Menachot — Blatt 80b

1und davon zurückbleibt, so bringe er dafür das Brot, wenn aber für die Brote des Brandopfers und davon zurückbleibt, so bringe er dafür kein Dankopfer. –

2Aus welchem Grunde: wollte man sagen, wegen der Lehre R. Kahanas, denn R. Kahana sagte, aus dem Schriftverse:er bringe mit dem Schlachtopfer des Dankes Kuchen, ungesäuert, sei zu entnehmen, daß die Brote des Dankopfers ‘Dankopfer’ genannt werden, so sollte dies ja auch umgekehrt gelten!? – Das Brot wird ‘Dankopfer’ genannt, nicht aber wird das Dankopfer ‘Brot’ genannt.

3Ferner sagte Raba: Wenn jemand sein Dankopfer abgesondert hat und es abhanden gekommen ist, statt dessen ein anderes abgesondert hat und es ebenfalls abhanden gekommen ist, und nachdem er ein drittes abgesondert hat, sich die ersten wieder einfinden, und nunmehr alle drei dastehen, so benötigt, wenn er Sühne durch das erste erlangt hat, das zweite nicht des Brotes und das drittewohl;

4hat er durch das dritte Sühne erlangt, so benötigt das zweite nicht des Brotes und das erste wohl; und hat er Sühne durch das mittelste erlangt, so benötigen die anderen nichtdes Brotes. Abajje aber sagte: Hat er durch eines von ihnen Sühne erlangt, so benötigen die beiden anderen nicht des Brotes, denn jedes von ihnen ist ein Ersatz des anderen.

5R. Zera sagte: Dasselbe gilt auch vom Sündopfer; wenn jemand sein Sündopfer abgesondert hat und es abhanden gekommen ist, statt dessen ein anderes abgesondert hat und es ebenfalls abhanden gekommen ist, und nachdem er ein drittes abgesondert hat, sich die ersten wieder einfinden, und nunmehr alle drei dastehen, so ist, wenn er Sühne durch das erste erlangt hat, das zweite verenden zu lassen und das dritte weiden zu lassen;

6hat er Sühne durch das dritte erlangt, so ist das zweite verenden zu lassen und das erste weiden zu lassen, und hat er Sühne durch das mittelste erlangt, so sind die beiden anderen verenden zu lassen. Abajje aber sagte: Hat er durch eines von ihnen Sühne erlangt, so sind die beiden anderen verenden zu lassen, denn jedes von ihnen ist ein Ersatz des anderen. – Was heißt ‘dasselbe’? –

7Man könnte glauben, dies gelte nur von jenem Falle, da man sagenkann, es sei ein weiteres Dankopfer, nicht aber hierbei, da man nicht sagen kann, es sei ein weiteres Sündopfer, so lehrt er uns.

8R. Ḥija lehrte: Ist ein Dankopfer mit dem Eingetauschten desselben verwechselt worden und eines von ihnen verendet, so gibt es für das andere kein Mittelmehr; was ist da zu machen: bringt man damit das Brot dar, so kann es ja das Eingetauschtesein, und bringt man damit das Brot nicht dar, so kann es ja das [originäre] Dankopfer sein. –

9Wenn er gesagt hat, er nehme [die Darbringung]auf sich, bringe er doch ein anderes Vieh und das Brot und spreche: ist das lebende das Eingetauschte, so sei dieses das Dankopfer und das Brot dazu, und ist das lebende das [originäre] Dankopfer, so gehöre das Brot dazu und das andere sei zur Sicherheit!? –

10In dem Falle, wenn man gesagt hat: diesessei.

11Die Lernendensprachen vor Rabbi: Mag er doch das Brot bringen und sprechen: ist das lebende das [originäre] Dankopfer, so sei dieses das Brot dazu, wenn aber nicht, so sei es profan!? Dieser erwiderte: Darf man denn Profanes in den Tempelhof bringen!? –

12Mag er doch ein Vieh und das Brot bringen und sprechen: ist das lebende das Eingetauschte, so sei dieses das Dankopfer und das Brot dazu, und ist das lebende das [originäre] Dankopfer, so gehöre das Brot dazu und das andere sei ein Heilsopfer!? Dieser erwiderte: Man vermindert dann die Essens[frist]des Heilsopfers.

13Levi sprach zu Rabbi: Mag er doch ein Vieh und das Brot bringen und sprechen: ist das lebende das Eingetauschte, so sei dieses das Dankopfer und das Brot dazu, und ist das lebende das [originäre] Dankopfer, so gehöre das Brot dazu und das andere sei Überschuß des Dankopfers!? Dieser erwiderte: Es scheint, daß dieser kein Hirn im Schädel hat;

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.