Menachot — Blatt 53a
1dies ist das Gesetz des Speisopfers; die Söhne Ahrons sollen es darbringen vor dem Herrn an der Vorderseite des Altars, und was davon zurückbleibt, sollen Ahron und seine Söhne essen, ungesäuert soll es gegessen werden. Jener entgegnete: Ich frage nicht hinsichtlich des Gebotes, ich frage nur hinsichtlich der Unerläßlichkeit.
2Dieser erwiderte: Auch hinsichtlich der Unerläßlichkeit heißt es: es soll nicht gesäuert gebacken werden, nur ungesäuert.
3R. Ḥisda wandte ein: Vielleicht: es soll nicht gesäuert gebacken werden, jedoch halbgesäuert!? –
4Welches Halbgesäuerte: das des R. Meírist ja nach R. Jehuda richtiges Ungesäuertes, das des R. Jehudaist ja nach R. Meír richtiges Gesäuertes,
5und das des R. Meír nach R. Meír ist ja, da dieserhalb zu geißeln ist, ebenfalls Gesäuertes? Vielmehr, das des R. Jehuda nach R. Jehuda.
6R. Naḥman b. Jiçḥaq wandte ein: Vielleicht: es soll nicht gesäuert gebacken werden, nur gebrüht!? – Gebrüht ist ja eingerührt, bei manchen heißt es ‘eingerührt’ und bei manchen nicht. –
7Vielleicht ist bei solchen, wo es ‘eingerührt’ heißt, das Einrühren erforderlich, und solche, bei denen es nicht ‘eingerührt’ heißt, können nach Belieben sowohl eingerührt als auch ungesäuert sein!?
8Rabina wandte ein: Vielleicht besagen [die Worte:] es soll nicht gesäuert gebacken werden, daß man dadurch ein Verbot begehe, untauglich ist es aber nicht!?
9Woher wissen wir dies nun? – Es wird gelehrt:Ungesäuert, man könnte glauben, nur als Gebot, so heißt es:soll es sein, die Schrift hat dies zur Pflicht gemacht.
10R. Perida fragte R. Ami: Woher, daß man alle Speisopfer mit lauwarmem [Wasser] knete und darauf achte, daß sie nicht säuern: ist dies vom Pesaḥ[gebote] zu folgern, wobei es heißt:ihr sollt auf die ungesäuerten Brote achten?
11Dieser erwiderte: Von diesen selbst heißt es:Ungesäuertes soll es sein, erhalte es dabei. – Hieraus wird ja die Unerläßlichkeit entnommen!? – Es könnte ja heißen: Ungesäuertes ist es,
12wenn es aber heißt: soll es sein, so ist hieraus beides zu entnehmen.
13Die Jünger sprachen zu R. Perida: R. E͑zra, der Enkel des R. Autilos, zehntes Glied des R. Elea͑zar b. A͑zarja, der zehntes Glied E͑zras war, steht an der Tür. Dieser sprach:
14Was soll dies alles; ist er ein Gelehrter, schön, ist er ein Gelehrter und ein Nachkomme bedeutender Vorfahren, schön, und ist er ein Nachkomme bedeutender Vorfahren und kein Gelehrter, so mag das Feuer ihn verzehren. Sie erwiderten ihm: Er ist ein Gelehrter. Da sprach er: So mag er eintreten.
15Hierauf bemerkte er, daß dieser betrübt war; da begann er und sprach:Ich sprach zum Herrn: Du bist mein Gott, mein Gutes ist nicht bei dir. Die Gemeinde Jisraél sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, laß es mir zugute kommen, daß ich dich auf dieser Welt bekannt gemacht habe!
16Er erwiderte ihr: Mein Gutes ist nicht bei dir; dies lasse ich nicht dir zugute kommen, sondern Abraham, Jiçḥaq und Ja͑qob, die mich zuerst in der Welt bekannt gemacht haben, wie es heißt:die Heiligen, die schon in der Erde sind, die Starken, an denen all mein Gefallen ist.
17Als dieser ihn von den Starken sprechen hörte, begann er und sprach: Es komme der Starke und räche die Starken an den Starken durch das Starke.
18Es komme der Starke, das ist der Heilige, gepriesen sei er, wie es heißt:stark ist der Herr in der Höhe. Räche die Starken, das sind die Jisraéliten, wie es heißt: die Starken, an denen all mein Gefallen ist. An den Starken, das sind die Miçrijim, wie es heißt:es sanken wie Blei in das Wasser die Starken. Durch das Starke, das ist das Wasser, wie es heißt:aus dem Brausen starker Wasser, der Meeresbrandung.
19Es komme der Geliebte, der Sohn des Geliebten, und baue das Geliebte für den Geliebten im Gebiete des Geliebten, damit die Geliebten da Sühne erlangen.
20Es komme der Geliebte, das ist der König Šelomo; wie es heißt:er sandte den Propheten Nathan und ließ seinen Namen Jedidja [Gottlieb] nennen, wegen des Herrn.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.