Megilla — Blatt 23a
1und Raba, die sich nur verbeugten.
2AN EINEM FESTTAGE [LESEN] FÜNF, AM VERSÖHNUNGSTAGE SECHS &C. Wer [ist der Autor] unserer Mišna: weder R. Jišma͑él noch R. A͑qiba!? Es wird nämlich gelehrt: An einem Festtage fünf, am Versöhnungstage sechs und am Šabbath sieben, weder weniger noch mehr – so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt: an einem Festtage fünf, am Versöhnungstage sieben und am Šabbath sechs, nicht weniger, wohl aber mehr.
3Wer nun: wenn R. Jišma͑él, stimmt ja nicht das mehr, und wenn R. A͑qiba, so stimmt ja nicht die Zahl sechs und sieben!?
4Raba erwiderte: Es ist der Tanna aus der Schule R. Jišma͑éls, denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Am Festtage fünf, am Versöhnungstage sechs und am Šabbath sieben, nicht weniger, wohl aber mehr – so R. Jišma͑él. –
5Demnach befindet sich ja R. Jišma͑él mit sich selbst in Widerspruch!? – Zwei Tannaím streiten über die Ansicht R. Jišma͑éls. –
6Wer [ist der Autor] der folgenden Lehre: Am Festtage komme man spät [ins Bethaus] und gehe frühfort, am Versöhnungstage komme man früh und gehe spät fort, am Šabbath komme man früh und gehe früh fort? Wohl R. A͑qiba, welcher sagt, [am Versöhnungstage] lese einer mehr. – Du kannst auch sagen, R. Jišma͑él, und zwar aus dem Grunde, weil an diesem der Gottesdienst umfangreicher ist.
7Wem entsprechen diese drei, (vier), fünf, (sechs) und sieben? – Hierüber streiten R. Jiçḥaq b. Naḥmani und noch jemand, das ist R. Šimo͑n b. Pazi; manche sagen: R. Šimo͑n b. Pazi und noch jemand, das ist R. Jiçḥaq b. Naḥmani, und wie manche sagen, R. Šemuél b. Naḥmani: einer sagt, entsprechend dem Priestersegen, und einer sagt, entsprechend den drei Schwellenhütern, den fünf von den Männern aus der Umgebung des Königs, und den sieben, die den König umgeben.
8R. Joseph lehrte: Drei, fünf und sieben: drei Schwellenhüter, fünf von den Männern aus der Umgebung des Königs, und sieben, die den König umgeben. Abajje sprach zu ihm: Weshalb hat es uns der Meister bisher nicht erklärt? Dieser erwiderte: Ich wußte nicht, daß ihr der Erklärung braucht, habt ihr mich denn nach einer solchen gefragt und ich sie euch verweigert!?
9Ja͑qob der Minäer fragte R. Jehuda: Wem entsprechen die sechs des Versöhnungstages? Dieser erwiderte: Entsprechend den sechs Männern, die zur Rechten, und den sechs, die zur Linken E͑zras gestanden haben, wie es heißt: und Ezra, der Schriftgelehrte, stand auf einem hölzernen Gerüste, das sie für diesen Zweck errichtet hatten, und neben ihm standen Matithja, Šema͑, A͑anja, Urija, Ḥilqija und Maa͑seja zu seiner Rechten, und Pedaja, Mišaél, Malkija, Ḥašum, Ḥašbadana, Zekharja und Mešullam zu seiner Linken. –
10Es sind ja sieben!? – Mešullam ist Zekharja, und nur deshalb wird er Mešullam genannt, weil er vollständig [mišlam] war in seinen Taten.
11Die Rabbanan lehrten: Jeder ist zu den sieben zulässig, selbst ein Minderjähriger und selbst eine Frau; jedoch sagten die Weisen, eine Frau dürfe aus Achtung vor der Gemeinde aus der Tora nicht vorlesen.
12Sie fragten: Darf derjenige, der die Haphṭara liest, zu den sieben mitgezählt werden? – R. Hona und R. Jirmeja b. Abba [streiten hierüber]; einer sagt, er werde mitgezählt, und einer sagt, er werde nicht mitgezählt.
13Einer sagt, er werde mitgezählt, da er ja vorliest; einer sagt, er werde nicht mitgezählt, denn U͑la sagte: Weshalb liest derjenige, der die Haphṭara liest, vorher aus der Tora? Wegen der Achtung der Tora. Wenn dies nur wegen der Achtung der Tora erfolgt, so wird er nicht mitgezählt.
14Man wandte ein: Wer die Haphṭara aus den Propheten liest, lese nicht weniger als einundzwanzig Verse, entsprechend den sieben, die aus der Toralesen: Wenn dem nun so wäre, so wären es ja vierundzwanzig!? – Da dies nur zu Ehren der Tora erfolgt,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.