Menachot — Blatt 32a

1oben und unten ließ er einen freien Raum und die Abschnitte offen. Ich sprach zu ihm: Meister, weshalb dies? Da erwiderte er mir: Weil sie sich in der Tora nicht neben einander befinden.

2Hierzu sagte R. Ḥananél im Namen Rabhs, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Elea͑zar. Dies bezieht sich wohl auf das Offenlassen!? –

3Nein, auf den Raum. – Wieviel beträgt der Raum? R. Menasja b. Ja͑qob, manche sagen, R. Šemuél b. Ja͑qob, erwiderte: Die Breite der Schreiberklammer.

4Abajje sprach zu R. Joseph: Bist du etwa nicht der Ansicht, daß Rabh es vom Raume gesagt hat? Rabh hält ja vom Brauche, und jetzt ist es Brauch, sie geschlossen [zu schreiben].

5Rabba sagte nämlich im Namen R. Kahanas im Namen Rabhs: Wenn Elijahu kommen und sagen sollte, man vollziehe die Ḥaliça mit einem Schuh, so höre man auf ihn, wenn aber, man vollziehe sie nicht mit einer Sandale, so höre man auf ihn nicht, weil es beim Volke längst Brauch ist, dies mit einer Sandale zu tun.

6R. Joseph aber sagte im Namen R. Kahanas im Namen Rabhs: Wenn Elijahu kommen und sagen sollte, man vollziehe die Haliça nicht mit einem Schuh, so höre man auf ihn, wenn aber, man vollziehe sie nicht mit einer Sandale, so höre man auf ihn nicht, weil es beim Volke längst Brauch ist, dies mit einer Sandale zu tun.

7Und auf die Frage, welcher Unterschied zwischen ihnen bestehe, [wurde erwidert,] ein Unterschied bestehe zwischen ihnen hinsichtlich eines Schuhesvon vornherein. Vielmehr ist dies auf den Raum zu beziehen. Schließe hieraus.

8R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Es ist Gebot, sie geschlossen zu schreiben, jedoch ist nichts dabei, wenn man sie offen geschrieben hat. Und wenn auch R. Šimo͑n b. Elea͑zar ‘offen’ sagt, so ist dies zu verstehen: auch offen.

9Ihm wäre eine Stütze zu erbringen. Desgleichen darf man, wenn eine Torarolle oder Tephillin morsch geworden sind, aus ihnen keine Mezuza machen, weil man nichts aus einer höheren Heiligkeit in eine niedrigere versetzen darf. Demnach dürfte man dies, wenn man herabsetzen dürfte; wieso denn,

10in jener sind sieja geschlossen und in dieser offen!? – Vielleicht zur Ergänzung. –

11Wieso dürfte man dies, auch wenn man herabsetzen dürfte, es wird ja gelehrt, es sei eine Moše am Sinaj überlieferte Lehre, daß man Tephillin auf Qelaphund die Mezuza auf Dixestos [schreibe]. Beim Qelaph [schreibt man] auf die Fleischseite und beim Dixestos auf die Haarseite!? – Nur als Gebot. –

12Es wird ja aber gelehrt, wenn man anders verfahren hat, sei es untauglich!? – Nur bei den Tephillin. – Es wird ja aber gelehrt, wenn man anders verfahren hat, ob bei diesem oder jenem, sei es untauglich!? – Beides gilt von den Tephillin; eines, wenn man beim Qelaph auf die Haarseite, und eines,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.