Menachot — Blatt 106b

1denn es ist vielleicht vollständig Pflichtiges, und das, wovon [die Opferteile] auf das Altarfeuer gekommen sind, darf nicht aufgeräuchert werden!?

2R. Jehuda, Sohn des R.Šimo͑n b. Pazi, erwiderte: Man betrachte esals Brennholz. Dies nach R. Elie͑zer, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte:Zum angenehmen Geruche, als solches darfst du es nicht hinauflegen, wohl aber darfst du es als Brennholz hinauflegen.

3R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Vielleicht sind alle der Ansicht, man dürfe Pflichtiges mit Freiwilligem mischen, und sie streiten über die Lehre R. Elie͑zers; die Rabbanan halten von der Lehre R. Elie͑zers und Rabbi hält nichts von der LehreR. Elie͑zers?

4Dieser erwiderte: Wenn man sagen wollte, nach Rabbi dürfe man Pflichtiges mit Freiwilligem mischen, nur halte er nichts von der Lehre R. Elie͑zers, so kann er ja ein Gefäß mit sechzig [I͑saron] und eines mit einem an einander rücken und abheben.

5Raba erklärte: Alle sind der Ansicht, man dürfe Pflichtiges mit Freiwilligem mischen, auch halten alle von der Lehre R. Elie͑zers, und sie führen denselben Streit wie R. Elie͑zer b. Ja͑qob und die Rabbanan.

6Wir haben nämlich gelernt: Wenn es ein Speisopfer von sechzig I͑saron ist, tue man sechzig Log [Öl] hinein; R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, selbst zu einem Speisopfer von sechzig I͑saron gehöre nur ein Log, denn es heißt: zum Speisopfer, und ein Log Öl.

7Die Rabbanan sind der Ansicht, er habeauch sechzig Log gelobt, denn zu jedem I͑saron ist ein Logerforderlich, und

8Rabbi ist der Ansicht des R. Elie͑zer b. Ja͑qob, welcher sagt, es sei nur ein Logerforderlich, somit weiß man nicht, ob es ein Speisopfer ist, für das ein Log ausreicht, oder es zwei Speisopfersind, für die zwei Log erforderlich sind.

9R. Aši erklärte: Sie streiten über den Fall, wenn jemand ein kleines [Opfer gelobt] und ein großes gebracht hat; die Rabbanan sind der Ansicht, wenn man ein kleines [gelobt] und ein großes gebracht hat, habe man seiner Pflicht genügt, und Rabbi ist der Ansicht, man habe seiner Pflicht nicht genügt. –

10Darüber streiten sie ja bereits einmal!? Wir haben nämlich gelernt: Wer ein kleines [gelobt] und ein großes gebracht hat, hat seiner Pflicht genügt; Rabbi sagt, er habe seiner Pflicht nicht genügt. –

11Beide [Lehren] sind nötig. Würde er nur die einegelehrt haben, so könnte man glauben, die Rabbanan seien dieser Ansicht nur in diesem Falle, weil es ob so oder soein Haufe ist, in jenem Falle aber, wo esmehr Opferteile sind, pflichten sie Rabbi bei.

12Und würde er nur die andere gelehrt haben, so könnte man glauben, Rabbi sei dieser Ansicht nur in diesem Falle, in jenem Falle aber pflichte er den Rabbanan bei. Daher sind beide nötig.

13SAGTE JEMAND,] ER SPENDE HOLZ, SO SIND ES MINDESTENS ZWEI SCHEITE; WENN WEIHRAUCH, MINDESTENS EIN HAUFEN.

14ES GIBT FÜNF HAUFEN. SAGTE JEMAND, ER SPENDE WEIHRAUCH, SO IST ES MINDESTENS EIN HAUFEN; WER EIN SPEISOPFER SPENDET, BRINGE DAMIT DEN HAUFEN WEIHRAUCH; WER AUSSERHALBEINEN HAUFEN DARBRINGT, IST SCHULDIG; DIE ZWEI SCHALENBENÖTIGEN ZWEIER HAUFEN.

15[SAGTE JEMAND,] ER SPENDE GOLD, SO IST ES MINDESTENS EIN GOLDDENAR; WENN SILBER, MINDESTENS EIN SILBERDENAR; WENN KUPFER, MINDESTENS [IM WERTE] EINER SILBERMAA͑. [SAGT ER:] ICH HABE [EINE SUMME] GENANNT, WEISS ABER NICHT, WELCHE ICH GENANNT HABE, SO GEBE ER SOVIEL, BIS ER SAGEN KANN, SOVIEL HABE ER NICHT BEABSICHTIGT.

16GEMARA. Die Rabbanan lehrten:Opfer, dies lehrt, daß man Holz spenden könne. Wieviel? Zwei Scheite. Ebensoheißt es:und wir warfen das Los wegen der Opferung des Holzes. Rabbi sagt, die Holz[spende] gilt als Opfer und benötigt des Salzes und des Heranbringens.

17Raba sagte: Nach Rabbi benötigt das Holz des Abhebens des Haufens. R. Papa sagte: Nach Rabbi benötigt das Holz des Holzes.

18WENN WEIHRAUCH, MINDESTENS EIN HAUFEN. Woher dies? – Es heißt: er hebe davon einen Haufen ab, vom Feinmehl des Speisopfers und von seinem Öl und den ganzen Weihrauch. Er vergleicht den Weihrauch mit der Abhebung vom Speisopfer; wie die Abhebung vom Speisopfer ein Haufen, ebenso auch der Weihrauch ein Haufen.

19Die Rabbanan lehrten: [Sagte jemand,] er spende etwas für den Altar, so bringe er Weihrauch, denn außer dem Weihrauch hast du nichts, das [vollständig] auf dem Altar dargebracht wird. [Sagt er:] ich habe etwas genannt, weiß aber nicht, was ich genannt habe, so bringe er von allem, was auf dem Altar dargebracht wird. –

20Gibt es denn weiter nichts mehr, es gibt ja noch das Brandopfer!? – Davon gehört die Haut den Priestern. –

21Es gibt ja noch das Geflügel-Brandopfer!? –

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.