Menachot — Blatt 78a
1R. Jiçḥaq b. Evdämi erwiderte: Es heißt: sollen es sein. – Vielleicht zehn Kapiz!? Raba erwiderte: Die Schrift spricht von I͑saron.
2«Wir wissen nun, daß es zehn des Gesäuerten sind, woher daß es zehn des Ungesäuerten sind? Es heißt: zu den Kuchen des ungesäuerten Brotes, entsprechend dem Gesäuerten bringe man Ungesäuertes.»
3Kann denn von dem, was durch Vergleichung gefolgertwird, durch Vergleichung gefolgert werden!? – Hierbei erfolgt dies durch sich selbstmit einem anderen, und wenn es durch sich selbst mit einem anderen erfolgt, so heißt dies keine [Folgerung durch] Vergleichung. –
4Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, dies heiße keine Vergleichung, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, dies heiße eine Vergleichung!? – Es heißt einschließend: sollt ihr bringen.
5DIE EINWEIHUNGSOPFERBESTANDEN GLEICH DEM UNGESÄUERTEN DES DANKOPFERS AUS KUCHEN, FLADEN UND GEMENGTEM.
6DAS NAZIROPFER BESTAND AUS ZWEI TEILEN DES UNGESÄUERTEN DES DANKOPFERS, AUS KUCHEN UND FLADEN, NICHT ABER AUS GEMENGTEM, ALSO AUS ZEHN JERUŠALEMISCHEN KAB, GLEICH SECHS I͑SARON.
7GEMARA. Woher dies? R. Ḥisda erwiderte im Namen des R. Ḥama b. Gorja: Die Schrift sagt:und aus dem Korbe mit Ungesäuertem, der vor dem Herrn stand, nahm er einen ungesäuerten Kuchen und einen Ölbrotkuchen und einen Fladen. Kuchen sind Kuchen und Fladen sind Fladen, was aber ist Ölbrot? Doch wohl das Gemengte.
8R. Ivja wandte ein: Vielleicht Ölkuchen!? – Vielmehr, nach einer Auslegung des R. Naḥman b. R. Ḥisda im Namen R. Ṭablas:Dies ist das Opfer Ahrons und seiner Söhne, daß sie dem Herrn darbringen sollen am Tage, da er gesalbt wird;
9was lehren uns [die Worte] und seiner Söhne am Tage, da er gesalbt wird? Damit wird die Weihungmit der Salbungverglichen; wie bei der Salbung Gemengtes, ebenso auch bei der Weihung Gemengtes.
10R. Ḥisda sagte: Wenn der Hochpriester den Dienst antritt, so benötigt er zweier Zehntel Epha, eines wegen seiner Salbung und eines wegen seiner Weihung. Mar, Sohn des R. Aši, sagt, dreier.
11Sie streiten aber nicht; eines, wenn er bereits als gemeiner Priester Dienst getan hat, und eines, wenn er als gemeiner Priester keinen Dienst getan hat.
12DAS NAZIROPFER BESTAND AUS ZWEI TEILEN DES UNGESÄUERTEN DES DANKOPFERS.
13Die Rabbanan lehrten:Seiner Heilsopfer, dies schließt das Heilsopfer des Nazirs ein hinsichtlich der zehn jerušalemischen Kab und des Viertellogs Öl.
14Man könnte glauben, hinsichtlich allerim Abschnitte genannten Dinge, so heißt es Ungesäuertes. –
15Wieso geht dies hieraus hervor? R. Papa erwiderte: Hinsichtlich der Dinge, bei denen es Ungesäuertesheißt, ausgenommen das Gemengte, bei dem es nicht Ungesäuertes heißt. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Ungesäuertes, generell, Kuchen und Fladen speziell, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung folgt, so umfaßt die Generalisierung nur das Speziellgenannte, nur Kuchen und Fladen, anderes aber nicht.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.