Meïla — Blatt 14b
1Man wandte ein: Wofür verwandte man den Überschußdes Räucherwerkes? Man reservierte ihn als Lohn für die Werkmeister.
2Man weihte ihn aus durch das Geld für die Werkmeister und gab ihn den Werkmeistern, sodann kaufte man ihn von diesen zurück [für Geld] von der neuen Hebe.
3Weshalb denn, man sollte ihn ja durch Bauarbeiten ausweihen!? –
4Wenn keine Bauarbeiten da sind. – Er spricht ja vom Gelde für die Werkmeister!? – Wenn keine Bauarbeiten entsprechend dem Gelde da sind. –
5Šemuél sagte ja aber, wenn man Heiliges im Werte einer Mine durch den Wert einer Peruta ausgeweiht hat, sei die Ausweihung gültig!? – Dies nur, wenn bereits geschehen, von vornherein aber nicht.
6R. Papa erklärte: Folgendes ist der Grund, weshalb man profan baute: die Tora ist nicht für die Dienstengelgegeben worden. Es kann nämlich vorkommen, daß jemand sich anlehnen will und sich daranlehnt, und wenn man heilig baut, ergibt es sich, daß man dadurch eine Veruntreuung am Geheiligten begeht. –
7Wir haben gelernt: Wenn die Schatzmeister Holz gekauft haben, so gibt es eine Veruntreuung [beim Holze], nicht aber bei den Hobelspänen und nicht beim Laube.
8Weshalb gibt es dabei eine Veruntreuung, man sollte doch profan [bauen]!? – Ich will dir sagen, wenn jemand sich daranlehnt, ergibt es sich, daß er eine Veruntreuung am Geheiligten begeht.
9R. Papa erwiderte: Beim Holze für später ist dem auch so, unsere Mišna aber spricht vom Holze für denselben Tag.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.