Menachot — Blatt 77b
1VON DIESEN ALLEN NAHM ER EIN ZEHNTEL ALS HEBE, DENN ES HEISST:er bringe davon eines von jedem Opfer als Hebe für den Herrn. Eines, KEIN ANGEBROCHENES; von jedem Opfer, ALLE OPFER MÜSSEN GLEICHMÄSSIG SEIN, ER NEHME [DIE HEBE] NICHT VON EINEM OPFER FÜR DAS ANDERE.Dem Priester, der das Blut des Heilsopfers sprengt, soll es gehören; WAS ZURÜCKBLEIBT, WIRD VOM EIGENTÜMER GEGESSEN.
2GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Er bringe davon, vom Zusammenhaftenden; eines, kein Angebrochenes; von jedem Opfer, alle Opfer müssen gleichmäßig sein, er nehme [die Hebe] nicht von einem Opfer für das andere. Hebe für den Herrn; ich weiß nicht, wieviel,
3und folgere es daher durch einen Schluß: hierbei heißt es Hebe und bei der Zehnthebe heißt es Hebe, wie diese eines von zehn, ebenso auch jene eines von zehn.
4Oder aber wie folgt: hierbei heißt es Hebe und bei den Erstlingenheißt es Hebe, wie für diese kein Maß festgesetzt ist, ebenso ist auch für jene kein Maß festgesetzt.
5Man beachte daher, mit wem es zu vergleichen ist; man vergleiche die Hebe, nach der weiter keine Hebe zu entrichten ist, mit der Hebe, nach der weiter keine Hebe zu entrichten ist, nicht aber mit den Erstlingen, nach welchen noch eine andereHebe zu entrichten ist.
6Oder aber wie folgt: man vergleiche die Hebe, die an einem heiligen Orte zu essen ist, mit der Hebe, die an einem heiligen Orte zu essen ist, nicht aber mit der Zehnthebe, die an jedem Orte zu essen ist.
7Daher heißtes: davon Hebe für den Herrn, für [einen Schluß durch] Wortanalogie.
8Wir wissen nun, daß die Hebe eines von zehn beträgt, ich weiß aber nicht, aus welchem Quantum ein Kuchen besteht, und folgere es daher durch einen Schluß: hierbei heißt es Brot und dort, bei den zwei Broten, heißt es Brot, wie bei diesen ein I͑saron auf einen Kuchen, ebenso auch hierbei ein I͑saron auf einen Kuchen.
9Oder aber wie folgt: hierbei heißt es Brot und beim Schaubrote heißt es Brot, wie bei diesem zwei I͑saron, ebenso auch hierbei zwei I͑saron.
10Man beachte daher, mit wem es zu vergleichen ist; man vergleiche das Speisopfer, das gesäuert und mit einem Schlachtopfer gebracht wird, mit einem Speisopfer, das gesäuert und mit einem Schlachtopfer gebracht wird, nicht aber mit dem Schaubrote, das nicht gesäuert und nicht mit einem Schlachtopfer gebracht wird.
11Oder aber wie folgt: man vergleiche das Speisopfer, das von inländischem und von ausländischem, von neuem und von altem [Getreide] kommt, mit einem Speisopfer, das von inländischem und von ausländischem, von neuem und von altem [Getreide] kommt, nicht aber mit den zwei Broten, die nur von neuem [Getreide] und von inländischem kommen.
12Daher heißt es:aus euren Wohnorten sollt ihr zwei Brote der Schwingung bringen, und da [das Wort] bringen nicht nötig istund dennoch geschrieben ist, so lehrt dies, daß alles, was außer diesen dargebrachtwird, diesen gleicht: wie bei diesen ein I͑saron auf einen Kuchen, ebenso auch bei jenen ein I͑saron auf einen Kuchen. –
13Demnach sollten doch, wie es bei diesen zwei I͑saronsind, auch bei jenen zwei I͑saron sein!? – Es heißt:sollen es sein.
14Wir wissen nun, daß es zehn des Gesäuerten sind, woher, daß es zehn des Ungesäuerten sind? Es heißt:zu den Kuchen des gesäuerten Brotes, entsprechend dem Gesäuerten bringe man Ungesäuertes.
15Es ergibt sich also, daß die Dankopferbrote aus zwanzig I͑saron bestehen, zehn für das Gesäuerte und zehn für das Ungesäuerte. Man könnte glauben, die zehn des Ungesäuerten aus einer Art,
16so heißt es:wenn er es wegen eines Dankes darbringt, so bringe er zum. Schlachtopfer des Dankes ungesäuerte Kuchen, mit Öl eingerührt, und ungesäuerte Fladen, mit Öl bestrichen, Feinmehl gemengt &c. Es ergibt sich somit, daß auf jede Art drei und ein Drittel I͑saron und drei Kuchen auf ein I͑saron kommen, und es ergibt sich ferner, daß es zusammen vierzig Dankopferbrote sind; diesen werden vier entnommen und dem Priester gegeben, und die übrigen vom Eigentümer gegessen.
17Der Meister sagte: Er bringe davon, vom Zusammenhaftenden. Es heißt ja auch:und das ganze Fett hebe er davon ab; welches Zusammenhaftende gibt es hierbei!? –
18Dies nach R. Ḥisda im Namen Abimis, denn R. Ḥisda sagte im Namen Abimis, man dürfe das Fleisch nicht schneiden, bevor die Opferteile herausgenommen sind.
19Der Meister sagte: Hierbei heißt es Hebe und bei der Zehnthebe heißt es Hebe. Sollte man es doch mit der Hebe zu Midjanvergleichen!? –
20Man vergleiche die für alle Generationen geltende Hebe mit der für alle Generationen geltenden Hebe, nicht aber mit der Hebe zu Midjan, die nicht für alle Generationen bestimmt war. –
21Sollte man es doch mit der Teighebevergleichen!? – In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Man vergleiche eine Sache, von der es heißt: (davon) Hebe für den Herrn, mit einer Sache, von deres heißt: Hebe für den Herrn, während es von der Teighebe nicht heißt: Hebe für den Herrn.
22Raba fragte: Ist man wegen der Hebe der Dankopferbrote der Todesstrafe und des Fünftels schuldigoder nicht:
23gleicht sie, da sie mit der Zehnthebe verglichen wird, der Zehnthebe, oder hat sie der Allbarmherzige durch [die Worte] davon und sein Fünftelausgeschlossen?
24Erwirkt sie Bemischungoder nicht? – Dies bleibt unentschieden.
25Der Meister sagte: Es heißt: sollen es sein. Wieso geht dieshieraus hervor?
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.