Menachot — Blatt 27a
1denn es heißt: auf Holz,
2fraglich ist es nur nach demjenigen, welcher sagt, unter auf sei die Nähezu verstehen; ist auch hierbei unter auf die Nähe zu verstehen, oder aber sind [die Worte] auf Holz ebenso zu verstehen wie [die Worte] auf dem Altar, wie da das auf wörtlich zu verstehen ist, ebenso ist auch hier das auf wörtlich zu verstehen? – Dies bleibt unentschieden.
3BEIM HAUFEN IST DER GRÖSSERE TEIL VOM KLEINERENABHÄNGIG; BEIM I͑SARONIST DER GRÖSSERE TEIL VOM KLEINEREN ABHÄNGIG; BEIM WEIENEIST DER GRÖSSERE TEIL VOM KLEINEREN ABHÄNGIG; BEIM ÖL IST DER GRÖSSERE TEIL VOM KLEINEREN ABHÄNGIG;
4DAS MEHL UND DAS ÖL SIND VON EINANDER ABHÄNGIG; DER HAÜFE UND DER WEIHRAUCH SIND VON EINANDER ABHÄNGIG.
5GEMARA. Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt zweimal: eine Handvoll.
6BEIM I͑SARON IST DER GRÖSSERE TEIL VOM KLEINEREN ABHÄNGIG. Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt:von seinem Mehl, fehlt etwas, so ist es untauglich.
7BEIM WEIN IST DER GRÖSSERE TEIL VOM KLEINEREN ABHÄNGIG. [Es heißt:]so.
8BEIM ÖL IST DER GRÖSSERE TEIL VOM KLEINEREN ABHÄNGIG. Beim Speisopfer der Gußopfer [heißt es] so, und beim freiwilligen Speisopfer sagt die Schrift: von seinem Öl, fehlt etwas, so ist es untauglich.
9DAS ÖL UND DAS MEHL SIND VON EINANDER ABHÄNGIG. [Es heißt:] von seinem Mehl und von seinem Öl, und:von seinem Schrot und seinem Mehl.
10DER HAUFE UND DER WEIHRAUCH SIND VON EINANDER ABHÄNGIG. [Es heißt:]Samt all seinem Weihrauch, und:allen Weihrauch, der auf dem Speisopfer ist.
11DIE ZWEI ZIEGENBÖCKE DES VERSÖHNUNGSTAGES SIND VON EINANDER ABHÄNGIG; DIE ZWEI LÄMMER DES WOCHENFESTES SIND VON EINANDER ABHÄNGIG; DIE BEIDEN BROTESIND VON EINANDER ABHÄNGIG;
12DIE BEIDEN [BROT]SCHICHTENSIND VON EINANDER ABHÄNGIG; DIE BEIDEN SCHALENSIND VON EINANDER ABHÄNGIG; DIE [BROT]SCHICHTEN UND DIE SCHALEN SIND VON EINANDER ABHÄNGIG;
13DIE BEIDEN ARTENBEIM NAZIR, DIE DREIBEI DER [ROTEN] KUH, DIE VIERDES DANKOPFERS, DIE VIERDES FESTSTRAUSSES UND DIE VIERBEIM AUSSÄTZIGEN SIND VON EINANDER ABHÄNGIG.
14DIE SIEBEN BESPRENGUNGEN BEI DER [ROTEN] KUHSIND VON EINANDER ABHÄNGIG; DIE SIEBEN BESPRENGUNGENZWISCHEN DIE STANGEN, AUF DEN VORHANGUND AUF DEN GOLDENEN ALTAR SIND VON EINANDER ABHÄNGIG.
15GEMARA. DIE BEIDEN ZIEGENBÖCKE DES VERSÖHNUNGSTAGES SIND VON EINANDER ABHÄNGIG. [Es heißt:] Satzung.
16DIE BEIDEN LÄMMER DES WOCHENFESTES SIND VON EINANDER ABHÄNGIG. [Es heißt:] sein. DIE BEIDEN BROTE. [Es heißt:] sein.
17DIE BEIDEN [BROT]SCHICHTEN. [Es heißt:] Satzung. DIE BEIDEN SCHALEN. [Es heißt:] Satzung.
18DIE [BROT]SCHICHTEN UND DIE SCHALEN. [Es heißt:] Satzung. DIE BEIDEN ARTEN BEIM NAZIR. [Es heißt:]so geschehe es. DIE DREI BEI DER [ROTEN] KUH. [Es heißt:] Satzung.
19DIE VIER DES DANKOPFERS. Es wird mit dem des Nazirs verglichen, denn es heißt:zu der Schlachtung seiner Dankheilsopfer, und der Meister sagte: seiner Heilsopfer, dies schließe das Heilsopfer des Nazirs ein.
20DIE VIER BEIM AUSSÄTZIGEN. Denn es heißt:dies ist das Gesetz über den Aussätzigen. DIE VIER DES FESTSTRAUSSES. [Es heißt:]ihr sollt nehmen, ein vollkommenesNehmen.
21R. Ḥanan b. Raba sagte: Dies gilt nur von dem Falle, wenn man sie nicht hat, hat man sie aber, so sind sie von einander nichtabhängig.
22Man wandte ein: Von den vier Arten des Feststraußes sind zweifruchttragend und zweinicht fruchttragend; die fruchttragenden sind von den nicht fruchttragenden abhängig, und die nicht fruchttragenden sind von den fruchttragendenabhängig. Man genügt seiner Pflicht nur dann, wenn sie zusammen in einem Gefüge sind.
23Ebenso auch die Jisraéliten bei ihrer Fürbitte, nur wenn sie zusammen in einem Gefügesind, denn es heißt:der im Himmel sein Obergemach gebaut und sein Gefüge auf der Erde gegründethat. –
24Hierüber [streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: Der Feststrauß ist ob zusammengebunden oder nicht zusammengebunden tauglich; R. Jehuda sagt, zusammengebunden sei er tauglich, nicht zusammengebunden sei er untauglich. –
25Was ist der Grund R. Jehudas? – Er folgert dies aus [dem Worte] nehmen, das auch beim Bündel Ysopgebraucht wird;
26wie dieses zusammengebunden sein muß, ebenso muß auch jener zusammengebunden sein. – Und die Rabbanan!? – Sie folgern nichts aus [dem Worte] nehmen.
27Wessen Ansicht vertritt die Lehre, es sei Gebot, den Feststrauß zusammenzubinden, er sei aber tauglich, auch wenn man ihn nicht zusammengebunden hat? Wenn die des R. Jehuda, wieso ist er tauglich, wenn nicht zusammengebunden, und wenn die der Rabbanan, wieso ist dies Gebot!? –
28Tatsächlich die der Rabbanan, und Gebot ist es, [weil es heißt:]er ist mein Gott, ich will ihn verherrlichen.
29DIE SIEBEN BESPRENGUNGEN BEI DER [ROTEN] KUH SIND VON EINANDER ABHÄNGIG. [Es heißt:] Satzung.
30DIE SIEBEN BESPRENGUNGEN ZWISCHEN DIE STANGEN, AUF DEN GOLDENEN ALTAR UND AUF DEN VORHANG SIND VON EINANDER ABHÄNGIG. Die des Versöhnungstages, weil es Satzung heißt.
31Die vom Farren des gesalbten Priesters, vom Farren wegen Entfallens der Gemeindeund von den Ziegenböcken wegen Götzendienstes wegen der folgenden Lehre:Er verfahre mit dem Farren, wie er verfahren, hat, was lehrt dies? Dies wiederholt [das Gebot] der Besprengungen;
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.