Menachot — Blatt 25a

1WENN DER HAUFE UNREIN GEWORDEN UND DARGEBRACHT WORDEN 1ST SO MACHT IHN DAS STIRNBLATT WOHLGEFÄLLIG; WENN ER HINAUSGEKOMMENWAR UND DARGEBRACHT WORDEN IST, SO MACHT IHN DAS STIRNBLATT NICHT WOHLGEFÄLLIG. DAS STIRNBLATT MACHT NUR DAS UNREINE WOHLGEFÄLLIG, NICHT ABER DAS HINAUSGEKOMMENE.

2GEMARA. Die Rabbanan lehrten:Ahron soll die Verfehlung inbetreff der heiligen Dinge auf sich nehmen; welche Verfehlung soll er auf sich nehmen: wenn die der Verwerflichkeit, so heißt es ja bereits:es wird nicht angerechnet werden, wenn die des Übriggebliebenen, so heißt es ja bereits:es wird nicht wohlgefällig machen;

3vielmehr nimmt er auf sich die Verfehlung der Unreinheit, die aus der Allgemeinheit heraus bei der Gemeinde erlaubtworden ist.

4R. Zera wandte ein: Vielleicht die Verfehlung des Hinausgekommenen, das aus der Allgemeinheit heraus beim Privataltar erlaubt wordenist!?

5Abajje erwiderte ihm: Die Schrift sagt: zum Wohlgefallen für sie vor dem Herrn; nur die Verfehlung vordem Herrn, nicht aber die Verfehlung des Hinausgekommenen.

6R. Ilea͑ wandte ein: Vielleicht die Verfehlung [der Dienstverrichtung mit] der linken[Hand], die aus der Allgemeinheit heraus am Versöhnungstageerlaubt worden ist!?

7Abajje erwiderte: Die Schrift sagt Verfehlung, wenn es an sich eine Verfehlung istund verdrängt wird, während [die Dienstverrichtung mit] der linken [Hand] am Versöhnungstage Vorschriftist.

8R. Aši erklärte: Die Verfehlung inbetreff der heiligen Dinge, nicht aber die Verfehlung der heiligendenPerson.

9R. Sima, Sohn des R. Idi, sprach zu R. Aši, manche sagen, R. Sima, Sohn des R. Aši, zu R, Aši: Vielleicht die Verfehlung inbetreff des Fehlerbehafteten, das aus der Allgemeinheit heraus beim Geflügel erlaubt wordenist!? Der Meister sagte nämlich: Fehlerlosigkeit und Männlichkeitist nur beim Vieh erforderlich, nicht aber beim Geflügel.

10Dieser erwiderte: Deinetwegen sagtdie Schrift: es wird nicht wohlgefällig machen, [ferner:]es wird euch nicht zur Wohlgefälligkeit gereichen.

11Die Rabbanan lehrten: Wenn das Blutunrein geworden ist und man es gesprengt hat, so ist es, wenn versehentlich, wohlgefällig, wenn vorsätzlich, nicht wohlgefällig. Dies gilt nur von einem einzelnen, bei einer Gemeinde aber ist es wohlgefällig, einerlei ob versehentlich oder vorsätzlich; bei dem Opfer eines Nichtjuden ist es, ob versehentlich oder vorsätzlich,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.