Menachot — Blatt 67b

1Demnach sollte dies auch bei der Teighebe berücksichtigt werden!? – Man kann in Quantitäten von weniger als fünf Viertel[log] und darüberbacken. –

2Auch bei der Hebe kann man ja nach R. Oša͑ja [eine List]anwenden!? R. Oša͑ja sagte nämlich: Man kann mit seinem Getreide eine List anwenden, indem man es mit der Spreueinbringt, damit sein Vieh davon fresse, ohne zum Zehnten verpflichtet zu sein, oder es über Dächer und Gehegeeinbringt. –

3Dies erfolgt öffentlich, und man schämt sichdessen, jenesaber erfolgt nicht öffentlich und man schämt sich dessen nicht.

4DANN GELANGTE ER ZUM I͑SARON [MEHL], TAT DAZU DAS ÖL UND DEN WEIHRAUCH, GOSSNACH, RÜHRTE UM, SCHWANG ES, BRACHTE ES HERAN, HOB DEN HAUFEN AB UND RÄUCHERTE IHN AUF; DAS ZURÜCKBLEIBENDE WURDE VON DEN PRIESTERN GEGESSEN.

5SOBALD DIE SCHWINGEGARBE DARGEBRACHT WAR, GINGEN SIE HINAUS UND FANDEN DIE STRASSEN VON JERUŠALEM VOLL MEHL UND ROSTKÖRNER; DIESGESCHAH OHNE BILLIGUNG DER WEISEN – SO R. MEÍR; R. JEHUDA SAGT, ES GESCHAH MIT BILLIGUNG DER WEISEN.

6GEMARA. Berücksichtigt denn R. Jehuda nicht, man könnteveranlaßt werden, davon zu essen,

7ich will auf einen Widerspruch hinweisen: R. Jehuda sagt, man untersuche am Abend zum vierzehnten[Nisan], am vierzehnten morgens und zur Zeit der Fortschaffung; die Weisen sagen, hat man nicht untersucht &c.!?

8Rabba erwiderte: Anders verhält es sich beim neuen [Getreide];

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.