Meïla — Blatt 7a
1die Absicht sei wirksam auch beim Abhandengekommenenund beim Verbrannten.
2Das Abhandengekommene und das Verbrannte sind ja nicht auf der Welt, dennoch lehrt er, die Absicht sei wirksam. –
3Kann R. Asi dies denn gesagt haben, R. Asi fragte ja R. Joḥanan, wie es denn sei, wenn man beim fortzugießenden [Blute] beabsichtigt hat, es am folgenden Tagezu tun,
4und R. Zera sprach zu ihm: du hast uns bereits vom Abfallgelehrt. Abfall ist also für die Unreinheit nicht empfänglich,
5weil er unwesentlich ist, ebenso ist beim fortzugießenden [Blute], da es der Vernichtung verfällt, die Absicht wirkungslos. –
6Dem widerspricht ja die Lehre vom Abhandengekommenen und vom Verbrannten!? Raba erwiderte: Lies: über das später Abhandengekommene und Verbrannte.
7R. Papa sagte: Das, was R. A͑qiba sagt, wenn es hinausgekommen ist, sei das Sprengen wirksam, gilt nur von dem Falle, wenn das Fleisch hinausgekommen ist, wenn aber das Blut, so ist das Sprengen, nachdem es hinausgekommen war, nicht wirksam.
8Desgleichen wird gelehrt: Wenn er schweigendgeschlachtet hat und das Blut hinausgekommen ist, so hat er, auch wenn er es später gesprengt hat, nichts ausgerichtet. Bei Hochheiligem gibt es dabei eine Veruntreuung und bei Minderheiligem gibt es dabei keine Veruntreuung.
9R. A͑QIBA SAGTE: (DIES IST ZU VERGLEICHEN).
10R. Elea͑zar sagte: R. A͑qiba sagt es nur von dem Falle, wenn mit einem Male, nicht aber sagt es R. A͑qiba von dem Falle, wenn nacheinander.
11Es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Als ich nach Kephar Phagi ging, begegnete mir ein Greis und er sprach zu mir: Ist R. A͑qiba der Ansicht, daß, wenn es hinausgekommen ist, das Sprengen wirksam ist? Ich erwiderte ihm: Jawohl. Als ich nach Galiläa kam und dies den Kollegen unterbreitete, sprachen sie zu mir: Es ist ja untauglich, wie sollte [das Sprengen] das Untaugliche wohlgefällig machen!?
12Als ich hierauf fortging und dies R. A͑qiba unterbreitete, sprach er zu mir: Mein Sohn, bist du etwa nicht dieser Ansicht? Wenn jemand sein Sündopfer abgesondert hatte und es abhanden gekommen war, und, nachdem er seinerstatt ein anderes abgesondert hat, das erste sich wieder einfindet und nunmehr beide dastehen, gibt es ja eine Veruntreuung bei beiden;
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.