Menachot — Blatt 105a
1weil die Schrift damit beginnt,
2oder wenn er vom Kleinvieh gelobt, ein Lamm bringen, weil die Schrift damit beginnt,
3oder wenn er vom Geflügel gelobt, Turteltauben bringen, weil die Schrift damit beginnt,
4während wir gelernt haben, wer ein Brandopfer gelobt, bringe ein Lamm, und wie R. Elea͑zar b. A͑zarja sagt, eine Turteltaube oder eine junge Taube, und R. Jehuda streitet dagegen nicht!? –
5Vielmehr, unter ‘das bekannteste unter den Speisopfern’ ist zu verstehen, es hat keinen Begleitnamen. –
6Jener Autor erklärt ja aber, weil die Schrift damit beginnt!? – Er meint es wie folgt: das bekanntesteunter den Speisopfern, das keinen Begleitnamen hat, ist dasjenige, mit dem die Schrift beginnt. –
7Selbstverständlich, er sagt ja ausdrücklich: Speisopfer aus Feinmehl!? – Es ist nur ein Merkzeichen.
8‘EIN SPEISOPFER ODER EINE ART VON EINEM SPEISOPFER’ &C. R. Papa fragte: Wie ist es, wenn er ‘Arten eines Speisopfers’ [gesagt hat]:
9sind, da er ‘Arten’ gesagt hat, zwei zu verstehen, und ‘eines Speisopfers’ sagte er nur deshalb, weil darunter die Gesamtheit der Speisopfer zu verstehen ist, wie es heißt:dies ist das Gesetz des Speisopfers,
10oder aber ist, da er ‘eines Speisopfers’ gesagt hat, nur eines zu verstehen, und mit ‘Arten eines Speisopfers’ wollte er sagen, daß er eines der verschiedenen Arten Speisopfer spende? –
11Komm und höre: ‘Ein Speisopfer’ oder ‘eine Art von einem Speisopfer’, so bringe er eines. Demnach bringe er, wenn er ‘Arten eines Speisopfers’ sagte, zwei. –
12Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: ‘Speisopfer oder eine Art von Speisopfern’, so bringe er zwei. Demnach bringe er, wenn er ‘Arten eines Speisopfers’ sagte, nur eines!? Vielmehr ist hieraus nichts zu entnehmen. –
13Komm und höre: [Sagte er], er spende eine Art von Speisopfern, so bringe er zwei Speisopfer derselben Art. Demnach bringe er, wenn er ‘Arten eines Speisopfers’ sagte, eines. –
14Vielleicht hat er, wenn er ‘Arten eines Speisopfers’ sagte, zwei Speisopfer zweier Arten zu bringen. –
15Es wird ja aber anders gelehrt: [sagte er,] er spende eine Art von Speisopfern, so bringe er zwei Speisopfer derselben Art, wenn aber, er spende Arten von Speisopfern, so bringe er zwei Speisopfer zweier Arten. Demnach bringe er, wenn er ‘Arten eines Speisopfers’ sagte, eines!? –
16Vielleicht nur nach R. Šimo͑n, welcher sagt, man dürfe ein zur Hälfte aus Kuchen und zur Hälfte aus Fladen bestehendes [Speisopfer] bringen, denn unter ‘Arten eines Speisopfers’ ist ein aus zwei Arten bestehendes Speisopfer zu verstehen,
17nach den Rabbanan aber, welche sagen, man dürfe ein zur Hälfte aus Kuchen und zur Hälfte aus Fladen bestehendes [Speisopfer] nicht bringen, sind zwei Opfer aus zwei Arten zu bringen.
18ICH HABE EINES GENANNT, WEISS ABER NICHT, WELCHES ICH GENANNT HABE, SO BRINGE ER ALLE FÜNF. Wer ist der Autor?
19R. Jirmeja erwiderte: Nicht R. Šimo͑n, denn nach R. Šimo͑n, welcher sagt, man dürfe ein zur Hälfte aus Kuchen und zur Hälfte aus Fladen bestehendes [Speisopfer] bringen, erstreckt sich ja,
20selbst wenn er der Ansicht R. Jehudas ist, daß alle Speisopfer aus zehn[Kuchen] bestehen, der Zweifel auf vierzehn Speisopfer.
21Abajje sagte: Du kannst auch sagen, R. Šimo͑n, denn wir wissen von R. Šimo͑n, daß er der Ansicht ist, man könne [das Opfer] unter Bedingungbringen.
22Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n sagt, am folgenden Tagebringe er sein Schuldopfer und dazu das Log [Öl]
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.