Menachot — Blatt 7a

1sondern nur zurück hingetan hat, heiligund untauglich sein!?

2R. Joḥanan erwiderte: Dies besagt, daß die Dienstgefäße nur dann heiligen, wenn man dies beabsichtigt. –

3Demnach heiligen sie, wenn dies beabsichtigtwird, und dem widersprechend erwiderte ja R. Joḥanan auf eine Frage des Reš Laqiš, ob die Dienstgefäße Untaugliches von vornherein heiligen, daß sie sie nicht heiligen!? – [Sie heiligen sie nicht,] um dargebracht werden zu dürfen, wohl aber heiligen sie, um untauglichzu werden.

4R. A͑mram erklärte: Wenn er ihn in eine gehäufte Schale hineingetanhat. –

5Wieso durfte er den Haufenabheben!? – Vielmehr, wenn er ihn in eine volle Schale hineingetan hat. –

6Beim Abheben des Haufens macht er ja eine Vertiefung, somit legt er ihn ja, wenn er ihn zurück hineintut, in das Innere des Gefäßes!? – Wenn er ihn neben die Wandung des Gefäßes legt und es schüttelt, damit es von selbst hineinfalle; dies ist ebenso als würde ein Affe ihn zurück hineingetanhaben.

7R. Jirmeja sprach zu R. Zera: Er sollte es doch auf den Fall beziehen, wenn er es in ein auf der Erde befindliches Gefäß getan hat!? Hieraus ist wohl zu entnehmen, daß man den Haufen aus einem auf der Erde befindlichen Gefäße abheben dürfe. Dieser erwiderte: Du berührst eine Frage, die bei uns erörtert worden ist. Abimi lerntenämlich [den Traktat von den] Speisopfern bei R. Ḥisda. –

8Lernte denn Abimi bei R. Ḥisda, R. Ḥisda erzählte ja, er habe von Abimi tüchtige Schläge erhalten, wegen der folgenden Lehre: Erfolgt die Ausbietungununterbrochen, dann dreißig Tage, wenn nur am Montag und am Donnerstag, dann sechzig Tage. –

9Abimi hatte diesen Traktatvergessen, und er kam zu R. Ḥisda, damit ihm sein Studium in Erinnerung gebracht werde. – Sollte er ihnrufen lassen, daß er zu ihm komme!? – Er dachte, sowerde die Sache mehr Erfolg haben.

10Da begegnete ihm R. Naḥman und sprach zu ihm: Wie hebe man den Haufen ab? Dieser erwiderte: Aus diesemGefäße. Jener sprach: Darf man ihn denn aus einem auf der Erde befindlichen Gefäße abheben? Dieser erwiderte: Ein Priester hebe es hoch. –

11Wie heilige man die Speisopfer? Dieser erwiderte: Man lege [den Haufen] in dieses Gefäß. – Darf man denn mit einem auf der Erde befindlichen Gefäße heiligen?

12Dieser erwiderte: Ein Priester hebe es hoch. Jener sprach: Du brauchst demnach drei Priester. Dieser erwiderte: Und wenn auch dreizehn nötig wären, wie beim beständigenOpfer.

13Er wandte gegen ihn ein: Die Regel hierbei ist: wenn man [den Haufen] abhebt, in das Gefäß tut, hinbringtoder aufräuchert in der Absicht, von dem, was zu essen ist, zu essen &c. Vom Hochhebenaber wird hier nichts gelehrt!? –

14Der Autor lehrt nur die Reihenfolge der Dienstverrichtungen, nicht aber die Reihenfolge der Priester.

15Sie fragten R. Šešeth: Darf man den Haufen aus einem auf der Erde befindlichen Gefäße abheben? Dieser erwiderte: Geht und seht, wie innerhalbverfahren wird. Vier Priester traten ein, zwei hielten zwei Reihen [Schaubrote] in den Händen und zwei hielten zwei Schalen [Weihrauch] in den Händen; ihnen gingen vier Priester voran, zwei, um die zwei Reihenund zwei, um die Schalen fortzunehmen.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.