Menachot — Blatt 44b
1der Herr über ihnen, siewerden leben, ganz durch sie lebt mein Geist; stärke mich und belebe mich.
2DER WEIN IST NICHT ABHÄNGIG VOM MEHL UND VOM ÖL, UND DIESE SIND VOM WEIN NICHT ABHÄNGIG. DIE SPRENGUNGEN AUF DEN ÄUSSEREN ALTAR SIND VON EINANDER NICHT ABHÄNGIG.
3GEMARA. Die Rabbanan lehrten:Und ihre Speisopfer und ihre Gußopfer, man bringe zuerst das Speisopfer dar und nachher das Gußopfer. Rabbi sagte:Schlachtopfer und Gußopfer, man bringe das Schlachtopfer und daraufdas Gußopfer. –
4Und Rabbi, es heißt ja: und ihre Speisopfer und ihre Gußopfer!? – Dies deutet auf das folgende: ihre Speisopfer und ihre Gußopfer, auch nachts, ihre Speisopfer und ihre Gußopfer, auch am folgenden Tage. –
5Und die Rabbanan, es heißt ja: Schlachtopfer und Gußopfer!? – Dies deutet auf eine Lehre Zee͑ris, denn Zee͑ri sagte, das Gußopfer werde erst durch das Schlachten des Schlachtopfers heilig. –
6Dies ist ja auch nach Rabbi wegen der Lehre Zee͑ris nötig, und ebenso nach den Rabbanan [die Auslegung:] ihre Speisopfer und ihre Gußopfer, auch nachts, ihre Speisopfer und ihre Gußopfer, auch am folgenden Tage!? –
7Vielmehr, folgendes ist der Grund der Rabbanan; es heißt:Brandopfer und Speisopfer. – Und Rabbi, es heißt ja: Brandopfer und Speisopfer!? –
8Vielmehr, werden sie mit dem Schlachtopfer zusammen dargebracht, so stimmen alle überein, daß zuerst das Speisopfer und nachher das Gußopfer darzubringen ist, denn es heißt: Brandopfer und Speisopfer, sie streiten nur über den Fall, wenn sie besonders dargebracht werden. Die Rabbanan sind der Ansicht, wie bei der Darbringung mit dem Schlachtopfer zuerst das Speisopfer und nachher das Gußopfer dargebracht wird, so ist auch bei der gesonderten Darbringung zuerst das Speisopfer und nachher das Gußopfer darzubringen;
9Rabbi aber ist der Ansicht, dies gelte nur von jenem Falle, da mit dem Essenbegonnen worden ist, so beende man alles, was zum Essen gehört, bei der gesonderten Darbringung aber ist das Gußopfer zu bevorzugen, da der Lobgesangüber dieses vorgetragen wird.
10DIE SPRENGUNGEN AUF DEN ÄUSSEREN ALTAR SIND VON EINANDER NICHT ABHÄNGIG.
11Die Rabbanan lehrten: Woher, daß man, wenn man von den Sprengungen des äußeren Altars nur eine Sprengung auf getragen hat, Sühne erlange? Es heißt:das Blut deiner Schlachtopfer ist auszugießen auf den Altar des Herrn, deines Gottes.
12DIE FARREN, DIE WIDDER, DIE LÄMMER UND DIE ZIEGENBÖCKE SIND VON EINANDERNICHT ABHÄNGIG. R. ŠIMO͑N SAGTE: SIND MEHRERE FARREN UND KEINE GUSSOPFERVORHANDEN, SO BRINGE MAN EINEN FARREN MIT SEINEM GUSSOPFER, NICHT ABER ALLE OHNE GUSSOPFER.
13GEMARA. Von welchen Farren und Lämmern [wird hier gesprochen], wollte man sagen, von den des [Hütten]festes, so heißt es ja von diesen: nach Vorschrift, nach ihrer Vorschrift!? –
14Vielmehr, von den des Neumondes und des Wochenfestes im Buche Numeri. –
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.