Menachot — Blatt 75b

1Rabba erwiderte: Das, was zweier Ausschließungenbenötigt, ist das gebackene Speisopfer.

2DAS SPEISOPFER EINES JISRAÉLITEN WIRD DOPPELT UND DAS DOPPELTE VIERFACH ZUSAMMENGESCHLAGEN UND ZERTEILT; DAS SPEISOPFER DER PRIESTER WIRD DOPPELT UND DAS DOPPELTE VIERFACH ZUSAMMENGESCHLAGEN UND NICHT ZERTEILT; DAS SPEISOPFER DES GESALBTEN PRIESTERS WIRD NICHT ZUSAMMENGESCHLAGEN. R. ŠIMO͑N SAGT, BEIM SPEISOPFER DER PRIESTER UND DEM SPEISOPFER DES GESALBTEN PRIESTERS GIBT ES KEIN ZERBROCKEN, WEIL ES BEI DIESEN KEIN ABHÄUFEN GIBT, UND WOBEI ES KEIN ABHÄUFEN GIBT, GIBT ES AUCH KEIN ZERBROCKEN. BEI DIESEN ALLEN MÜSSEN DIE BROCKEN OLIVENGROSS SEIN.

3GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Zerbrich, man könnte glauben, in zwei Teile, so heißt es Brocken; unter Brocken könnte man Krümchen verstehen, so heißt es es, man zerbrocke es, nicht aber zerbrocke man die Brocken.

4Wie erfolgt dies? Das Speisopfer eines Jisraéliten wird doppelt und das doppelte vierfach zusammengeschlagen und zerteilt, das Speisopfer des gesalbten Priesters wird zusammengeschlagen. – Wir haben ja aber gelernt, es werde nicht zusammengeschlagen!? Rabba erwiderte: Es wird nicht vierfach, wohl aber zweifach zusammengeschlagen.

5R. ŠIMO͑N SAGT, BEIM SPEISOPFER DER PRIESTER UND DEM SPEISOPFER DES GESALBTEN PRIESTERS GIBT ES KEIN ZERBROCKEN. R. Joseph sagte: Über eine Brotspeise, in der olivengroße Brocken enthalten sind, spreche manden Segen ‘Der Brot aus der Erde hervorbringt’; und in der keine olivengroßen Brocken enthalten sind, spreche man den Segen: ‘der allerlei Speisen erschafft’.

6R. Joseph sprach: Dies entnehme ich aus folgendem: Wer in Jerušalem steht und Speisopfer darbringt, spreche [den Segen] ‘Gepriesen sei, der uns leben lassen und erhalten hat’; nahm er sie zum Essen, so spreche er [den Segen] ‘Der Brot aus der Erde hervorbringt’; ferner haben wir gelernt, daß bei diesen allen die Brocken olivengroßsein müssen.

7Abajje sprach zu ihm: Demnach spreche man nach dem Autor der Schule R. Jišma͑éls, welcher sagt, man zerreibe eswiederum zu Mehl, darüber nicht den Segen ‘Der hervorbringt’!?

8Wolltest du sagen, dem sei auch so, so wird ja gelehrt, daß, wenn man von allen zusammenein olivengroßes Quantum gesammelt und gegessenhat, man, wenn es Gesäuertes ist, der Ausrottung verfalle, und wenn es Ungesäuertes ist, damit seiner Pflicht am Pesaḥfeste genüge!? –

9Hier handelt es sich um den Fall, wenn man sie zusammengeknetethat. –

10Wieso heißt es demnach, dies gelte nur von dem Falle, wenn man sie gegessen hat in einer Zeit, in der man ein Peras essen kann, wenn man sie zusammengeknetet hat, müßte es ja heißen: wenn man esgegessen hat!? – Vielmehr, hier handelt es sich um den Fall, wenn man sie großen Broten entnimmt. –

11Wie bleibt esdamit? R. Šešeth erwiderte: Auch wenn es keine olivengroßen Brocken sind. Raba sagte: Jedoch nur dann, wenn es das Aussehen von Brot hat.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.