Menachot — Blatt 34a
1und einer ist der Ansicht, das ganze ist nur wegen des Gartens errichtet.
2Abajje und Raba entschieden nach Rabba und R. Joseph, und R. Aši entschied erschwerendnach Rabh und Šemuél. Die Halakha ist wie Rabh und Šemuél, erschwerend.
3Es wurde gelehrt: Für einen Treppenschacht, der die [untere] Wohnung mit dem Söller verbindet, ist, wie R. Hona sagte, wenn er eine Tür hat, eine Mezuza erforderlich, und wenn er zwei Türenhat, zwei Mezuzoth erforderlich. R. Papa sagte: Aus der Lehre R. Honas ist zu entnehmen, daß, wenn ein Saal vier Türen hat, für diesen vier Mezuzoth erforderlich sind. – Selbstverständlich!? – Auch in dem Falle, wenn nur eine benutzt zu werden pflegt.
4Amemar sagte: Eine Winkeltürist zur Mezuza pflichtig. R. Aši sprach zu Amemar: Eine solche hat ja keine Pfeiler!? Dieser erwiderte: Das sinddie Pfeiler.
5Einst kam R. Papa zu Mar Šemuél und sah da eine Tür mit nur einem Pfeiler an der linken [Seite], an der eine Mezuza war. Da sprach er zu ihm: Wohl nach R. Meír, aber R. Meír sagt es ja nur von der rechten Seite, sagt er es etwa auch von der linken!? –
6Wieso dies? – Es wird gelehrt:Deines Hauses, deines Eintretens, rechts. Du sagst, rechts, vielleicht ist dem nicht so, sondern links? Es heißt: deines Hauses. – Wieso geht dieshieraus hervor? Rabba erklärte: [Richte dich] nach deinem Eintreten, rechts; wenn man nämlich seine Füße in Bewegung setzt, beginnt man mit dem rechten.
7R. Šemuél b. Aḥa folgerte dies vor R. Papa im Namen des Raba b. U͑la aus folgendem:Darauf nahm der Priester Jehojada͑ eine Lade, bohrte ein Loch in ihren Deckel und stellte sie neben den Altar, zur Rechten dessen, der in den Tempel des Herrn hineinging; da hinein taten die Priester, die die Schwelle hüteten, alles Geld, das zum Tempel des Herrn gebracht wurde. –
8Was ist dies für eine Lehre R. Meírs? – Es wird gelehrt: Ein Haus, das nur einen Pfeiler hat, ist nach R. Meír zur Mezuza pflichtig und nach den Weisen frei. – Was ist der Grund der Rabbanan? – Es heißt:die Pfosten. –
9Was ist der Grund R. Meírs: Es wird gelehrt: Die Pfosten, unter die Pfosten sind wenigstens zwei zu verstehen, und wenn es im anderen Abschnitte überflüssigerweise wiederum Pfosten heißt, so ist dies eine Einschließung hinter einer Einschließung, und eine Einschließung hinter einer Einschließung ist ausschließend; die Schrift hat damit einen Pfosten vermindert– so R. Jišma͑él:
10R. A͑qiba sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt:an der Oberschwelle und an den zwei Türpfosten, und da [das Wort] zwei überflüssig ist, so ist dies eine Hauptnorm, daß überall, wo es Pfosten heißt, einer zu verstehen sei, es sei denn, daß die Schrift ausdrücklich zwei sagt.
11Die Rabbanan lehrten:Du sollst sie schreiben; man könnte glauben, auf die Steine, so heißt es hierbei schreiben und auch dortheißt es schreiben, wie dort auf einen Brief, ebenso auch hierbei auf einen Brief.
12Oder aber wie folgt: hierbei heißt es schreiben und auch dortheißt es schreiben, wie dort auf Steine, ebenso auch hierbei auf Steine.
13Man beachte daher, mit wem es zu vergleichen ist; man vergleiche das für Generationen bestimmte Schreiben mit dem für Generationen bestimmten Schreiben, und man vergleiche nicht das für Generationen bestimmte Schreiben mit dem nicht für Generationen bestimmten Schreiben. Wie es dort heißt:Baruch sprach zu ihnen: Er sagte mir mündlich alle diese Worte vor, und ich schrieb sie mit Tinte in das Buch.
14R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Der Allbarmherzige sagt: auf die Pfosten, und du sagst, man folgere aus [dem Worte] schreiben!? – Die Schrift sagt: du sollst sie schreiben, eine vollkommeneSchrift, nachher erst heißt es: auf die Pfosten. –
15Wozu ist, wenn der Schriftvers solautet, [der Schluß] durch Wortanalogie nötig!? – Wenn nicht [der Schluß] durch Wortanalogie, könnte man glauben, man schreibe es auf den Steinund setze ihn auf die Schwelle, so lehrt er uns.
16DIE VIER ABSCHNITTE DER TEPHILLIN SIND VON EINANDER ABHÄNGIG; SIE SIND SOGAR VON EINEM SCHRIFTZEICHEN ABHÄNGIG. Selbstverständlich!?
17R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Dies ist wegen des Häkchens eines Jod nötig. – Auch dies ist ja selbstverständlich!? – Dies ist wegen einer anderen Lehre R. Jehudas nötig; R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs, wenn ein Buchstabe nicht an allen vier Seiten vom Pergament umgeben ist, sei er untauglich.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.