Menachot — Blatt 61a
1Ich schließe andere Opfer ein, weil sie selbständig dargebrachtwerden, und ich schließe das Speisopfer des Gußopfers aus, weil es nicht selbständig dargebrachtwird. Man könnte nun glauben, das Speisopfer der Priester und das Speisopfer des gesalbten Priesters, die selbständig dargebracht werden, benötigen des Schwingens, so heißt es: bringe es heran. – Dies ist ja an sich nötig, daß nämlich das Heranbringen erforderlich ist!? –
2Aus [dem Worte]: bringe es heran, – Was veranlaßt dich, andere Speisopfer einzuschließen und das Speisopfer der Priester und das Speisopfer des gesalbten Priesters auszuschließen? –
3Ich schließe andere Speisopfer ein, weil von ihnen aufs Altarfeuer kommt, sie selbständig dargebracht werden, und einen Anteil für die Priester enthalten, und ich schließe die zwei Brote und das Schaubrot aus, weil von ihnen nichts aufs Altarfeuer kommt, das Speisopfer des Gußopfers, weil es nicht selbständig dargebracht wird, und das Speisopfer der Priester und das Speisopfer des gesalbten Priesters, weil sie keinen Anteil für die Priester enthalten.
4Er hebe ab; man könnte glauben, mit einem Gefäße, so heißt es:er hebe davon mit seiner Faust ab; wie das Abheben, von dem da gesprochen wird, mit der Faust erfolgt, ebenso erfolgt auch das Abheben, von dem hier gesprochen wird, mit der Faust.
5FOLGENDE BENÖTIGEN DES SCHWINGENS UND NICHT DES HERANBRINGENS: DAS LOG ÖL DES AUSSÄTZIGEN UND DESSEN SCHULDOPFER, DIE ERSTLINGE NACH R. ELIE͑ZER B. JA͑QOB, DIE OPFERTEILE DES HEILSOPFERS EINES EINZELNEN UND BRUST UND SCHENKEL DESSELBEN,
6SOWOHL VON MÄNNERN ALS AUCH VON FRAUEN, NUR DURCH JISRAÉLITEN UND NICHT DURCH ANDERE, UND DIE ZWEI BROTE UND DIE ZWEI LÄMMER DES WOCHENFESTES.
7WIE VERFÄHRT ER DABEI? ER LEGT DIE BEIDEN BROTE AUF DIE BEIDEN LÄMMER, SCHIEBT BEIDE HÄNDE UNTER DIESE [UND SCHWINGT] HIN UND HER, NACH OBEN UND NACH UNTEN, DENN ES HEISST:die geschwungen and hochgehoben wurden. DAS SCHWINGEN ERFOLGTE IN DER OSTSEITEUND DAS HERANBRINGEN IN DER WESTSEITE. DIE SCHWINGUNGEN GEHEN DEN HERANBRINGUNGEN VOR.
8DAS SPEISOPFER DER SCHWINGEGARBE UND DAS EIFERSUCHTS-SPEISOPFER BENÖTIGEN DES HERANBRINGENS UND DES SCHWINGENS. DAS SCHAUBROT UND DAS SPEISOPFER DES GUSSOPFERS BENÖTIGEN WEDER DES HERANBRINGENS NOCH DES SCHWINGENS.
9R. ŠIMO͑N SAGTE: BEI DREI ARTENGIBT ES [ZUSAMMEN] DREI GEBOTE, BEI JEDER NUR ZWEI UND NICHT DAS DRITTE. FOLGENDE SIND ES: DAS HEILSOPFER EINES EINZELNEN, DAS HEILSOPFER DER GEMEINDE UND DAS SCHULDOPFER DES AUSSÄTZIGEN.
10DAS HEILSOPFER EINES EINZELNEN BENÖTIGT DES STÜTZENS LEBEND UND DES SCHWINGENS GESCHLACHTET, NICHT ABER DES SCHWINGENS LEBEND; DAS HEILSOPFER DER GEMEINDE BENÖTIGT DES SCHWINGENS LEBEND UND GESCHLACHTET, NICHT ABER DES STÜTZENS; DAS SCHULDOPFER DES AUSSÄTZIGEN BENÖTIGT DES STÜTZENS UND DES SCHWINGENS LEBEND, NICHT ABER DES SCHWINGENS GESCHLACHTET.
11GEMARA. Die Rabbanan lehrten:Er bringe es als Schuldopfer dar mit dem Log Öl und mache mit ihnen eine Schwingung; dies lehrt, daß sie eines gemeinsamen Schwingens benötigen.
12Woher, daß man der Pflicht genügt hat, auch wenn man das eine besonders und das andere besonders geschwungen hat? Es heißt: er bringe es als Schuldopfer dar, und schwinge. Man könnte glauben, man schwinge einmal und dannwiederum, so heißt es eine Schwingung, nicht aber Schwingungen.
13Vor dem Herrn, in der Ostseite. – Du erklärtest ja aber: vor dem Herrn, man könnte glauben, in der Westseite!? –
14Ich will dir sagen, dies nur hinsichtlich des Speisopfers, da es Sündopfer genanntwird, und das Sündopfer des Fundamentesbenötigt, während die südöstliche Ecke kein Fundament hatte, hierbeiaber heißt diese‘vor dem Herrn’.
15DIE ERSTLINGE NACH R. ELIE͑ZER B. JA͑QOB. Was [lehrt hierüber] R. Elie͑zer b. Ja͑qob? – Es wird gelehrt:Der Priester nehme, dies lehrt, daß die Erstlinge des Schwingens benötigen – so R. Elie͑zer b. Ja͑qob. –
16Was ist der Grund des R. Elie͑zer b. Ja͑qob? – Er folgert dies durch [das Wort] Hand, das auch beim Heilsopfer gebraucht wird; hierbei heißt es: der Priester nehme den Korb aus deiner Hand, und dortheißt es: seine Hände sollen bringen.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.