Sanhedrin — Blatt 113b
1war empfindlich. Er pflegte zu ihm zu kommen, dann aber blieb er drei Tage aus und kam nicht. Als er wieder kam, fragte ihn jener, weshalb er nicht gekommen sei. Dieser erwiderte: Weil du mich empfindlich genannt hast. Jener entgegnete: Da haben wir es ja, daß der Meister empfindlich ist.
2Nichts von dem mit dem Banne Belegten soll an deiner Hand kleben bleiben. SOLANGE, SICH FREVLER AUF DER WELT BEFINDEN, BEFINDET SICH ZORNESGLUT AUF DER WELT &C. Wer sind die Frevler? R. Joseph erwiderte: Die Diebe.
3Die Rabbanan lehrten: Kommt ein Frevler in die Welt, so kommt Zornesglut über die Welt, denn es heißt: wo der Gottlose kommt, da kommt Verachtung, und mit der Schande Schmach. Schwindet ein Frevler aus der Welt, so kommt Güte über die Welt, denn es heißt: wenn die Frevler umkommen [ertönt] Jubel. Scheidet ein Frommer aus der Welt, so kommt Unglück über die Welt, denn es heißt: der Fromme ist dahin, ohne daß jemand es zu Herzen nimmt, Männer der Liebe werden dahingerafft, ohne daß jemand es merkt, daß vor [Eintritt] des Unglücks der Fromme dahingerafft wurde. Kommt ein Frommer in die Welt, so kommt Güte über die Welt, denn es heißt: dieser wird uns trösten in unserer Arbeit und der Mühsal unserer Hände.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.