Menachot — Blatt 48a
1und die anderen werden nach erfolgter Auslösung gegessen. Die Jünger sprachen vor R. Ḥisda: Dies ist gegen die Ansicht Rabbis,
2denn wo könnte man sie nach Rabbi, welcher sagt, die Heiligung erfolge durch das Schlachten, auslösen:
3löst man sie außerhalbaus, so werden sie ja, da esvor dem Herrn heißt, durch das Hinausbringen untauglich, und wenn innerhalb, so bringt man ja Profanesin den Tempelhof.
4R. Ḥisda erwiderte ihnen: Tatsächlich nach Rabbi, und zwar löse man sie innerhalb aus, denn profan werden sievon selbst.
5Rabina sprach zu R. Aši: Es wird ja gelehrt, daß man sie nur außerhalb auslöse!? –
6Dies ist entschieden nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, denn nach Rabbi werden sie durch das Hinausbringen untauglich.
7R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Hieraus wäre also eine Widerlegung R. Joḥanans zu entnehmen. Es wurde nämlich gelehrt: Hat man ein Dankopfer zu achtzig Broten geschlachtet, so sind, wie Ḥizqija sagt, vierzig von den achtzig heilig, und wie R. Joḥanan sagt, keine vierzig von den achtzig heilig. –
8Hierzu wurde ja gelehrt: R. Zera sagte: Alle stimmen überein, daß sie heilig sind, wenn man gesagt hat, vierzig von den achtzig mögen heilig sein, und auch hierbei gilt dies von dem Falle, wenn man gesagt hat, zwei von den vier mögen heilig sein.
9R. Ḥanina aus Tirṭarezitierte vor R. Joḥanan: Hat man vier Lämmer zu zwei Broten geschlachtet, so nehme man zwei von diesen und sprenge das Blut auf einen anderen Namen,
10denn wenn du nicht so entscheidest, so verdirbst du die letzteren.
11R. Joḥanan sprach zu ihm: Sollte man denn zu einem sagen: auf, sündige, damit du gewinnest!? –
12Es wird ja gelehrt: Wenn Glieder von einem Sündopfer mit Gliedern von einem Brandopfer vermischt worden sind, so lege man diese, wie R. Elie͑zer sagt, oben und das Fleisch vom Sündopfer betrachte man als Brennholz; die Weisen sagen, man lasse sie verderben, und sie kommen in den Verbrennungsraum.
13Weshalbdenn, man sollte ja sagen: auf, sündige, damit du gewinnest!? –
14Wir sagen wohl: auf, sündige beim Sündopfer, damit du beim Sündopfergewinnest, nicht aber sagen wir: auf, sündige beim Sündopfer, damit du beim Brandopfer gewinnest. –
15Sagen wir dies etwa bei einer Sache, es wird ja gelehrt: Hat man die Lämmer des Wochenfestes auf einen anderen Namen geschlachtet, oder hat man sie vor oder nach der Zeit geschlachtet, so ist das Blut zu sprengenund das Fleisch zu essen;
16ist es ein Šabbath, so sprengeman nicht; hat man gesprengt, so ist es gültig, sodaß abends die Opferteile aufzuräuchern sind.
17Weshalb denn, man sollte ja sagen: auf, sündige, damit du gewinnest!? –
18Wir sagen wohl: auf, sündige am Šabbath, damit du am Šabbath gewinnest, nicht aber: auf, sündige am Šabbath, damit du wochentags gewinnest. –
19Sagen wir dies etwa nicht auch bei zwei Sachen, wir haben ja gelernt: Wenn ein Faß [Wein] von Hebe in der oberen Kelter zerbricht und in der unteren sich profaner unreiner [Wein] befindet, so muß man, wie R. Elie͑zer und R. Jehošua͑ übereinstimmen, wenn es möglich ist, ein Viertellog in Reinheit zu retten, diestun,
20wenn aber nicht, so lasse man ihn, wie R. Elie͑zer sagt,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.