Megilla — Blatt 23b
1so ist es ihm entsprechend nicht nötig.
2Raba wandte ein: [Die Haphṭara] Fügt eure Brandopfer hinzu hat ja keine einundzwanzig Verse, und wir lesen ihn!? – Anders ist es bei diesem, wo das Thema abbricht. –
3Ist dies denn nicht der Fall, auch wo das Thema nicht abbricht, R. Šemuél erzählte ja: Oft stand ich vor R. Joḥanan, und als wir zehn Verse gelesen hatten, sprach er zu uns: Hört auf!? – Anders ist es, wenn ein Dolmetsch vorhanden ist; R. Taḥlipha b. Šemuél lehrte nämlich: Dies nur, wenn kein Dolmetsch vorhanden ist, wenn aber ein Dolmetsch vorhanden ist, höre man früher auf.
4MAN ZELEBRIERTNICHT DAS ŠEMA͑, TRITT NICHT VOR DIE LADE, ERHEBT NICHT DIE HÄNDE [ZUM PRIESTERSEGEN], LIEST NICHT AUS DER TORA VOR, LIEST NICHT DIE HAPHṬARA AUS DEN PROPHETEN,
5VERANSTALTET KEIN STEHEN UND SITZEN, SPRICHT NICHT DEN TRAUERSEGEN, TROSTWORTE AN DIE LEIDTRAGENDEN UND DEN HOCHZEITSSEGEN UND VERANSTALTET KEINE VORBEREITUNG ZUM GEMEINSCHAFTLICHENTISCHSEGEN MIT NENNUNG DES GOTTESNAMENS, WENN WENIGER ALS ZEHN [PERSONEN ANWESEND SIND]. ZUR [AUSLÖSUNG VON] GRUNDSTÜCKENSIND NEUN [MÄNNER] UND EIN PRIESTER ERFORDERLICH. DESGLEICHEN BEI MENSCHEN.
6GEMARA. Woher dies? R. Ḥija b. Abba erwiderte im Namen R. Joḥanans: Die Schrift sagt:damit ich in der Mitte der Kinder Jisraél geheiligt werde; bei keiner heiligen Handlung dürfen es weniger als zehn sein. –
7Wieso geht dies hieraus hervor? – R. Ḥija lehrte: Dies geht aus [dem Worte] Mitte hervor; hier heißt es: damit ich in der Mitte der Kinder Jisraél geheiligt werde, und dort heißt es: sondert euch ab aus der Mitte dieser Gemeinde.
8Ferner folgere man aus [dem Worte] Gemeinde, denn es heißt: wie lange noch soll es mit dieser bösen Gemeinde währen? Wie es da zehn [Personen] waren, ebenso auch hier zehn.
9VERANSTALTET KEIN STEHEN UND SITZEN. Weil man dann zu sagen hat: ‘Steht auf, Verehrte, steht auf! Setzt euch, Verehrte, setzt euch!’ Bei weniger als zehn [Personen] ist dies nicht angebracht.
10SPRICHT NICHT DEN TRAUERSEGEN UND DEN HOCHZEITSSEGEN. Was ist das für ein Trauersegen? – Der Segen auf der Straße. R. Jiçḥaq sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Der Trauersegen ist bei [Anwesenheit von] zehn [Personen] zu sprechen, und die Leidtragenden werden nicht mitgezählt; der Hochzeitssegen ist bei [Anwesenheit von] zehn [Personen] zu sprechen, und der Bräutigam wird mitgezählt.
11VERANSTALTET KEINE VORBEREITUNG ZUM GEMEINSCHAFTLICHEN TISCHSEGEN MIT NENNUNG DES GOTTESNAMENS. Weil man zu sprechen hat: ‘Wir wollen unseren Gott preisen’. Bei weniger als zehn [Personen] ist dies nicht angebracht.
12ZUR [AUSLÖSUNG VON] GRUNDSTÜCKEN SIND NEUN [MÄNNER] UND EIN PRIESTER ERFORDERLICH. (DESGLEICHEN BEI MENSCHEN.) Woher dies?
13Šemuél erwiderte: Zehn Mal wird [das Wort] Priester in diesem Abschnitte genannt; einmal ist es an sich nötig und die übrigen sind eine Ausschliessung nach einer Ausschließung, und eine Ausschließung nach einer Ausschließung ist einschließend: neun Jisraéliten und ein Priester. –
14Vielleicht fünf Jisraéliten und fünf Priester!? – Ein Einwand.
15DESGLEICHEN MENSCHEN. Kann denn ein Mensch heilig werden!?
16R. Abahu erwiderte: Wenn jemand sagt: ‘Ich spende meinen Geldwert’. Es wird nämlich gelehrt: Sagt jemand: ‘Ich spende meinen Geldwert’, so wird er wie ein Sklave geschätzt. Sklaven gleichen Grundstücken, denn es heißt: ihr mögt sie auf eure Kinder nach euch vererben, daß sie ihr Eigentum seien.
17WER AUS DER TORA VORLIEST, LESE NIGHT WENIGER ALS DREI VERSE. MAN LESE DEM DOLMETSCH NIGHT MEHR ALS EINEN VERS VOR, AUS
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.