Menachot — Blatt 76b
1Er ist der Ansicht des Autors der folgenden Lehre: Hat man die Kuchen der Speisopfer zu groß oder zu klein gemacht, so sind sie tauglich, ausgenommen das Schaubrot und das Pfannenopfer des Hochpriesters; manche sagen, auch die Brote des Dankopfers und des Naziropfers.
2R. Hona sagte: Hat man das gebackene Speisopfer aus einem Kuchen hergerichtet, so hat man seiner Pflicht genügt. – Aus welchem Grunde? Es heißt dasUngesäuerte.
3R. Papa wandte ein: Also nur deshalb, weil es das Ungesäuerte heißt, nicht aber wenn es die Ungesäuerten hieße; bei den Broten des Dankopfers heißt es jadie Ungesäuerten, dennoch sagte R. Ṭobi b. Qisana im Namen Šemuéls, wenn man die Brote des Dankopfers aus vier Kuchenbestehend hergerichtet hat, habe man seiner Pflicht genügt!? – Er streitet dagegen.
4DIE SCHWINGEGARBE BESTEHT AUS EINEM I͑SARON [MEHL] VON DREI SEÁ [GETREIDE]; DIE ZWEI BROTE AUS ZWEI I͑SARON VON DREI SEÁ; DAS SCHAUBROT AUS VIERUNDZWANZIG ISARON VON VIERUNDZWANZIG Seá.
5GEMARA. Aus welchem Grunde? – Da es aus neuem [Getreide]und Gerste kommt, so ist ein vorzügliches I͑saron nur aus drei Seá zu erzielen.
6DIE ZWEI BROTE AUS ZWEI I͑SARON VON DREI SEÁ. Da sie aus Weizen kommen, so sind, obgleich aus neuem [Getreide], zwei I͑saron aus drei Seá zu erzielen.
7DAS SCHAUBROT AUS VIERUNDZWANZIG I͑SARON VON VIERUNDZWANZIG SEÁ. Aus welchem Grunde? – Da es aus Weizen und altem [Getreide] kommt, so ist ein vorzügliches I͑saron aus einem Seá zu erzielen.
8Die Rabbanan lehrten: Hat man bei all diesen Speisopfern das I͑saron zu voll oder zu knapp gemessen, so sind sie untauglich; hat man die Seá zu voll oder zu knapp gemessen, so sind sie tauglich.
9DIE SCHWINGEGARBEWURDE DURCH DREIZEHN SIEBE GEBEUTELT, DIE ZWEI BROTE DURCH ZWÖLF UND DAS SCHAUBROT DURCH ELF. R. ŠIMO͑N SAGT, HIERFÜR GAB ES KEINE FESTSETZUNG, VIELMEHR WURDE GENÜGEND GEBEUTELTES FEINMEHL VERWANDT, DENN ES HEISST:nimm Feinmehl und backe es, ES SOLL GENÜGEND GEBEUTELT SEIN.
10GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Durch ein feinesund ein grobes, ein feines und ein grobes. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Dreizehn Siebe waren im Tempel, eines über dem anderen und das andere über dem folgenden, das obere nahm die Kleie auf und das untere nahm das Feinmehl auf.
11R. ŠIMO͑N SAGT, HIERFÜR GAB ES KEINE FESTSETZUNG. Die Rabbanan lehrten: Feinmehl und backe es, dies lehrt, daß Feinmehl zu holensei. Woher, daß auch Weizen? Es heißt: nimm.
12Man könnte glauben, dies gelte auch von anderen Speisopfern, so heißt es es. Dies aus Schonung. – Was heißt aus Schonung?
13R. Elea͑zar erwiderte: Die Tora schonte das Geld Jisraéls. – Wo ist dies angedeutet? – Es heißt:laß die Gemeinde und ihr Vieh trinken.
14DAS DANKOPFER BESTAND AUS FÜNF JERUŠALEMISCHEN SEÁ [MEHL], DAS SIND SECHS DER WÜSTE, GLEICH ZWEI EPHA, DIE EPHA ZU DREI SEÁ, GLEICH ZWANZIG I͑SARON, ZEHN FÜR DAS GESÄUERTE UND ZEHN FÜR DAS UNGESÄUERTE.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.