Menachot — Blatt 69b
1somit gleicht dieser einem Gefäße aus Kot oder Erde, das nicht verunreinigungsfähig ist, denn der Meister sagte, Gefäße aus Stein, Kot oder Erde seien weder nach der Tora noch nach den Gelehrten verunreinigungsfähig, oder ist dies keine Verdauung? –
2Dies ist zu entscheiden aus folgender Erzählung U͑las im Namen des R. Šimo͑n b. Jehoçadaq: Einst verschlangen Wölfe jenseits des Jarden zwei Kinder, und als die Sache vor die Weisen kam, erklärten sie das Fleisch als rein. –
3Anders verhält es sich beim Fleische, da es weich ist. – Dies ist ja aus dem Schlußsatze zu entscheiden: und erklärten die Knochen als unrein? – Anders verhält es sich bei den Knochen, da sie besonders hart sind.
4R. Zera fragte: Wie verhält es sich mit dem Weizen, der mit den Wolken herabgekommen ist? – In welcher Hinsicht, wenn hinsichtlich des Speisopfers, weshalb denn nicht. – Vielmehr, hinsichtlich der zwei Brote;
5der Allbarmherzige sagt:aus euren Wohnorten, schließt dies nur [Getreide] aus dem Auslande aus, während solches aus den Wolken tauglich ist, oder muß es durchaus aus euren Wohnorten sein, auch nicht aus den Wolken. –
6Kommt denn so etwas vor? – Freilich, dem Araber Bar A͑di kamen einst drei Parasangen Weizen in einer Höhe von einer Handbreiteherab.
7R. Šimo͑n b. Pazi fragte: Wie ist es, wenn eine Ähre vor der Schwingegarbe ein Drittel [der Reife] erreicht hatte, und man sie entwurzelt und nach der Schwingegarbe wiederum gepflanzt hat, und sie zugenommen hat; richtet man sich nach dem Stamme, somit macht die Schwingegarbe sie erlaubt, oder nach der Zunahme, somit erfolgt dies erst durch die nächste Schwingegarbe? –
8Dies ist aus folgender Lehre des R. Abahu im Namen R. Joḥanans zu entscheiden: Hat man einen jungen [Setzling] mit Früchten auf einen alten [Stamm] gepfropft, so sind diese, selbst wenn sie zweihundertfach zugenommenhaben, verboten.
9Ferner sagte R. Šemuél b. Naḥmani im Namen R. Jonathans: Wenn man Zwiebeln in einem Weinbergegepflanzt hat und der Weinberg entwurzelt worden ist, so sind diese, selbst wenn sie zweihundertfach zugenommen haben, verboten. –
10Dies fragte er eben: war es den Rabbanan entschieden, daß man sich nach dem Stamme richte, einerlei ob erleichternd oder erschwerend, oder aber war es ihnen zweifelhaft, und man richte sich danach nur erschwerend und nicht erleichternd? – Dies bleibt unentschieden.
11Rabba fragte: Wie verhält es sich damit hinsichtlich des Zehnten? – In welchem Falle? –
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.