Menachot — Blatt 30b
1sondern drei innerhalb der Kolumne und zwei außerhalb der Kolumne. Gelangt manzu einem Worte von zwei Buchstaben, so werfe man es nicht zwischen die Kolumnen hin, sondern schreibe es auf die folgende Zeile.
2Hat man sich bei einem Gottesnamengeirrt, so radiere man das geschriebene Wortund trage es schwebendnach, und den Gottesnamen schreib man auf die Rasur – so R. Jehuda. R. Jose sagt, man schreibe auch den Gottesnamen schwebend. R. Jiçḥaq sagt, man dürfe auch wegwischenund schreiben.
3R. Šimo͑n b. Šezori sagt, den ganzen Gottesnamen schreibe man schwebend, einen Teil aber nicht. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte im Namen R. Meírs: Man darf den Gottesnamen weder auf eine radierte Stelle noch auf eine verwischte Stelle noch schwebend schreiben. Wie mache man es nun? Man lege den ganzen Bogen fort und verstecke ihn.
4Es wurde gelehrt: R. Ḥananél sagte im Namen Rabhs, die Halakha sei, man schreibe den Gottesnamen schwebend; Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen des R. Jiçḥaq b. Šemuél, die Halakha sei, man wische fort und schreibe ihn. –
5Sollte doch der eine sagen, die Halakha sei wie dieser, und der andere sagen, die Halakha sei wie jener!? – Weil manche es umwenden.
6Rabin b. Ḥenana sagte im Namen U͑las im Namen R. Ḥaninas: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n Šezori. Und noch mehr: überall, wo R. Šimo͑n Šezori etwas lehrt, ist die Halakha nach ihm zu entscheiden. –
7Worauf bezieht sich dies; wollte man sagen, auf das folgende: R, Šimo͑n Šezori sagt, den ganzen Gottesnamen schreibe man schwebend, einen Teil aber nicht, so wird ja hierzu gelehrt: R. Ḥananél sagte im Namen Rabhs, die Halakha sei, man schreibe den Gottesnamen schwebend, Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen des R. Jiçḥaq b. Šemuél, die Halakha sei, man wische fort und schreibe ihn.
8Wenn dem nun so wäre, so sollte er ebenfalls seine Ansichtlehren!? –
9Vielmehr, auf das folgende: R. Šimo͑n Šezori sagte, selbst wenn esfünf Jahre alt ist und auf dem Felde pflügt, sei es durch das Schlachten seiner Mutter [zum Essen] erlaubt. –
10Hierzu wird ja gelehrt: Zee͑ri sagte im Namen R. Ḥaninas, die Halakha sei wie R.Šimo͑n Šezori. Wenn dem nun so wäre, so sollte er es ebenfalls lehren!? –
11Vielmehr, auf das folgende: Anfangs sagten sie, wenn jemand, der in Halseisen [zur Hinrichtung] hinausgeführt wird, sagt, daß man seiner Frau einen Scheidebriefschreibe, so schreibe man ihn und gebe ihr; später sagten sie es auch von einem zur See oder mit einer Karawane Ausreisenden. R. Šimo͑n Šezori sagte dies auch von einem gefährlich [Kranken].
12Oder auch auf das folgende: Ist die Zehnthebe von Demaj zurück unter dieses gekommen, so darf man, wie R. Šimo͑n Šezori sagt, ihnauch wochentagsfragen und auf seine Versicherung hin essen. –
13Hierzu wird ja aber gelehrt: R. Joḥanan sagte, die Halakha sei wie R.Šimo͑n Šezori bei [der Lehre vom] gefährlich [Kranken] und der Zehnthebe von Demaj. Wenn dem nun so wäre, so sollte er es ebenfalls lehren!? –
14Vielmehr auf das Folgende: R. Jose b. Kipper sagte im Namen des R. Šimo͑n Šezori: Hat man ägyptische Bohnen zur Aussaat gesät, von denen ein Teil vor und ein Teil nach Neujahr gewurzelt hat, so darf man die Hebe nicht von diesem für jenen und von jenem für diesen absondern, weil man die Hebe und den Zehnten weder von Neuem für das Alte noch von Altem für das Neue absondern darf.
15Was mache man nun? Man schobere alles zusammen auf, und es ergibt sich, daß man die Hebe oder den Zehnten vom darin enthaltenen Neuen für das Neue und vom darin enthaltenen Alten für das Alte absondert. –
16Hierzu wird ja aber gelehrt: R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Joḥanans, die Halakha sei wie R. Šimo͑n Šezori. Wenn dem nun so wäre, so sollte er es ebenfalls lehren!?
17Vielmehr, erklärte R. Papa, auf [die Lehre von] der Truhe. R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte, auf [die Lehre] vom Weine. R. Papa erklärte,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.