Kidduschin — Blatt 76b

1auf eine Levitin und eine Jisraélitin zu beziehen, die Barajtha aber, sollte sie streiten? – Nein, unter ‘noch eine’ ist noch ein Paar zu verstehen.

2R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Dies ist die Ansicht R. Meírs, die Weisen aber sagen, jede Familie befinde sich im Zustande der Makellosigkeit. – Dem ist ja aber nicht so, R. Ḥama b. Gorja sagte ja im Namen Rabhs, unsere Mišna spreche von dem Falle, wenn über ihn eine Anfechtung vorhanden ist!? – Wer das eine lehrte, lehrte das andere nicht.

3Manche lesen: R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Dies ist die Ansicht R. Meírs, die Weisen aber sagen, jede Familie befinde sich im Zustande der Makellosigkeit. Hierzu sagte R. Ḥama b. Gorja im Namen Rabhs: Wenn über eine [Familie] eine Anfechtung vorhanden ist, so muß sie untersucht werden.

4MAN UNTERSUCHE NICHT ÜBER DEN ALTAR HINAUS. Aus welchem Grunde? – Wenn man ihn nicht untersucht hätte, würde man ihn nicht hinaufgebracht haben. NOCH ÜBER DIE ESTRADE HINAUS. Aus welchem Grunde? – Der Meister sagte: da saßen die [Untersuchenden der] Herkunft der Priester und der Leviten.

5NOCH ÜBER DAS SYNEDRIUM HINAUS. Aus welchem Grunde? R. Joseph lehrte: Wie das Gericht hinsichtlich der Gerechtigkeit rein sein muß, ebenso muß es von jedem Makel rein sein. Meremar sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers: alles an dir ist schön, meine Traute, kein Makel ist an dir. –

6Vielleicht ein wirkliches Gebrechen!? R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Die Schrift sagt: sie sollen sich da mit dir aufstellen, mit dir, die dir gleichen. –

7Vielleicht wegen der Göttlichkeit!? R. Naḥman erwiderte: Die Schrift sagt: sie sollen mit dir tragen, die dir gleichen.

8DIEJENIGEN, VON DENEN BEKANNT IST, DASS IHRE VORFAHREN GEMEINDEBEAMTE &C. Demnach werden Bemakelte nicht als solche eingesetzt, und dem widersprechend wird gelehrt, jeder sei zulässig, in Geldangelegenheiten zu richten, und nicht jeder sei zulässig, in Todesstrafsachen zu richten, und auf unsere Frage, was das ‘jeder’ einschließe, erwiderte R. Jehuda, dies schließe ein Hurenkind ein!? Abajje erwiderte: In Jerušalem. Ebenso lehrte R. Šimo͑n b. Zera im [Traktate von der] Trauung nach [Rezension] Levis: in Jerušalem.

9ALMOSENEINNEHMER WAREN, DÜRFEN VERHEIRATEN. Aus welchem Grunde? Weil sie mit den Leuten zanken, denn der Meister sagte, man pfände wegen der Almosenbeiträge, selbst am Vorabend des Šabbaths, und wenn ihnen etwas anhaftet, wird dies bekannt.

10Der Wirt des R. Ada b. Ahaba, der Proselyt war, stritt mit R. Bebaj; einer sagte, er wolle die Aufsicht über die Stadt übernehmen, und der andere sagte, er wolle die Aufsicht über die Stadt übernehmen. Als sie hierauf zu R. Joseph kamen, sprach er zu ihnen: Es wird gelehrt: Du sollst einen König über dich setzen, aus der Mitte deiner Brüder; in jedes Amt, das du zu besetzen hast, darfst du nur einen aus der Mitte deiner Brüder einsetzen.

11R. Ada b. Ahaba sprach zu ihm: Auch wenn seine Mutter von Jisraéliten stammt? – Dann heißt dies: aus der Mitte deiner Brüder. Daher mag R. Bebaj, der ein bedeutender Mann ist, sich mit den religiösen Dingen befassen, und der Meister befasse sich mit den städtischen Angelegenheiten. Abajje sagte: Wer einen Gelehrtenjünger bei sich wohnen haben will, wähle einen, wie R. Ada b. Ahaba, damit er seine Interessen wahrnehme.

12R. Zera bemühte sich mit ihnen. Rabba b. Abuha bemühte sich mit ihnen. Im Westen stellten sie aus ihnen nicht einmal einen Maßaufseher an. In Nehardea͑ stellten sie aus ihnen nicht einmal einen Zisternenaufseher an.

13R. JOSE SAGT, AUCH &C. Aus welchem Grunde? Sie waren beim Eintragen vorsichtig.

14R. ḤANINA B. ANTIGONOS &C. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Dies gilt von den Truppen des Davidischen Hauses. R. Joseph sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers: und ihre Verzeichneten im Kriegsheere. – Aus welchem Grunde? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Damit ihre Verdienste und die Verdienste ihrer Vorfahren ihnen beistehen. –

15Unter ihnen war ja Çeleq der A͑mmoniter, der wahrscheinlich von A͑mmon stammte!? – Nein, er wohnte in A͑mmon. – Unter ihnen war ja Urija der Ḥitti, der wahrscheinlich von Ḥeth stammte!? – Nein, er wohnte in Ḥeth. –

16Unter ihnen war ja Itaj der Gitti!? Wolltest du sagen, auch er wohnte in Gath, so sagte ja R. Naḥman: Ittaj der Gitti kam und entheiligte sie!?

17Ferner sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: David hatte vierhundert Kinder, es waren Kinder von den schönen Frauen; alle schoren sie sich Qomi und trugen Nackenlocken, fuhren in goldenen Wagen und gingen an der Spitze von Raubtruppen; diese waren die Faustmänner des Davidischen Hauses. – Sie gingen nur zur Einschüchterung.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.