Menachot — Blatt 52b

1ein doppeltes Quantum Weihrauch erforderlich oder nicht: sagen wir, da das Mehl verdoppelt worden ist, sei auch der Weihrauch zu verdoppeln, oder aber gilt dies nur von dem, wovon dies ausdrücklich gesagtist, nicht aber von dem, wovon dies nicht ausdrücklich gesagt ist?

2Und wie verhält es sich mit dem Ölsowohl nach Abba Jose b. Dostaj als auch nach den Rabbanan?

3Raba erwiderte: Komm und höre: Es gibt fünf Haufen[Weihrauch]; wenn dem sowäre, kann es ja vorkommen, daß es sieben sind!? – Von Ausnahmefällen lehrt er nicht.

4R. Papa saß und trug diese Lehre vor, da sprach R. Joseph b. Šema͑ja zu R. Papa: Das Darbringen des Haufens außerhalbist ja ein Ausnahmefall, dennoch lehrt er ihn!? –

5Wie bleibt es damit? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Komm und höre, es wird gelehrt: Wenn der Hochpriester gestorben ist und kein anderer an seiner Stelle eingesetzt worden ist, so ist ein ganzes I͑saron morgens und ein ganzes abends erforderlich; ferner sind zwei Haufen [Weihrauch] abzusondern, einer morgens und einer abends; ferner sind drei Log [Öl] abzusondern, anderthalb Log morgens und anderthalb Log abends.

6Nach wessen Ansicht, wenn nach den Rabbanan, weshalb ist der Weihrauch verdoppelt worden, das Öl aber nicht verdoppelt worden!?

7Doch wohl nach Abba Jose b. Dostaj, nach dem auch sonst für das Pfannenopfer des Hochpriesters zwei Haufen [Weihrauch] erforderlich sind, somit ist der Weihrauch nicht verdoppelt worden und das Öl nicht verdoppelt worden;

8wenn nun nach Abba Jose b. Dostaj das Öl nicht verdoppelt wird, so wird nach den Rabbanan nicht der Weihrauch und nicht das Öl verdoppelt.

9R. Joḥanan sagte: Die Halakha ist wie Abba Jose b. Dostaj. – Kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, R. Joḥanan sagte ja, die Halakha sei nach einer anonymen Mišna zu entscheiden, und eine solche lehrt ja, es gebefünf Haufen!? –

10Amoraím streiten über die Ansicht R. Joḥanans.

11ALLE SPEISOPFER WERDEN UNGESÄUERT DARGEBRACHT, AUSGENOMMEN SIND DIE GESÄUERTEN [BROTE] DES DANKOPFERS UND DIE ZWEI BROTE, DIE GESÄUERT DARGEBRACHT WERDEN.

12R. MEÍR SAGTE: DER SAUERTEIG WURDE DIESEN SELBST ENTNOMMEN, UND DIESER SÄUERTE SIE.

13R. JEHUDA SAGTE: DIES IST NIGUT ZU BEVORZUGEN; VIELMEHR HOLTE MAN [ANDEREN] SAUERTEIG, LEGTE IHN IN DAS GEFÄSS UND FÜLLTE ES DANN. MAN ENTGEGNETE IHM: AUF DIESE WEISE KANN ES ZU WENIG ODER ZU VIEL SEIN.

14GEMARA. R. Perida fragte R. Ami: Woher, daß alle Speisopfer ungesäuert dargebracht werden? – ‘Woher’, von manchen steht dies geschrieben, und von denjenigen, von welchen dies nicht geschrieben steht, heißt es:

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.