Menachot — Blatt 10b
1Beim [Blut]sprengen heißt es ja nur ‘Priester’, dennoch haben wir gelernt, wenn man es mit der Linken gesprengt hat, sei es ungültig, und R. Šimo͑n streitet nicht dagegen!? Abajje erwiderte: Er streitet in einer Barajtha, denn es wird gelehrt: Hat man [das Blut] mit der Linken aufgenommen, so ist es ungültig, nach R. Šimo͑n aber gültig; hat man es mit der Linken gesprengt, so ist es ungültig, nach R. Šimo͑n aber gültig. –
2Wozu sind demnach die Folgerungen Rabas hinsichtlich [des Wortes] ‘Hand’ beim Abhäufennötig, dies geht ja schon aus [der Lehre von] ‘Priester’ hervor!? –
3Das eine wegen des Haufens und das andere wegen der Heiligung des Haufens. –
4Wozu ist aber die Folgerung Rabas durch [das Wort] ‘Hand’ nötig nach R. Šimo͑n, nach dem die Heiligung des Haufens nicht erforderlich ist, und nach demjenigen, welcher sagt, nach R. Šimo͑n sei zwar die Heiligung des Haufens erforderlich, jedoch sei es auch mit der Linken gültig!?
5Und wenn etwa wegen des Abhäufens selbst, nach R. Šimo͑n, so geht dies ja hervor aus einer Lehre R. Jehudas, des Sohnes R. Ḥijas, denn R. Jehuda, Sohn des R. Ḥija, sagte: Was ist der Grund R. Šimo͑ns? Es heißt:es ist hochheilig gleich dem Sündopfer and dem Schuldopfer;
6richtet man es mit der Hand her, so richte man es mit der rechten her, wie beim Sündopfer, und richtet man es mit einem Gefäße her, so richte man es [auch] mit der linken her, wie beim Schuldopfer!? –
7Dies ist hinsichtlich der Abhäufung des Sünd-Speisopfers nötig; man könnte glauben, es sei, da R. Šimo͑n sagt, dieses Opfer dürfe nicht üppigsein, tauglich, auch wenn man es mit der Linken abgehäuft hat, so lehrt er uns.
8WENN MAN IHN ABGEHOBEN HAT UND IHM EIN STEINCHEN, EIN SALZKORN
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.