Menachot — Blatt 70b

1ist Gulba, Roggen ist Disara, Hafer ist Fuchsgras. Nur diese, nicht aberReis und Hirse,

2woher dies? Reš Laqiš erwiderte: Dies ist aus [dem Worte] Brot zu entnehmen, das auch beim Ungesäuerten gebraucht wird; hier heißt es:wenn ihr vom Brote des Landes esset, und dortheißt es: Armenbrot. –

3Woher dies dort? Reš Laqiš erklärte, und ebenso wurde es in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt, und ebenso wurde es in der Schule des R. Elie͑zer b. Ja͑qob gelehrt: Die Schrift sagt:du sollst dazu nichts Gesäuertes essen, sieben Tage sollst du dazu Ungesäuertes essen, Armenbrot; mit Dingen, die sauern, entledigt man sich seiner Pflichtam Pesaḥfeste, ausgenommen sind diese, die nicht sauern, sondern verwesen.

4SIE WERDEN MIT EINANDER VEREINIGT. Es wird gelehrt: Getreide, Mehl und Teig werden mit einander vereinigt. – In welcher Hinsicht?

5R. Kahana erklärte: Hinsichtlich des Heurigen. R. Joseph erklärte: Hinsichtlich des Gesäuertenam Pesaḥfeste. R. Papa erklärte: Hinsichtlich des zweiten Zehnten; wer davon außerhalb der Mauergegessen hat, ist zu geißeln.

6Raba erklärte: Hinsichtlich der Verunreinigungsfähigkeiton Speisen, und zwar lehrt er uns, daß das Getreide und das Mehl dem Teige gleichen müssen; wie dieser aus nur Eßbarem besteht, ebenso auch jene, wenn sie ausnur Eßbarem bestehen.

7Es wird auch gelehrt: Der Weizen wird ob geschält oder ungeschält vereinigt, die Gerste wird nur geschält vereinigt, nicht aber ungeschält. –

8Dem ist ja aber nicht so, in der Schule R. Jišma͑éls wurde ja gelehrt:Auf irgend welchen Samen, der gesät wird, wieman ihn zum Säen hinausbringt, Weizen mit der Schale, Gerste mit der Schale und Linsen mit der Schale!? –

9Dies ist kein Einwand; eines gilt von feuchtenund eines von trockenen.

10SIE SIND HEURIG VOR DEM PESAḤFESTE VERBOTEN. Woher dies? Reš Laqiš erwiderte: Dies ist durch [das Wort] Brotvom Ungesäuerten zu folgern.

11UND DÜRFEN VOR DER SCHWINGEGARBE NICHT GEMÄHT WERDEN. Woher dies? R. Joḥanan erwiderte: Dies ist durch [das Wort] erste zu folgern, das auch bei der Teighebegebraucht wird. –

12Was heißt vor der Schwingegarbe? R. Jona erklärte: Vor dem Mähender Schwingegarbe. R. Jose b. Zabda erklärte: Vor der Darbringung der Schwingegarbe. –

13Wir haben gelernt; Sie sind heurig vor dem Pesaḥfeste verboten und sie dürfen vor der Schwingegarbe nicht gemäht werden. Einleuchtend ist es nach demjenigen, der vor der Darbringung der Schwingegarbe erklärt, daß er es nicht zusammenlehrt,

14nach demjenigen aber, der vor dem Mähen der Schwingegarbe erklärt, sollte er es zusammen lehren: sie sind vor dem Pesaḥfeste heurig und zu mähenverboten!? –

15Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es sich auf den Schlußsatz beziehen: Haben sie vor der Schwingegarbe gewurzelt, so macht die Schwingegarbe sie erlaubt. Was heißt vor der Schwingegarbe? R. Jona erklärte: Vor der Darbringung der Schwingegarbe. R. Jose b. Zabda erklärte: Vor dem Mähen der Schwingegarbe.

16R. Elea͑zar sprach zu seinem Altersgenossen

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.