Menachot — Blatt 11b
1Es wird ja aber gelehrt: R. Šimo͑n sagt, fehlt etwas vom Haufen Weihrauch, sei es untauglich!? – Lies: fehlt etwas vom Stückchen Weihrauch, sei es untauglich. Wenn du aber willst, sage ich: eines gilt vom mit dem Speisopfer dargebrachten Weihrauchund eines gilt vom besonders dargebrachten Weihrauch.
2R. Jiçḥaq b. Joseph sagte im Namen R. Joḥanans: Hierbei gibt es drei verschiedene Ansichten. R. Meírist der Ansicht, es müsse anfangsein Haufe und zuletztein Haufe sein; R. Jehuda ist der Ansicht, anfangs ein Haufe und zuletzt zwei Stückchen; und R. Šimo͑n ist der Ansicht, anfangs ein Haufe und zuletzt ein Stückchen.
3Alle drei folgern sie es aus demselben Schriftverse:und den ganzen Weihrauch, der auf dem Speisopfer ist. R. Meír ist der Ansicht, nur wenn der Weihrauch, der von vornherein zum Speisopfer gehört, vorhanden ist; R. Jehuda ist der Ansicht, ganzen, auch einStückchen, und das [Wort] denschließt ein zweites Stückchen ein; R. Šimo͑n aber legt das [Wort] den nicht aus.
4Ferner sagte R. Jiçḥaq b. Joseph im Namen R. Joḥanans: Sie streiten nur über den mit dem Speisopfer dargebrachten Weihrauch, hinsichtlich des besonders dargebrachten Weihrauchs aber stimmen alle überein, daß es anfangs ein Haufe und zuletzt ein Haufe sein muß. [Die Worte:] der auf dem Speisopfer ist, deuten nämlich darauf, daß diesnur vom mit dem Speisopfer dargebrachten gilt, nicht aber vom besonders dargebrachten.
5Ferner sagte R. Jiçḥaq b. Joseph im Namen R. Joḥanans: Sie streiten nur über den mit dem Speisopfer dargebrachten Weihrauch, hinsichtlich des in den Schalendargebrachten Weihrauchs aber stimmen alle überein, daß es anfangs zwei Haufen und zuletzt zwei Haufen sein müssen. –
6Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, da er mit den Broten dargebracht wird, sei es ebenso, als bringe man ihn mit dem Speisopferdar, so lehrt er uns.
7Hierüber streiten R. Ami und R. Jiçḥaq der Schmied; einer sagt, sie streiten nur über den mit dem Speisopfer dargebrachten Weihrauch, hinsichtlich des besonders dargebrachten Weihrauchs aber stimmen alle überein, daß es anfangs ein Haufe und zuletzt ein Haufe sein müsse, und einer sagt, wie sie über das eine streiten, so streiten sie auch über das andere.
8ZU WENIG SEINES WEIHRAUCHS. Demnach ist es tauglich, wenn er zuviel ist, und dem widersprechend wird gelehrt, wenn er zuviel ist, sei es untauglich!? Rami b. Ḥama erwiderte: Wenn man zwei Haufen abgesondert hat.
9Ferner sagte Rami b. Ḥama: Wenn man zwei Haufen [Weihrauch] abgesondert hat und einer von ihnen vor dem Abhäufen abhanden gekommen ist, so bleiben sie nicht bestehen, wenn aber nach dem Abhäufen, so bleiben sie bestehen.
10Ferner sagte Rami b. Ḥama: Wenn man für die zwei Schalenvier Haufen abgesondert hat und zwei von ihnen vor der Fortnahme der Schalenabhanden gekommen sind, so bleiben sie nicht bestehen, wenn aber nach der Fortnahme der Schalen, so bleiben sie bestehen. –
11Wozu ist das andere nötig, es ist ja dasselbe!? –
12Man könnte glauben, sobald die Zeit der Fortnahmeheranreicht, gelten sie, da der Haufe gesondert ist, als fortgenommen, so lehrt er uns.
13HEBT MAN DEN HAUFEN VOM SPEISOPFER AB [IN DER ABSICHT], DAS ZURÜCKBLEIBENDE ODER EINE OLIVE VOM ZURÜCKBLEIBENDEN AUSSERHALBZU ESSEN, DEN HAUFEN ODER EINE OLIVE VOM HAUFEN ODER DEN WEIHRAUCH AUSSERHALB AUFZURÄUCHERN, SO IST ES UNTAUGLICH, UND ES IST NICHTMIT DER AUSROTTUNG BELEGT; WENN ABER, DAS ZURÜCKBLEIBENDE ODER EINE OLIVE VOM ZURÜCKBLEIBENDEN AM FOLGENDEN TAGE ZU ESSEN, DEN HAUFEN ODER EINE OLIVE VOM HAUFEN ODER DEN WEIHRAUCH AM FOLGENDEN TAGE AUFZURÄUCHERN,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.