Makkot — Blatt 23b
1daß er nach ihnen tueund durch sie lebe; HIERAUS ALSO, DASS MAN DEN, DER DASITZT UND KEINE SÜNDE BEGEHT, EBENSO BELOHNT WIE DEN, DER EIN GEBOT AUSGEÜBT HAT.
2R. ŠIMO͑N B. RABBI SAGTE: ES HEISST:nur sei fest, das Blut nicht zu essen, denn das Blut ist das Leben &c.; WENN NUN DERJENIGE, DER SICH DES BLUTES ENTHÄLT, VOR DEM DER MENSCH SICH EKELT, EINE BELOHNUNG ERHÄLT, UM WIEVIEL MEHR ERWIRBT DERJENIGE VERDIENSTE, DER SICH DES RAUBES UND DER UNZUCHT ENTHÄLT, NACH DENEN DIE SEELE DES MENSCHEN VERLANGT UND GELÜSTET, FÜR SICH, FÜR SEINE NACHKOMMEN UND FÜR DIE NACHKOMMEN SEINER NACHKOMMEN, BIS ANS ENDE ALLER GENERATIONEN.
3R. ḤANINA B. A͑QAŠJA SAGTE: DER HEILIGE, GEPRIESEN SEI ER, WOLLTE JISRAÉL. VERDIENSTLICH MACHEN, DAHER VERLIEH ER IHNEN DAS GESETZ UND VIELE GEBOTE, WIE ES HEISST:dem Herrn gefiel es um seiner Gerechtigkeit willen, seine Lehre groß und ausgedehnt zu machen.
4GEMARA. R. Joḥanan sagte: Seine Kollegen streiten gegen R. Ḥananja b. Gamliél. R. Ada b. Aba sagte im Namen der Schule Rabhs: Demgemäß haben wir auch gelernt: Ein Unterschied zwischen dem Šabbath und dem Versöhnungstage besteht nur darin, daß die absichtliche [Entweihung] des ersten durch Menschenhände und die absichtliche [Entweihung] des anderen mit Ausrottung bestraft wird. Wenn dem nun sowäre, so werden ja beide durch Menschenhände bestraft.
5R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Dies nach R. Jiçliaq, welcher sagte, für die der Ausrottung Schuldigen gebe es keine Geißelung. Es wird nämlich gelehrt: R. Jiçḥaq sagte: Die der Ausrottung Schuldigen werden ja gemeinsamgenannt, weshalb wird nun die Ausrottung wegen [der Blutschande an] einer Schwester besonders hervorgehoben? Daß diese nur mit der Ausrottung und nicht mit der Geißelung bestraft wird.
6R. Aši erklärte: Du kannst auch sagen, nach den Rabbanan, denn die vorsätzliche [Entweihung] des einen wird vornehmlich durch Menschenhände und die vorsätzliche [Entweihung] des anderen wird vonehmlich durch den Himmel bestraft.
7R. Ada b. Abaha sagte im Namen Rabhs: Die Halakha ist wie R. Ḥananja b. Gamliél. R. Joseph sprach: Wer war denn oben, kam zurück und sagte dies? Abajje sprach zu ihm: R. Jehošua͑ b. Levi sagte ja, das irdische Gericht habe drei Dinge verfügt und das himmlische Gericht ihm beigestimmt; wer war denn oben, kam zurück und sagte dies!? Vielmehr mußt du sagen, wir entnehmen dies durch Auslegung eines Schriftverses.
8Der Text. R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Drei Dinge verfügte das irdische Gericht und das himmlische Gericht stimmte ihnen bei: das Lesender Esterrolle, die Begrüßung [mit dem Gottesnamen] und das Bringen des Zehnten.
9Das Lesen der Esterrolle, denn es heißt:sie bestätigten es und es nahmen die Juden auf sich, sie bestätigten es droben, was sie hienieden auf sich genommen hatten.
10Die Begrüßung, denn es heißt: da kam eben Boa͑z aus Beth Leḥem und redete die Schnitter an: Der Herr sei mit euch. Ferner heißt es:der Herr sei mit dir, du tapferer Held.
11Das Bringen des Zehnten, denn es heißt:bringt den Zehnten ganz in das Schatzhaus, daß sich Zehrung in meinem Hause befinde, und versucht es auf diese Weise mit mir, Spruch des Herrn der Heerscharen, ob ich euch dann nicht die Schleusen des Himmels öffne und euch übergenug mit Segen überschütte. – Was heißt: übergenug? Rami b. Rabh erwiderte: Bis eure Lippen müdewerden, ‘genug’ zu rufen.
12R. Elea͑zar sagte: An drei Stellen pflegte der heilige Geist zu erscheinen: im Lehrhaus Šems, im Lehrhaus Šemuéls aus Rama und im Lehrhaus Šelomos. Im Lehrhaus Šems, denn es heißt:da erkannte sie Jehuda und sprach: Sie ist in ihrem Rechte gegen mich; woher wußte er dies nun, ebensogut wie er zu ihr gegangen ist, kann doch auch ein anderer zu ihr gegangen sein? Vielmehr ertönte eine Hallstimme und sprach: Durch mich kommen die Geheimnisse heraus.
13Im Lehrhaus Šemuéls, denn es heißt:Da bin ich, tretet gegen mich auf, vor dem Herrn und seinem Gesalbten! Wessen Ochs habe ich weggenommen &c. Sie erwiderten: Du hast uns nicht bedrückt und uns keine Gewalt angetan &c. Da sprach er [zu ihnen]: Der Herr ist Zeuge &c. und sein Gesalbter ist Zeuge &c. Daß ihr in meiner Hand nichts gefunden habt. Da sprach er: Zeuge Wieso heißt es: er sprach, es sollte doch heißen: sie sprachen? Vielmehr ertönte eine Hallstimme und sprach: Ich bin Zeuge in dieser Sache.
14Im Lehrhaus Šelomos, denn es heißt:da entschied der König; Gebt ihr das lebendige Kind und tötet es nicht, denn sie ist seine Mutter. Woher wußte er dies, vielleicht war es nur eine List von ihr? Vielmehr ertönte eine Hallstimme und sprach: Diese ist seine Mutter.
15Raba entgegnete: Wieso ist dies erwiesen, vielleicht hatte Jehuda die Monate und die Tage ausgerechnet und es stimmte, und man, hält sich nur an das, was man sieht, nicht aber an das, was man nicht sieht.
16Und vielleicht spricht er bei Šemuél von ganz Jisraél in der Einzahl, wie es auch heißt: Jisraél ist durch den Herrn gerettet.
17Und bei Šelomo ebenfalls, weil die eine [Frau] Liebe zeigte und die andere keine Liebe zeigte. Vielmehr, dies ist eine Überlieferung.
18[R. HANANJA B. A͑ZAŠJA SAGTE &C.] R. Šimlaj trug vor: Sechshundertdreizehn Vorschriften sind Moše überliefert worden; dreihundertfünfundsechzig [Verbote], entsprechend den Tagen des Sonnenjahres, und zweihundertachtundvierzig [Gebote], entsprechend den Gliedern des Menschen. R. Hamnuna sagte: Welcher Schriftvers deutet hierauf?Ein Gesetz verordnete uns Moše zum Erbbesitze für die Gemeinde Ja͑qobs; der Zahlenwert [des Wortes] Tora [Gesetz] beträgt soviel.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.