Menachot — Blatt 101a
1was aus dem Dienstgefäße heraus ausgelöst werden kann. –
2Wo wird das Fehlerbehaftete Unreines genannt? – Es wird gelehrt: Und wenn es irgend ein unreines Vieh ist, von dem man dem Herrn kein Opfer bringen darf; die Schrift spricht vom Fehlerbehafteten, das ausgelöst werden soll.
3Du sagst, vom Fehlerbehafteten, das ausgelöst werden soll, vielleicht ist dem nicht so, sondern von einem wirklich unreinen Vieh? Wenn es heißt: wenn es aber unter dem unreinen Vieh ist, so löse er es nach der Schätzung aus, so ist ja vom unreinen Vieh bereits gesprochen, somit spricht [der Schriftvers:] wenn es irgend ein unreines Vieh ist, vom Fehlerbehafteten, das ausgelöst werden soll.
4Man könnte glauben, sie seien auch wegen eines vorübergehenden Leibesfehler auszulösen, so heißt es: von dem man dem Herrn kein Opfer bringen darf, das dem Herrn überhaupt nicht geopfert werden darf, ausgenommen ist ein solches, das heute nicht geopfert werden darf, wohl aber morgen.
5R. Hona b. Manoaḥ wandte ein: Werden Geflügel, Holz, Weihrauch oder Dienstgeräte unrein, so gibt es für sie keine Auslösung, denn die Auslösung ist nur beim Vieh bestimmt worden. Erklärlich ist dies vom Geflügel, da es an sich heilig ist, und [die Auslösung] nur beim Vieh bestimmt worden ist,
6aber Holz, Weihrauch und Dienstgeräte sollen doch ausgelöst werden!?
7Doch wohl aus dem Grunde, weil reine nicht ausgelöst werden können, und diese, auch wenn sie unrein sind, reinen gleichen. Holz und Weihrauch sind keine Speisen, und nur durch die Würde der Heiligkeit erlangen sie die Eigenschaft von Speisen,
8somit ist das Holz, solange es nicht in Scheite zerkleinert, und der Weihrauch, solange er nicht durch das Gefäß geheiligt worden ist, nicht geeignet; und Dienstgeräte, weil sie durch ein Tauchbad Reinigung erlangen können. –
9Nein, tatsächlich kann ich dir erwidern, sind sonst reine wohl auszulösen, bei diesen aber erfolgt dies aus dem Grunde, weil sie nicht häufig sind. –
10Allerdings sind Weihrauch und Dienstgeräte nicht häufig, Holz aber ist ja genügend da!? – Dies gilt auch vom Holze; da der Meister sagte, das Holz, worin ein Wurm sich findet, sei für den Altar untauglich, so ist auch dieses nicht häufig.
11R. Papa sagte: Hätte Šemuél gehört von der Lehre, wenn jemand fehlerfreie [Tiere] vom Tempelreparaturfonds hat erfassen lassen, dürfe man sie nur für den Altar auslösen, weil das, was für den Altar geeignet ist, dem Altar niemals entzogen werden kann, wonach sie, da sie rein sind, nicht ausgelöst werden, obgleich nur ihr Geldwert heilig ist, würde er zurückgetreten sein.
12Dem ist aber nicht so; er hörte davon, und dennoch trat er nicht zurück. Du sagtest ja, jenedürfen deshalb nicht ausgelöst werden, weil sie nicht häufig sind,
13und auch solchesind nicht häufig, weil beim Vieh untauglichmachende Leibesfehler häufig vorkommen, denn schon ein Häutchen am Auge macht es untauglich.
14R. Kahana sagte: Sie sind nur unrein auszulösen, rein aber sind sie nicht auszulösen. Ebenso sagte auch R. Oša͑ja: Sie sind nur unrein auszulösen, rein aber sind sie nicht auszulösen. Manche lesen: R. Oša͑ja sagte: Sie sind auch rein auszulösen.
15R. Elea͑zar sagte: Sie alle sind nur unrein auszulösen, rein aber sind sie nicht auszulösen, ausgenommen das Zehntel Ephades Sündspeisopfers,
16denn die Tora unterscheidet: von seiner Sünde und zu seiner Sünde.
17R. Oša͑ja sagte: Ich hörte, daß, wenn man ein Speisopfer verwerflich gemacht hat, es nach R. Šimo͑nnicht als Speise verunreinigungsfähig sei. Wir haben nämlich gelernt: Das Ungeweihte, die Mischfrucht [eines Weinberges],
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.