Menachot — Blatt 30a

1sind aber überflüssige vorhanden, so ist nichts dabei.

2Das andere, was Rabh sagte, ist folgendes: Wenn man eine Torarolle schreibt und beim Beendigen ist, so beendige man sie selbst in der Mitteder Kolumne. Dagegen ist einzuwenden: Wenn man eine Torarolle schreibt und beim Beendigen ist, so beende man sie nicht in der Mitte der Kolumne, wie man [die einzelnen des] Fünfbuches beendet, vielmehr kürze man [die Zeilen] fortlaufend bis zum Schlüsse der Kolumne. – Rabh meint auch die einzelnen des Fünfbuches. –

3Er spricht ja von einer Torarolle!? – Die fünf Bücher einer Torarolle. – Dem ist ja aber nicht so, R. Jehošua͑ b. Abba sagte ja im Namen R. Gidels im Namen Rabhs, [die Worte:]vor den Augen von ganz Jisraél, in der Mitte der Kolumne!? – Dies heißt in der Mitte der Zeile. Es wurde gelehrt:

4Die Rabbanan erklären, auch in der Mitteder Zeile; R. Aši erklärt, durchaus in der Mitte der Zeile. Die Halakha ist, durchaus in der Mitte der Zeile.

5R. Jehošua͑ b. Abba sagte im Namen R. Gidels im Namen Rabhs: Die [letzten] acht Verse des Pentateuches muß im Bethauseeiner lesen. – Nach wessen Ansicht? – Nicht nach der Ansicht R. Šimo͑ns,

6denn es wird gelehrt:Und es starb daselbst Moše, der Knecht des Herrn. Ist es denn möglich, daß Moše noch lebte und geschrieben hat: und es starb daselbst Moše? Vielmehr, bis da schrieb Moše, von da ab schrieb Jehošua͑, der Sohn Nuns – so R. Jehuda, manche sagen, R. Neḥemja.

7R. Šimo͑n sprach zu ihm: Ist es denn möglich, daß in der Tora auch nur ein Buchstabe fehlte, während es doch heißt:nimm dieses Buch der Lehreund lege es &c.

8Vielmehr, bis da sprach der Heilige, gepriesen sei er, und Moše sprach nach und schrieb es nieder, von da ab sprach der Heilige, gepriesen sei er, und Moše schrieb es mit Tränennieder. So heißt es auch dort:Baruch sprach zu ihnen: Er sagte mir mündlich all diese Worte vor, und ich schrieb sie mit Tinte in das Buch.

9Es wäre also anzunehmen, daß [jene Lehre] nicht die Ansicht R. Šimo͑ns vertritt? – Du kannst auch sagen, die des R. Šimo͑n, denn immerhin ist bei ihneneine Änderung erfolgt.

10Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Abba im Namen R. Gidels im Namen Rabhs: Wenn man eine Torarolle auf dem Markte kauft, so ist es ebenso als würde man ein Gebot auf dem Markte erhaschen. Schreibt man eine solche, so rechnet es ihm die Schrift an, als hätte man sie auf dem Berge Sinaj empfangen. R. Šešeth sagte: Hat man sie korrigiert, selbst nur einen Buchstaben, so ist es ebenso, als hätte man sie geschrieben.

11Die Rabbanan lehrten: Man mache den Bogen[in einer Größe] von drei bis acht Kolumnen, kleiner oder größer mache man ihn nicht.

12Ferner mache man nicht zuvielKolumnen, weil es wie ein Brief aussieht, auch nicht zu wenigKolumnen, weil die Augen verwirrtwerden, sondern daß [das Wort] ‘lemišpeḥotekhem’ dreimal [auf die Zeile] gehe.

13Gelangt man zu einem Bogen von neun Kolumnen, so teile man ihn nicht in drei und sechs, sondern in vier und fünf.

14Dies gilt nur vom Anfange des Buches, am Schlusse aber kann es auch ein Vers oder eine Kolumnesein. – Ein Vers, wie kommst dudarauf!? – Vielmehr, ein Vers auf einer ganzenKolumne. –

15Der Rand unten beträgt eine Handbreite, oben drei Finger und zwischen den Kolumnen die Breite von zwei Fingern. Bei einzelnen Büchern [des Fünfbuches]beträgt er unten drei Fingerbreiten, oben zwei Fingerbreiten und zwischen den Kolumnen die Breite des Daumens.

16[Der Raum] zwischen den Zeilen beträgt den Raum der Zeile, zwischen den Wörtern den eines kleinen Buchstabens und zwischen den Buchstaben den eines Haares.

17Man verkleinere nicht die Schrift wegen des unteren Randes oder wegen des oberen Randes oder wegen des Raumes zwischen den Zeilen oder wegen des Raumes zwischen den Abschnitten.

18Gelangt man zu einem Worte von fünfBuchstaben, so schreibe man nicht zwei innerhalb der Kolumne und drei außerhalb der Kolumne,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.