Menachot — Blatt 50a
1aber sieben müßten es ja sein!? – Vielmehr, der Autor spricht von den gewöhnlichen [Tagen], und [die Angabe:] ausreichend für einen Šabbath und die beiden Festtage des Neujahres, ist nur ein Merkzeichen.
2Dies ist auch zu beweisen, denn es heißt: wie für einen Šabbath, es heißt aber nicht: [ausreichend] für einen Šabbathund die beiden Festtage des Neujahres. Schließe hieraus.
3HABEN SIE DAS LAMM MORGENS NICHT DARGEBRACHT &C. R. ŠIMO͑N SAGTE: DAS GANZE WURDE ABENDS DARGEBRACHT, DENN DER GOLDENE ALTAR WIRD NUR MIT DEM RÄUCHERWERKE EINGEWEIHT. Wer spricht hier von der Einweihung? –
4[Die Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: haben sie das Lamm morgens nicht dargebracht, so bringen sie es abends nicht dar; dies gilt nur von dem Falle, wenn der Altar noch nicht eingeweihte worden ist, ist aber der Altar eingeweiht worden, so bringen sie es abends dar.
5R. Šimo͑n sagte: Nur dann, wenn es durch Zwang oder versehentlich erfolgt ist, wenn sie aber vorsätzlich das Lamm morgens nicht dargebracht haben, so bringen sie es auch abends nicht dar. Haben sie das Räucherwerk morgens nicht geräuchert, so räuchern sie es dennoch abends. –
6Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:Und das andere Lamm sollst da abends herrichten; nur das andere ist abends [herzurichten], nicht aber ist das erste abends [herzurichten].
7Dies gilt nur von dem Falle, wenn der Altar noch nicht eingeweiht worden ist, ist aber der Altar eingeweiht worden, so ist auch das erste abends [herzurichten].
8R. Šimo͑n sagte: Nur dann, wenn dies durch Zwang oder versehentlich erfolgt ist, haben sie aber vorsätzlich das Lamm morgens nicht dargebracht, so bringen sie es auch abends nicht dar. Haben sie das Räucherwerk morgens nicht geräuchert, so räuchern sie es dennoch abends. –
9Sollte denn, weil die Priester gefehlthaben, der Altar leer bleiben!? Raba erwiderte: Er meint es wie folgt: diesedürfen nicht darbringen, wohl aber bringen andere dar;
10haben sie aber morgens das Räucherwerk nicht geräuchert, so räuchern sie es abends. Dies ist nämlich seltenund macht reich, daher begeht man daran keine Fahrlässigkeit.
11R. ŠIMO͑N SAGTE: DAS GANZE WÜRDE ABENDS DARGEBRACHT, DENN DER GOLDENE ALTAR WIRD NUR MIT DEM RÄUCHERWERKE DES ABENDS EINGEWEIHT &C. Es wird ja aber gelehrt: mit dem Räucherwerke des Morgens!? – [Hierüber streiten] Tannaím.
12Abajje sagte: Die Ansicht desjenigen, welcher sagt, mit dem Räucherwerke des Abends, ist einleuchtend; es heißt:Morgen für Morgen, wenn er die Lampen putzt, soll er es räuchern;
13wieso könnte er sie morgens putzen, wenn das Anzünden nicht am Abend [vorher] erfolgt seinwürde!?
14Derjenige aber, welcher sagt, mit dem Räucherwerke des Morgens, folgert dies vom Brandopferaltar; wie dieser mit dem beständigen Opfer des Morgens, ebenso auch jener mit dem Räucherwerke des Morgens.
15DER TISCH NUR MIT DEM SCHAUBROTE AM ŠABBATH. Demnach wurde er wochentags nur nicht eingeweiht, wohl aber wird esheilig!? –
16Dies lehrt er uns eben: die Einweihung und die Heiligung durch den Tisch erfolgt nur am Šabbath. Dem entspricht auch der Schlußsatz: und der Leuchter nur mit den sieben Lampen abends.
17Die Rabbanan lehrten: Dasist das Räucherwerk, das für Einzelpersonen auf dem äußeren Altar dargebracht worden ist, und zwar war es eine Bestimmung pro praesenti. – Wo war dies? R. Papa erwiderte: Bei den Stammesfürsten. –
18Demnach darf es ein einzelner nur auf dem äußeren Altar nicht darbringen, wohl aber auf dem inneren Altar. Ferner: auf dem äußeren Altar darf nur ein einzelner nicht darbringen, wohl aber die Gemeinde.
19[Dem widersprechend] wird ja aber gelehrt: Man könnte glauben, ein einzelner dürfe esfreiwillig spenden und darbringen, und hiervon heiße es:den Ausspruch deiner Lippen sollst da halten, so heißt es:ihr sollt auf ihn nicht fremdes Räucherwerk bringen.
20Man könnte glauben, nur ein einzelner dürfe es nicht bringen, weil er solches nicht als Pflichtopfer bringt,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.