. Er glaubte, Moski sei Moskani. R. Ḥija b. Abba sagte ja aber im Namen Šemuéls, Moskani gleiche hinsichtlich der Legitimität der Diaspora!? – Vielmehr, Moski und Moskani sind verschiedene [Orte].
8Und drei Rippen in seinem Maule, zwischen seinen Zähnen. R. Joḥanan sagte: Das sind Ḥalvan. Adiabene und Nezibis, die es zuweilen verschlingt und zuweilen freigibt.
9Darauf erschien ein anderes Tier, ein zweites, das glich einem Bären. R. Joseph lehrte: Das sind die Perser, die wie ein Bär essen und trinken, wie ein Bär beleibt sind, wie ein Bär das Haar wachsen lassen und wie ein Bär keine Ruhe haben. Wenn R. Ami einen Perser reiten sah, sagte er: Da ist ein Wanderbär.
10Rabbi sprach zu Levi: Zeige mir die Perser. Dieser erwiderte: Sie gleichen den Truppen des Davidischen Hauses. – Zeige mir die Geber. Dieser erwiderte: Sie gleichen den Teufeln. – Zeige mir die A͑raber. – Sie gleichen den Dämonen des Abortes. – Zeige mir die Schriftgelehrten von Babylonien. – Sie gleichen den Dienstengeln.
11Als die Seele Rabbis zur Ruhe einkehrte, sprach er: In Babylonien gibt es ein Humania, das ganz aus A͑mmonitern besteht. In Babylonien gibt es ein Sasgarja, das ganz aus Hurenkindern besteht. In Babylonien gibt es ein Birqa, in dem zwei Brüder vorhanden sind, die ihre Frauen mit einander tauschen. In Babylonien gibt es eine Burg der Abtrünnigkeit, und heute fielen sie von Gott ab. Sie ließen nämlich am Šabbath den Teich Fische anschwemmen und fingen sie am Šabbath. R. Aḥi b. R. Jošija tat sie in den Bann, und sie wurden vertilgt. In Babylonien gibt es eine Burg Agma, in der ein Ada b. Ahaba ist,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.