Makkot — Blatt 2a
1IN WELCHEN FÄLLEN WERDEN DIE ZEUGEN ÜBERFÜHRTE FALSCHZEUGEN? [SAGTEN SIE:] WIR BEKUNDEN, DASS JENER [PRIESTER] DER SOHN EINER GESCHIEDENEN ODER DER SOHN EINER ḤALUÇA IST, SO SAGE MAN NICHT, DASS [DER ZEUGE] AN SEINER STELLE ALS SOHN EINER GESCHIEDENEN ODER EINER ḤALUÇA ERKLÄRT WERDE, VIELMEHR ERHÄLT ER DIE VIERZIG STREICHE.
2[SAGTEN SIE:] WIR BEKUNDEN, DASS JENER MANN SICH DER VERBANNUNG SCHULDIG GEMACHT HAT, SO SAGE MAN NICHT, DASS [DER ZEUGE] AN SEINER STELLE IN DIE VERBANNUNG GEHE, VIELMEHR ERHÄLT ER DIE VIERZIG STREICHE.
3GEMARA. Es sollte ja heißen: in welchen Fällen werden die Zeugen keine überführten Falschzeugen!? Ferner, weiter wird gelehrt: Wenn sie aber zu ihnen sagen: wieso könnt ihr dies bekunden, an jenem Tage wart ihr ja mit uns zusammen an jenem Orte, so sind jene überführte Falschzeugen. Demnach sind ja die anderen keine überführten Falschzeugen!? –
4Unser Autor bezieht sich auf jene Lehre: Alle überführten Falschzeugen verfallen zuerst demselben Tode, ausgenommen die überführten Falschzeugen wider eine Priesterstochter und ihren Buhlen; diese verfallen nämlich nicht diesem Tode, sondern einem anderen Tode.
5Es gibt aber überführte Falschzeugen, die der für solche bestimmten Strafe überhaupt nicht verfallen, sondern die vierzig Streiche erhalten. In welchem Falle? [Sagten sie:] Wir bekunden, daß jener [Priester] der Sohn einer Geschiedenen oder der Sohn einer Ḥaluça ist, so sage man nicht, daß [der Zeuge] an seiner Stelle als Sohn einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça erklärt werde, vielmehr erhält er die vierzig Streiche. –
6Woher dies? R. Jehošua͑ b. Levi erwiderte im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš: Die Schrift sagt: so sollt ihr über ihn das verhängen, was er gedacht hat &c., über ihn, nicht aber über seine Kinder. – Sollte man doch nur ihn selbst als [für die Priesterschaft] untauglich erklären und nicht seine Kinder!? – Es heißt: was er gedacht hat, was dann nicht der Fall wäre.
7Bar Pada erklärte: es ist [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn der Entweihendenicht entweiht wird, um wieviel weniger wird der entweiht, der einen anderen nur entweihen wollte, dies aber nicht vollbracht hat. Rabina wandte ein: Demnach hast du ja das Gesetz von den überführten Falschzeugen aufgehoben:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.