Menachot — Blatt 61b
1Wie hierbei ein Priester, ebenso auch dort ein Priester, und wie dort der Eigentümer, ebenso auch hierbei der Eigentümer. Wie erfolgt dies? Der Priester schiebe seine Hände unter die Hände des Eigentümers und schwinge. –
2Sollte er auch sagen: nach R. Jehuda!? Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagte:Du sollst niederlegen, das ist das Schwingen. Du sagst, das Schwingen, vielleicht ist dem nicht so, sondern das Niederlegen?
3Wenn es heißt:er lege nieder, so ist ja schon vom Niederlegen die Rede, somit ist unter du sollst niederlegen das Schwingen zu verstehen.
4Raba erwiderte: Damithat die Schrift begonnen. R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Jener ist bedeutender.
5DIE OPFERTEILE DES HEILSOPFERS EINES EINZELNEN UND BRUST UND SCHENKEL DESSELBEN, SOWOHL VON MÄNNERN ALS AUCH VON FRAUEN, NUR DURCH JISRAÉLITEN UND NICHT DURCH ANDERE. Wie meint er es?
6R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: sowohl die Opfer von Männern als auch die von Frauen benötigen des Schwingens, das Schwingen selbst aber erfolgt nur durch Jisraéliten, nicht aber durch Frauen.
7Die Rabbanan lehrten: Jisraéliten schwingen, nicht aber schwingen Nichtjuden; Jisraéliten schwingen, nicht aber schwingen Frauen.
8R. Jose sagte: Wir finden, daß die Schrift hinsichtlich des Stützens zwischen Opfern von Jisraéliten und Opfern von Nichtjuden und Frauen unterschiedenhat, man könnte nun glauben, sie seien auch hinsichtlich des Schwingens zu unterscheiden,
9so ist dem nicht so. Sollte man sie, wenn sie hinsichtlich des Stützens, das durch den Eigentümer erfolgt,
10unterschieden worden sind, auch hinsichtlich des Schwingens, das durch den Priester erfolgt, unterscheiden!? Daherheißt es: die Kinder Jisraél, die Kinder Jisraél schwingen, nicht aber schwingenNichtjuden, die Kinder Jisraél schwingen, nicht aber schwingen Frauen.
11Ein Anderes lehrt: Die Kinder Jisraél; ich weiß dies nur von den Kindern Jisraél, woher dies von Proselyten und freigelassenen Sklaven? Es heißt:der es darbringt.
12Vielleicht ist dem nicht so, sondern ist darunter der darbringende Priester zu verstehen? Es heißt:seine Hände sollen bringen, und dies spricht vom Eigentümer. Wie erfolgt dies? Der Priester schiebe seine Hände unter die Hände des Eigentümers und schwinge.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.