Menachot — Blatt 53b

1Der Sohn des Geliebten, das ist Abraham, wie es heißt:was will mein Geliebter in meinem Hause. Baue das Geliebte, das ist der Tempel, wie es heißt:wie geliebt sind deine Wohnstätten. Für den Geliebten, das ist der Heilige, gepriesen sei er, wie es heißt:ich will meinem Geliebten singen.

2Im Gebiete des Geliebten, das ist Binjamin, wie es heißt:zu Binjamin sprach er: Geliebter des Herrn, er ruhe in Sicherheit. Damit die Geliebten Sühne erlangen, das sind die Jisraéliten, wie es heißt:ich habe das Geliebte meiner Seele in die Hände seiner Feinde gegeben.

3Es komme der Gute und empfange das Gute vom Guten für die Guten. Es komme der Gute, das ist Moše, wie es heißt:und sie sah, daß er gut war. Empfange das Gute, das ist die Tora, wie es heißt:eine gute Lehre habe ich euch gegeben. Vom Guten, das ist der Heilige, gepriesen sei er, wie es heißt:der Herr ist gut gegen alle. Für die Guten, das sind die Jisraéliten, wie es heißt:erweise Gutes, o Herr, den Guten.

4Es komme dieser und empfange dieses von diesem für dieses Volk. Es komme dieser, das ist Moše, wie es heißt:denn dieser Mann, der Moše. Empfange dieses, das ist die Tora, wie es heißt:dies ist die Tora, die Moše vorlegte. Von diesem, das ist der Heilige, gepriesen sei er, wie es heißt:dieser ist mein Gott, ich will ihn verherrlichen. Für dieses Volk, das sind die Jisraéliten, wie es heißt:dieses Volk, das du dir geeignet hast.

5R. Jiçḥaq sagte: Als der Tempel zerstört wurde, traf der Heilige, gepriesen sei er, Abraham im Tempel stehen. Da sprach er zu ihm: Was sucht mein Geliebter in meinem Hause?

6Dieser erwiderte: Ich bin in der Angelegenheit meiner Kinder gekommen. Er entgegnete: Deine Kinder haben gesündigt und sind vertrieben worden. Dieser sprach: Vielleicht haben sie versehentlich gesündigt? Er erwiderte:Bosheiten verübt. Jener sprach: Vielleicht hat nur die Minderheit gesündigt? Er erwiderte: Die Mehrheit. –

7Du solltest ihnen der Beschneidung gedenken. Er erwiderte:Das heilige Fleisch ließen sie entfernen. Jener sprach: Vielleicht würden sie, wenn du ihnen gewartet hättest, Buße getan haben. Er erwiderte:Deine Missetat, wenn du frohlockst.

8Hierauf schlug er die Hände über das Haupt und schrie und weinte, indem er sprach: Vielleicht gibt es gar, behüte und bewahre, kein Mittel für sie!? Da ertönte eine Hallstimme und sprach zu ihm:Einen frischgrünen Olivenbaum, prangend mit schöner Frucht, nannte dich der Herr. Wie der Olivenbaum seine Zukunft erst spät erreicht, ebenso erreichen auch die Jisraéliten ihre Zukunft erst spät.

9Beim Tone des gewaltigen Geräusches legte er Feuer an ihn und zersplitterte seine Äste. R. Ḥenana b. Papa sagte: Wegen des Tones der Kundschaftersind die Äste der Jisraéliten zersplittert worden. R. Ḥenana b. Papa sagte nämlich: Ein starkes Wort sprachen die Kundschafter in jener Stunde:er ist stärker als wir, und man lese nicht als wir, sondern als er; selbst der Hausherr kann, als ob man dies sagen könnte, seine Geräte von da nicht holen.

10R. Ḥija b. Ḥenana wandte ein: Wieso heißt es demnach: beim Tone des gewaltigen Geräusches, es sollte ja heißen: beim Tone der Worte!? Vielmehr, der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Abraham: Ich habe deine Stimme gehört und erbarmtemich ihrer. Anfangs sagte ich: sie sollen in vier Reichen geknechtet werden, in jedem so lange wie in allen vierzusammen,

11nun aber nur so lange wie später festgesetzt worden ist. Manche sagen: Anfangs sagte ich: nach einander, nun aber soll es gleichzeitig erfolgen.

12R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Die Jisraéliten werden deshalb mit einem Olivenbaume verglichen, um dir zu sagen, wie die Blätter des Olivenbaumes weder im Sommer noch in der Regenzeit abfallen, ebenso gibt es auch für die Jisraéliten ewig kein Aufhören, weder auf dieser Welt noch in der zukünftigen Welt. Auch sagte R. Joḥanan: Die Jisraéliten werden deshalb mit einem Olivenbaume verglichen, um dir zu sagen, wie die Olive ihr Öl nur durch Pressen hergibt, ebenso wenden sich die Jisraéliten nur durch Züchtigungen zum Guten.

13R. MEÍR SAGTE: DER SAUERTEIG WURDE DIESEN SELBST ENTNOMMEN UND DIESER SÄUERTE SIE &C. Was heißt zu viel oder zu wenig.

14R. Ḥisda erwiderte: Ist der Sauerteig hart, so ist es zu viel, ist er weich, so ist es zu wenig. –

15Schließlich wird es ja aber in das I͑saronhineingemessen!? –

16Rabba und R. Joseph erklärten beide, man richte sich nach dem früheren Zustande. –

17Sollte man doch etwas davonnehmen, es anderwärts säuern lassen und damit zusammen kneten!? – Es wird berücksichtigt, man könnte [Sauerteig] von anderwärts holen.

18Die Rabbanan lehrten: Man darf nichtmit Äpfeln säuern;

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.