Menachot — Blatt 107a

1Davon geht der Kropf und das Gefiederab. –

2Es gibt ja noch das Gußopfer!? – Dieses fließt in den Abflußkanal. –

3Es gibt ja noch das Guß-Speisopfer!? – Da es Speisopfer gibt, von denen die Priester essen, so ist dies nicht stichhaltig.

4[SAGTE JEMAND,] ER GELOBE GOLD, SO IST ES MINDESTENS EIN GOLDDENAR. Vielleicht ein Klumpen!? R. Elea͑zar erwiderte: Wenn er Münze gesagt hat. – Vielleicht Scheidemünze!? R. Papa erwiderte: Scheidemünze wird nicht aus Gold gefertigt.

5WENN SILBER, MINDESTENS EIN [SILBER]DENAR. Vielleicht ein Klumpen!? R. Elea͑zar erwiderte: Wenn er Münze gesagt hat. – Vielleicht Scheidemünze!? R. Šešeth erwiderte: In einem Orte, wo Scheidemünze aus Silber nicht gangbar ist.

6WENN KUPFER, MINDESTENS [IM WERTE] EINER SILBERMAA͑. Es wird gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Mindestens eine kleine Zange aus Kupfer. – Wofür ist eine solche verwendbar? Abajje erwiderte: Damit kann man die Dochte putzen und die Lampenreinigen.

7Vom Eisen wird gelehrt: Manche sagen, mindestens ausreichend für einen Rabenschutz. – Wieviel ist dies? R. Joseph erwiderte: Eine Elle zu einer Elle.

8Manche lesen: Mindestens eine Elle zu einer Elle. – Wofür ist dies verwendbar? R. Joseph erwiderte: Für einen Rabenschutz.

9SAGTE JEMAND,] ER SPENDE WEIN, SO SIND ES MINDESTENS DREI LOG; WENN ÖL, SO IST ES MINDESTENS EIN LOG; RABBI SAGT, DREI LOG.

10SAGT ER: ICH HABE [EIN QUANTUM] GENANNT, WEISS ABER NICHT, WELCHES ICH GENANNT HABE, SO BRINGE ER SOVIEL, WIE AM TAGE DES HÖCHSTEN [VERBRAUCHES].

11GEMARA. Die Rabbanan lehrten:Eingeborener, dieslehrt, daß man Wein spenden kann. Wieviel? Drei Log. Woher, daß man beliebig hinzufügen darf?

12Es heißt sein. Man könnte glauben, auch weniger, so heißt es so.

13WENN ÖL, MINDESTENS EIN LOG; RABBI SAGT, DREI LOG. Worin besteht ihr Streit?

14Die Jünger sprachen vor R. Papa: Sie streiten darüber, ob man eine Sache in jeder Beziehung folgereoder man sie folgere und bei ihrer Bestimmunglasse.

15Die Rabbanan sind der Ansicht, man folgere sie in jeder Beziehung; wie man ein Speisopfer freiwillig spenden kann, ebenso kann man auch Wein spenden, und wie fernerzum Speisopfer ein Log erforderlich ist, ebenso auch das [freiwillig gespendete] Öl ein Log.

16Rabbi aber ist der Ansicht, man folgere sie, lasse sie aber bei ihrer Bestimmung; wie man ein Speisopfer spenden kann, ebenso kann man auch Öl spenden; man lasse sie aber bei ihrer Bestimmung; es gleicht dem Gußopfer, und wie für das Gußopfer drei Log erforderlich sind, ebenso auch das Öl drei Log.

17R. Papa erwiderte ihnen: Würde Rabbi es vom Speisopfer folgern, so würde er beipflichten, daß es diesem in jeder Beziehung gleiche, er folgert es aber aus [dem Worte] Eingeborener.

18R. Hona, Sohn des R. Nathan, sprach zu R. Papa: Wieso kannst du dies sagen, es wird ja gelehrt: Opfer, dies lehrt, daß man Öl spenden kann, und zwar drei Log. Rabbi ist ja derjenige, welcher drei Log sagt, und er folgert es aus [dem Worte] Opfer!? Dieser erwiderte: Ist dies gelehrt worden, so ist es gelehrt worden.

19ICH HABE [EIN QUANTUM] GENANNT, WEISS ABER NICHT, WELCHES ICH GENANNT HABE, SO BRINGE ER SOVIEL WIE AM TAGE DES HÖCHSTEN [VERBRAUCHES]. Es wird gelehrt: Wie am ersten Tage des [Hütten]festes, der auf einen Šabbath fällt.

20SAGTE JEMAND,] ER SPENDE EIN BRANDOPFER, SO BRINGE ER EIN LAMM; R. ELEA͑ZAR B. A͑ZARJA SAGT, EINE TURTELTAUBE ODER EINE JUNGE TAUBE.

21[SAGT ER:] ICH HABE ETWAS VOM RINDVIEH GENANNT, WEISS ABER NICHT, WAS ICH GENANNT HABE, SO BRINGE ER EINEN FARREN UND EIN KALB; WENN: VOM VIEH, WEISS ABER NICHT, WAS ICH GENANNT HABE, SO BRINGE ER EINEN FARREN, EIN KALB, EINEN WIDDER, EINEN ZIEGENBOCK, EIN BÖCKCHEN UND EIN JUNGES LAMM. [SAGT ER:] ICH HABE ETWAS GENANNT, WEISS ABER NICHT,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.