Menachot — Blatt 26b
1davon außerhalb des Raumes oder außerhalb der Frist [zu essen], so ist er untauglich, und es ist nichtmit der Ausrottung belegt –
2so R. Elea͑zar und R. Šimo͑n.
3Die Weisen sagen, sobald man ihn in die linke genommen hat, habe dieses Nehmen ihn untauglich gemacht. Dies aus dem Grunde, weil erin einem Gefäße geheiligt werden muß, und wenn man ihn in die linke [Hand] genommen hat, so ist es ebenso als würde bei einem [Opfer]tiere das Blut vom Halse auf die Erde ausgeschüttet und aufgesammelt worden sein, das dann untauglich ist.
4Demnach ist nach R. Elea͑zar und R. Šimo͑ndas Hineintun in das Gefäß nicht erforderlich. Dies ist eine WiderlegungR. Naḥmans und eine Stütze
5für R. Jehuda, den Sohn des R. Ḥija. – Ist dies auch eine Widerlegung R. Jannajs? –
6R. Jannaj kann dir erwidern: Ich bin der Ansicht des Autors [der Lehre] von der Aufräucherung, und zwar lehrt er es nicht je nachdem.
7HAT MAN DEN HAUFEN ZWEIMAL AUFGERÄUCHERT, SO IST ES GÜLTIG. R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Zweimal, nicht aber viele Male. R. Joḥanan sagte: Zweimal, und auch viele Male. –
8Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? R. Zera erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, ob es einen Haufen von weniger als zwei Oliven und eine Aufräucherung von weniger als eine Olive gebe.
9R. Jehošua͑ b. Levi ist der Ansicht, es gebe keinen Haufen von weniger als zwei Oliven und keine Aufräucherung von wenigerals eine Olive, und R. Joḥanan ist der Ansicht, es gebe einen Haufen von weniger als zwei Olivenund eine Aufräucherung von weniger als eine Olive.
10Es wurde gelehrt: Von wann ab macht der Haufe das Zurückbleibende zum Essen erlaubt? R. Ḥanina sagt, sobald das Feuer ihn erfaßt hat, R. Joḥanan sagt, sobald das Feuer die größere Hälfte angebrannt hat.
11R. Jehuda sprach zu Rabba b. Jiçḥaq: Ich will dir den Grund R. Joḥanans erklären: die Schrift sagt:und siehe, der Rauch des Landes war emporgestiegen wie der Rauch eines Schmelzofens, und ein Schmelzofen läßt den Rauchemporsteigen, erst wenn das Feuer den größeren Teil angebrannt hat.
12Rabin, Sohn des R. Ada, sprach zu Raba: Deine Schüler sagten im Namen R. A͑mrams: Es wird gelehrt: Ich weiß nur, daß man Dinge, die nachts darzubringen sind, beispielsweise die Opferglieder und den Schmer, von Sonnenuntergang ab hinauflege und aufräuchere und während der ganzen Nacht verzehren lasse,
13woher, daß man auch Dinge, die am Tage darzubringen sind, beispielsweise den Haufen, den Weihrauch, das Räucherwerk, das Speisopfer der Priester, das Speisopfer des gesalbten Priesters und das Speisopfer der Gußopfer, von Sonnenuntergang ab hinauflege und aufräuchere? –
14Du sagst ja: die am Tage darzubringensind!? – Vielmehr: mitSonnenuntergang, daß man sie während der ganzen Nacht verzehren lasse? Es heißt:dies ist das Gesetz des Brandopfers, einschließend.
15Wenn mit Sonnenuntergang, so kann ja das Feuer die größere Hälfte nicht anbrennen!? – Das ist kein Einwand; eines gilt von der Aufnahme und eines vom Erlaubtmachenden.
16R. Elea͑zar liest: von Sonnenuntergang ab, und bezieht dies auf die herabfallendenStücke. Ebenso bezog es auch R. Dimi, als er kam, im Namen R. Jannajs auf die herabfallenden Stücke. –
17Kann R. Jannaj dies denn gesagt haben, R. Jannaj sagte ja, wenn etwas vom Räucherwerke vom Altar herabfällt, selbst ganze Stücke, lege man es nicht zurück hinauf!? Ferner lehrte auch R. Ḥanina b. Minjomi im Namen der Schule des R. Elie͑zer b. Ja͑qob:Das das Feuer verzehrt, das Brandopfer auf dem Altar; die angebrannten Stücke des Brandopfers lege man zurück hinauf, nicht aber die angebrannten Stücke des Räucherwerkes. – Streiche hier [das Wort] ‘Räucherwerk’.
18R. Asi sagte: Wenn R. Elea͑zar sich mit [der Lehre von] den Speisopfern befaßte, fragte er folgendes: Wie ist es, wenn man den Haufen hinaufgelegt und auf diesen das Holz aufgeschichtet hat: ist dies die Art der Aufräucherung oder ist dies nicht die Art der Aufräucherung? – Dies bleibt unentschieden.
19Ḥizqija fragte: Wie ist es, wenn man die Opferglieder hinaufgelegt und auf diese das Holz aufgeschichtet hat? Der Allbarmherzige sagt: auf Holz; muß es sich durchaus auf dem Holze befinden, oder aber darf man, da ein anderer Schriftvers lautet: das das Feuer verzehrt, das Brandopfer auf dem Altar, auf die eine Art und auf die andere Artverfahren? – Dies bleibt unentschieden.
20R. Jiçḥaq der Schmied fragte: Wie ist es, wenn man die Opferglieder an die Seite des Holzstoßes gelegt hat? Nach demjenigen, welcher sagt, [das Wort] auf sei wörtlich zu verstehen, ist es nicht fraglich,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.