Menachot — Blatt 28b
1die Moše gefertigt hatte, waren tauglich für ihn und für die späteren Generationen, die Trompeten aber waren tauglich nur für ihn, für die späteren Generationen aber untauglich. –
2Weshalb nur die Trompeten, wollte man sagen, weil die Schrift sagt:mache dir, für dich, nicht aber für die späteren Generationen, demnach müßte man auch den Schriftvers:mache dir eine Lade aus Holz, erklären: für dich, nicht aber für die späteren Generationen!?
3Vielmehr, entweder nach demjenigen, welcher erklärt: dir, von deinem, oder nach demjenigen, welcher erklärt: von deinem ist es mir lieber als von ihrem, ebenso deutet es auch hierbei hierauf!? – Anders ist es hierbei; die Schrift sagt zweimal dir: mache dir und sie sollen dir sein.
4R. Papa, Sohn des R. Ḥanin, rezitierte vor R.Joseph: Der Leuchter wurde aus einem Blocke gefertigt, aus Gold; hat man ihn aus Silber gefertigt, so ist er tauglich, wenn aus Zinn, Blei oder Werkblei, so ist er nach Rabbi untauglich und nach R. Jose b, R. Jehuda tauglich; wenn aus Holz, Knochen oder Glas, so ist er nach aller Ansicht untauglich.
5Dieser sprach: Was meinst dudazu: Jener erwiderte: Sowohl der eine als auch der andere wendet [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierungan,
6nur folgert der eine: wie das Speziellgenannte Metall ist, ebenso auch jedes andere Metall, der andere aber folgert: wie das Speziellgenannte wertvolles [Metall]ist, ebenso auch alles andere, was wertvoll ist. Da sprach dieser: Streiche deine [Lehre] wegen meiner,
7denn es wird gelehrt: Hat man Dienstgeräte aus Holz gefertigt, so sind sie nach Rabbi untauglich und nach R. Jose b. R. Jehuda tauglich. Ihr Streit besteht in folgendem: Rabbi wendet [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung an, und R. Jose b. R. Jehuda wendet [die Regel von der] Einschließung und Ausschließung an.
8Rabbi wendet [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung an:du sollst einen Leuchter fertigen, generell, aus reinem Golde, speziell, getrieben sollst du den Leuchter fertigen, wiederum generell, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung und wiederum eine Generalisierung folgt, so richte man sich nach der Spezialisierung; wie das Speziellgenannte Metall ist, ebenso alles andere, was Metall ist.
9R. Jose b. R. Jehuda wendet [die Regel von der] Einschließung und Ausschließung an: du sollst einen Leuchter fertigen, einschließend, aus reinem Golde, ausschließend, getrieben sollst du den Leuchter fertigen, wiederum einschließend, und wenn auf eine Einschließung eine Ausschließung und wiederum eine Einschließung folgt, so ist alles einbegriffen. Einbegriffen ist alles andere, und ausgeschlossen ist einer aus Ton. –
10Im Gegenteil, streiche deine wegen meiner!? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es wird gelehrt: Hat mankein Gold, so darf auch Silber, Kupfer, Eisen, Zinn oder Blei verwandt werden; nach R. Jose b. R. Jehuda ist auch Holz tauglich.
11Ferner lehrt ein Anderes. Man darf nicht ein Haus in der Form des Tempels bauen, eine Vorhalle in der Form des Tempelhofes, einen Tisch in der Form des Tisches [fertigen], einen Leuchter in der Form des Leuchters. Einen solchen darf man fünf-, sechs- oder achtarmig machen, nicht aber siebenarmig, auch nicht aus anderem Metalle;
12R. Jose b. R. Jehuda sagt, man darf auch nicht einen solchen aus Holz fertigen, wie ihndie Könige des Ḥasmonäischen Hauses gefertigt haben. Jene erwiderten ihm: Ist etwa hieraus zu beweisen? Es waren eiserne Stäbe, die sie mit Holz verkleideten; nachdem sie vermögender wurden, fertigten sie ihn aus Silber, und als sie noch vermögender wurden, fertigten sie ihn aus Gold.
13Šemuél sagte im Namen eines Greises: Die Höhe des Leuchters betrug achtzehn Handbreiten: drei Handbreiten Füße und Knauf, zwei Handbreiten glatt, eine Handbreite Kelch, Knauf und Blüte, zwei Handbreiten glatt, eine Handbreite ein Knauf,
14aus dem zwei Arme ragten, einer nach der einen Seite und einer nach der anderen Seite, zur Höhe des Leuchters steigend, eine Handbreite glatt, eine Handbreite ein Knauf, aus dem zwei Arme ragten, einer nach der einen Seite und einer nach der anderen Seite, zur Höhe des Leuchters steigend, eine Handbreite glatt, eine Handbreite ein Knauf, aus dem zwei Arme ragten, einer nach der einen Seite und einer nach der anderen Seite, zur Höhe des Leuchters steigend, zwei Handbreiten glatt, und drei Handbreiten bliebenzurück, in welchen drei Kelche, ein Knauf und eine Blüte waren.
15Die Kelche glichen alexandrinischen Bechern, die Knäufe glichen krethischen Äpfeln, die Blüten glichen den [Kapitäl]blüten der Säulen. Es ergibt sich also, daß es zweiundzwanzig Kelche, elf Knäufe und neun Blüten waren.
16Die Kelche sind von einander abhängig, die Knäufe sind von einander abhängig und die Blüten sind von einander abhängig; Kelche, Knäufe und Blüten sind von einander abhängig. –
17Allerdings waren es zweiundzwanzig Kelche, denn es heißt:am Leuchter waren vier Kelche &c., ferner:drei mandelförmige Kelche an dem einen Arm, ein Knauf und eine Blüte &c., seine vier
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.