Menachot — Blatt 13a

1Wozu braucht es wiederum gelehrt zu werden: wenn etwa, daß sie vereinigt werden, wenn zu essen undzu essen, was zu essen ist, so geht dies ja schon aus dem Anfangsatze hervor; dieser lehrt: wenn eine halbe Olive außerhalb und eine halbe Olive am folgenden Tage, so ist es untauglich, demnach ist es verwerflich, wenn eine halbe Olive am folgenden Tage und eine halbe Oliveam folgenden Tage.

2Wenn etwa essen und aufräuchern, so ist dies ja durch eine Deduktion aus dem Anfangsatze zu entnehmen:

3wenn sie nicht vereinigt werden, wenn zu essen und zu essen, was nicht zu essen ist, um wieviel weniger, wenn zu essen und aufzuräuchern!? –

4Der Fall, wenn essen und aufräuchern, ist nötig; man könnte glauben, dies gelte nur von jenemFalle,

5wenn man Unrichtigesbeabsichtigt, hierbeiaber, wo die Absicht inbetreff des einen richtig ist und die Absicht inbetreff des anderen richtig ist, werden sie wohl vereinigt, so lehrt er uns.

6HEBT MAN VOM SPEISOPFER DEN HAUFEN AB [IN DER ABSICHT], AM FOLGENDEN TAGE DAS ZURÜCKBLEIBENDE ZU ESSEN ODER DEN HAUFEN AUFZURÄUCHERN, SO PFLICHTET R. JOSE IN DIESEM FALLE BEI, DASS ES VERWERFLICH UND MAN DER AUSROTTUNG SCHULDIG SEI. WENN [IN DER ABSICHT], DEN WEIHRAUCH AM FOLGENDEN TAGE AUFZURÄUCHERN, SO IST ES, WIE R. JOSE SAGT, UNTAUGLICH, UND DARAUF IST DIE AUSROTTUNG NICHT GESETZT; UND DIE WEISEN SAGEN, ES SEI VERWERFLICH UND MAN IST DER AUSROTTUNG SCHULDIG.

7SIE SPRACHEN ZU IHM: WOMIT IST ES HIERBEI ANDERS, ALS BEIM SCHLACHTOPFER? ER ERWIDERTE IHNEN: BEIM SCHLACHTOPFER SIND BLUT, FLEISCH UND OPFERTEILE EINES, DER WEIHRAUCH ABER KOMMT NICHT VOM SPEISOPFER.

8GEMARA. Wozu lehrt er, daß R. Jose hinsichtlich dieses Falles beipflichte? –

9Weil er nachher lehren will, wenn [in der Absicht], den Weihrauch am folgenden Tage aufzuräuchern, sei es, wie R. Jose sagt, untauglich und darauf sei die Ausrottung nicht gesetzt, man könnte glauben,

10der Grund R. Joses sei, weil man durch die Hälfte des Erlaubtmachendennicht untauglich machen könne, und dies gelte somit auch vom ersten Falle,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.