Menachot — Blatt 29a

1und achtzehn der Armesind zusammen zweiundzwanzig. Ebenso waren es elf Knäufe: seinezwei Knäufe, sechs Knäufe der Arme und drei weitere Knäufe, das sind also elf.

2Wieso aber waren es neun Blüten; unter ‘Blüten’sind zwei zu verstehen, und mit den sechs der Arme sind es ja acht!? R. Šalmon erwiderte: Es heißt:bis auf seinen Fuß und bis auf seine Blüte getriebene Arbeit.

3Rabh sagte: Die Höhe des Leuchters betrug neun Handbreiten. R. Šimi b. Ḥija wandte gegen Rabh ein: Vor dem Leuchter befand sich ein Stein mit drei Stufen, auf dem der Priester standund die Lampen putzte!? Dieser sprach:

4Bist du Šimi!? Ich meine, von der Basis der Arme und darüber.

5Es heißt:Die Blüten, die Lampen und die Zangen aus Gold, vollends Gold. Was heißt: vollends Gold? R. Ami erwiderte: Es vollendete alles geschmolzene Golddes Šelomo. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs: Zehn Leuchter fertigte Šelomo; für jeden holte man tausend Talente Gold und tat es tausendmal in den Schmelztiegel, bis man es auf ein Talent brachte. –

6Dem ist ja aber nicht so, es heißt ja:und alle Trinkgefäße des Königs Šelomo waren aus Gold und alle Geräte des Libanonhauses waren aus geschmolzenem Golde; nichts aus Silber, denn dieses war in den Tagen Šelomos nicht geachtet!? – Wir sprechen vom geschmolzenen Golde. –

7Kann dennso viel fehlen, es wird ja gelehrt: R. Jose b. R. Jehuda erzählte: Einst war der Leuchter des Tempels um einen gordianischen Golddenar größer als der von Moše gefertigte; da brachte man ihn achtzigmal in den Schmelztiegel, bis man ihn auf ein Talent brachte!? – Man hatte ihn bereits auf diesen Stand gebracht.

8R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Eis heißt:auf dem reinen Leuchter; seine Fertigung kam aus dem Orte der Reinheit. – Es heißt ja auch:auf dem reinen Tische, demnach wäre auch dies zu erklären: dessen Fertigung kam aus dem Orte der Reinheit!? Vielmehr ist zu erklären: rein, demnach ist erverunreinigungsfähig, ebenso ist auch hierbei zu erklären: rein, demnach ist er verunreinigungsfähig. –

9Allerdings ist diese Erklärung da nötig, wegen einer Lehre des Reš Laqiš, denn Reš Laqiš sagte: Es heißt: auf dem reinen Tische, demnach ist er verunreinigungsfähig; er ist ja ein ruhendes Holzgerät, und ein ruhendes Holzgerät ist ja nicht verunreinigungsfähig!? Dies lehrt vielmehr, daß man ihn hochzuheben, den Wallfahrern die Schaubrote zu zeigen und zu ihnen zu sprechen pflegte: Schauet eure Beliebtheit bei Gott! –

10Worin besteht die Beliebtheit? – Nach einer Lehre des R. Jehošua͑ b. Levi, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Ein großes Wunder geschah mit dem Schaubrote: beim Fortnehmen war es ebenso [frisch] wie beim Anrichten, denn es heißt:frisches Brot aufzulegen am Tage, da es fortgenommen wird.

11Wieso aber sollte man hierbei auslegen: rein, demnach ist er verunreinigungsfähig, dies ist ja selbstverständlich, er ist ein Metallgerät, und Metallgeräte sind verunreinigungsfähig!? Vielmehr [erkläre man:] seine Fertigung kam aus dem Orte der Reinheit.

12Es wird gelehrt: R. Jose b. R. Jehuda sagte: Eine Lade aus Feuer, ein Tisch aus Feuer und ein Leuchter aus Feuer kamen vom Himmel herab; Moše besah sie und fertigte solche, denn es heißt:siehe, daß du sie fertigst nach ihrer Gestalt, die dir auf dem Berge gezeigt worden ist. –

13Es heißt ja auch:richte die Wohnung auf nach ihrer Vorschrift, die dir auf dem Berge gezeigt worden ist; ist etwa auch hierbei ebenso zu erklären!? – Hierbei heißt es: nach ihrer Vorschrift, dort aber: nach ihrer Gestalt.

14R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Gabriél war mit einer Art Schürze bekleidet und zeigte Moše die Fertigung des Leuchters, denn es heißt:dies ist die Arbeit des Leuchters.

15In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Drei Dinge konnte Moše schwer [erfassen], bis der Heilige, gepriesen sei er, sie ihm mit dem Finger zeigte; folgende sind es: der Leuchter, der Neumondund [das Gesetz] von den Kriechtieren. Der Leuchter, denn es heißt: dies ist die Arbeit des Leuchters. Der Neumond, denn es heißt:dieser Monat soll euch der erste Monat sein. [Das Gesetz] von den Kriechtieren, denn es heißt: dies sei für euch unrein. Manche sagen, auch die Vorschriften über das Schlachten, denn es heißt:dies ist es, was du auf dem Altar herrichten sollst.

16DIE ZWEI ABSCHNITTE DER MEZUZA SIND VON EINANDER ABHÄNGIG; SIE SIND SOGAR VON EINEM SCHRIFTZEICHEN ABHANGIG. Selbstverständlich!?

17R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Dies ist wegen eines Häkchens des Jod nötig. – Auch dies ist ja selbstverständlich!? – Vielmehr, wegen einer anderen Lehre R. Jehudas im Namen Rabhs. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs, ein Buchstabe, der nicht an allen vier Seiten vom Pergamente umgebenist, sei untauglich.

18Ašjan b. Nadbakh sagte im Namen R. Jehudas: Ist das Inneredes Hedurchlöchert, so ist es tauglich, wenn aber der [rechte] Schenkel, so ist es untauglich. R. Zera sagte, ihm sei von R. Hona erklärt worden, und R. Ja͑qob sagte, ihm sei von R. Jehuda erklärt worden, wenn das Innere des He durchlöchert ist, sei es tauglich, und wenn der Schenkel, sei es, falls etwas in der Größe eines kleinen Buchstabens zurückgebliebenes ist, tauglich, wenn aber nicht, untauglich.

19Einst wurde Agra, dem Schwiegervater R. Abbas,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.