Menachot — Blatt 37a

1R. Jose Plattnasesagte: Wir finden auch, daß die rechte ‘Hand’ genannt wird, denn es heißt:da sah Joseph, daß sein Vater die rechte Hand tat. – Und jener !? – Wohl heißt sie rechte Hand, Hand schlechthin heißt sie aber nicht.

2R.Nathan sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt:du sollst sie binden, und:du sollst sie schreiben, wie das Schreiben mit der rechten erfolgt, ebenso auch das Binden mit der rechten, und wenn das Binden mit der rechten erfolgt, so erfolgt das Anlegen an die linke. – Woher entnimmt R. Jose Plattnase, daß das Anlegen an die linke erfolgen muß!? – Er entnimmt dies aus der Stelle, aus der R. Nathan es entnimmt.

3R. Aši erklärte: Aus jadkhah, mit He, die schwache[Hand]. R. Abba sprach zu R. Aši: Vielleicht die kräftigeHand!? Dieser erwiderte: Ist es denn mit Ḥeth geschrieben!?

4Hierüber [streiten folgende] Tannaím: Jadkhah, mit He, das ist die linke. Manche erklären: Jadkhah, dies schließt den Verstümmeltenein. Ein Anderes lehrt: Wer keinen [linken] Arm hat, ist von den Tephillin befreit. Manche sagen: Jadkhah, dies schließt den verstümmelten ein.

5Die Rabbanan lehrten: Der Linkshändige lege die Tephillin an die Rechte, die für ihn Linke ist. – Es wird ja aber gelehrt, daß er sie an die Linke, die bei jedermann die Linke ist, lege!? Abajje erwiderte: Dies bezieht sich auf einen, der beide Hände beherrscht.

6In der Schule Menašes wurde gelehrt: An deiner Hand, das ist der Armmuskel: zwischen deinen Augen, das ist der Scheitel. – Wo? In der Schule R. Jannajs erklärten sie: Wo der Schädel eines Kindes weich ist.

7Pelemo fragte Rabbi: An welchen legt derjenige, der zwei Köpfe hat, die Tephillin an? Da sprach dieser: Entweder du gehst in die Verbannung oder du nimmst den Bannauf dich. Währenddessen kam ein Mann und sprach zu ihm: Mir ist ein Kind mit zwei Köpfen geboren worden; wieviel habe ich dem Priesterzu geben? Da kam ein Greis und lehrte, er habe zehn Sela͑ zu geben. –

8Dem ist ja aber nicht so, Rami b. Ḥama lehrte ja: Aus dem Schriftverse:auslösen sollst du den Erstgeborenen des Menschen, könnte man entnehmen, auch wenn er innerhalb dreißig Tagen totverletzt geworden ist, so heißt es nur, teilend!? –

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.