Meïla — Blatt 17a

1Dieser erwiderte: Der Allbarmherzige vergleicht sienur miteinander hinsichtlich des Verbotes, sich durch diese zu beekeln, nicht aber hinsichtlich des Quantums.

2DAS BLUT EINES KRIECHTIERES UND SEIN FLEISCH WERDEN MITEINAN DERVEREINIGT. R. JEHOŠUA͑ SAGTE EINE REGEL: GLEICHEN SIE EINANDER HINSICHTLICH DER UNREINHEITUND DES QUANTUMS, SO WERDEN SIE MITEINANDER VEREINIGT,

3WENN HINSICHTLICH DER UNREINHEIT UND NICHT HINSICHTLICH DES QUANTUMS, HINSICHTLICH DES QUANTUMS UND NICHT HINSICHTLICH DER UNREINHEIT, ODER WEDER HINSICHTLICH DER UNREINHEIT NOCH HINSICHTLICH DES QUANTUMS, SO WERDEN SIE NICHT MITEINANDER VEREINIGT.

4GEMARA. R. Ḥanin sagte im Namen Rabhs: Mit diesenzusammen.

5R.Jose b. R. Ḥanina wandte ein: Die unrein sind, dies lehrt, daß sie miteinander vereinigt werden, auch ein Kriechtier mit einem Kriechtiere, ein Kriechtier mit Blut, ob eines Namens oder zweier Namen!?

6R.Joseph erwiderte: Das ist kein Einwand; eines gilt vom ganzen und eines gilt von Teilen. –

7Woher entnimmst du dies? – Es wird gelehrt: Wenn esauf den Estrich ausgeschüttet worden und die Stelle abschüssigist, so ist er, wenn er einen Teil bezeltet, rein, und wenn alles, unrein.

8Was heißt nun einen Teil: wollte man sagen, einen Teil des Blutes, so sagte ja R. Ḥanina im Namen Rabbis, wer ein Viertellog Blut umgerührthat, sei rein.

9Vielmehr gilt eines von einer ganzen [Leiche] und eines von einem Teile. Schließe hieraus.

10R. Mathja b. Ḥereš fragte R. Šimo͑n b. Joḥaj in Rom: Woher, daß das Blut der Kriechtiere unrein ist? Dieser erwiderte: Die Schrift sagt: dies sei euch unrein.

11Seine Schüler sprachen zu ihm: Der Sohn Joḥajs kam ihm klug. Da sprach er zu ihnen: Es ist eine offenkundige Lehre aus dem Munde des R. Elea͑zar b. R. Jose. Einst verhängte nämlich die ruchlose Regierung eine Religionsverfolgung, den Sabbath nicht zu halten, die Söhne nicht zu beschneiden und Menstruierenden beizuwohnen.

12Da ging (R.) Reuben b. Istrobili und ließ sich das Haar qomischneiden, sodann setzte er sich zu ihnen und sprach: Wünscht, wer einen Feind hat, daß dieser arm werde, oder daß er reich werde? Sie erwiderten ihm: Daß er arm werde. Da sprach er zu ihnen: So mögen sie am Sabbath keine Arbeit verrichten, damit sie verarmen. Da sprachen sie: Du hast recht. Hierauf sprach er: So möge man [die Verordnung] aufheben. Und sie hoben sie auf.

13Alsdann sprach er zu ihnen: Wünscht, wer einen Feind hat, daß dieser abmagere, oder daß er kräftig werde? Sie erwiderten ihm: Daß er abmagere. Da sprach er zu ihnen: So mögen sie ihre Kinder mit acht Tagen beschneiden, damit sie abmagern. Da sprachen sie: Du hast recht. Hierauf sprach er [dasselbe], und sie hoben es auf.

14Alsdann sprach er zu ihnen: Wünscht, wer einen Feind hat, daß dieser sich vermehre, oder daß er sich vermindere? Sie erwiderten ihm: Daß er sich vermindere. – Wenn dem so ist, so lasset sie keiner Menstruierenden beiwohnen. Da sprachen sie: Du hast recht. Hierauf sprach er [dasselbe], und sie hoben es auf.

15Als sie aber später merkten, daß er Jude sei, widerriefen sie es. Hierauf sprachen sie: Wer soll nun gehen und die Verhängnisse vereiteln?

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.