Menachot — Blatt 19b
1Schrot und Ölsind unerläßlich, alles andere aber
2Der Text. Rabh sagte: Was die Schrift irgendwo beim Gesetze vom Speisopfer wiederholt hat, ist unerläßlich. Šemuél aber sagte, nur Schrot und Öl seien unerläßlich, anderes aber nicht. Ist denn nach Šemuél nicht auch das unerläßlich, was die Schrift wiederholthat!? –
3Vielmehr, was die Schrift wiederholt hat, ist entschieden unerläßlich, und sie streiten über [die Worte]einen Haufen voll undmit seinem Haufen. Es wird nämlich gelehrt: Einen Haufen voll, mit seinem Haufen, man darf kein Maß für den Häufenfertigen.
4Rabh ist der Ansicht, die Schrift habe auch dieswiederholt, denn es heißt:er brachte das Speisopfer dar und füllte seine Handdavon. Šemuél aber ist der Ansicht, von [einem Gesetze] pro praesentisei nicht hinsichtlich eines für die Dauer zu folgern. –
5Folgert Šemuél etwa nicht von [einem Gesetze] pro praesenti hinsichtlich eines für die Dauer, wir haben ja gelernt: Flüssigkeitsgefäße heiligen Flüssigkeiten, und Trockenmaße heiligen trockene Dinge.
6Hierzu sagte Šemuél, dies gelte nur von Meßgefäßen, die Sprengbecken aber heiligen wohl, denn es heißt:beide voll mit Feinmehl. –
7Anders ist es hierbei, wo die Schrift es zwölfmalwiederholt.
8R. Kahana und R. Asi sprachen zu Rabh: Das Heranbringenhat ja die Schrift wiederholt, dennoch ist es nicht unerläßlich!? – Wo hat sie es wiederholt? – Es heißt:dies ist das Gesetz des Speisopfers, die Söhne Ahrons sollen es vor den Herrn bringen. –
9Dies bestimmt nur die Stelle. Es wird nämlich gelehrt: Vor den Herrn, man könnte glauben, in der Westseite, so heißt es: an die Vorderseite des Altars;
10wenn an die Vorderseite des Altars, so könnte man glauben, in der Südseite, so heißt es: vor den Herrn. Wie ist dies nun zu erklären? Man bringe es zum südwestlichen Horn, gegen die Kante des Horns, und dies genügt.
11R. Elie͑zer sagte: Man könnte glauben, man bringe es zur westlichen oder zur südlichen Seite des Horns, so ist zu erwidern: wenn du zwei Schriftverse findest, von denen der eine sich selbst und auch den anderen aufrecht erhält, und der andere sich aufrecht erhält und jenen aufhebt, so lasse man den, der sich selbst aufrecht erhält und den anderen aufhebt, und halte sich an den, der sich und den anderen aufrecht erhält.
12Wenn du sagst: vor den Herrn, in der Westseite, so hast du aufgehoben [die Worte] an die Vorderseite des Altars, in der Südseite, wenn du aber sagst: an die Vorderseite des Altars, in der Südseite, so hältst du aufrecht [die Worte] vor den Herrn. –
13Wieso hältst du sie aufrecht!? R. Aši erwiderte: Dieser Autor ist der Ansicht, der ganze Altar habe auf der Nordseitegestanden.
14R. Hona wandte ein: Das Salzen hat ja die Schrift nicht wiederholt, dennoch ist es unerläßlich!? Es wird nämlich gelehrt:Einewiges Salzbündnis ist es,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.